Im Bezirk Frauenfeld setzt die Grosswetterlage der SP und der BDP zu

Die Grünen sind im Bezirk Frauenfeld die grossen Sieger. Die Freisinnigen halten ihre fünf Sitze dank dem Schulterschluss mit SVP und EDU.

Samuel Koch
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Das Inseli Werd bei Eschenz verbindet den Untersee mit dem Gebiet am Hochrein.

Das Inseli Werd bei Eschenz verbindet den Untersee mit dem Gebiet am Hochrein.

(Bild: Donato Caspari)

Die Spatzen hatten es schon länger von den Dächern gepfiffen. Nun ist die grüne Welle bei den Grossratswahlen vom Sonntag auch über den Bezirk Frauenfeld gerollt. Und die Welle trägt definitiv dunkelgrüne Farbe. Denn das Krönchen für den grössten Zuwachs an Wählerstimmen setzen sich die Grünen auf, mit plus 5,7 Prozent.

Damit verdoppeln sie im Bezirk Frauenfeld ihre Sitze von bisher zwei auf vier. Nebst dem Plus der GLP von 1,6 Prozent legt einzig noch die Bezirkspartei der SVP zu (+0,2 Prozent). Beide Parteien bleiben jedoch auf ihren zwei respektive elf Mandaten sitzen.

Zwei Bisherige sind abgewählt

Die grössten Verlierer im Bezirk Frauenfeld heissen SP und BDP. Die Sozialdemokraten büssen 1,7 Prozent ein und müssen somit einen Sitz Federn lassen. Gewählt sind alle bisherigen SP-Kantonsräte bloss, weil mit dem Matzinger Walter Hugentobler ein langjähriger nicht mehr zur Wiederwahl angetreten ist. Der Wähleranteil der BDP schrumpft von 3,0 auf 1,6 Prozent. So gibt der Frauenfelder Roland A. Huber seinen Sitz ab, und die Gelb-Schwarzen verschwinden endgültig von der Landkarte.

Mit 2,3 Prozent Wähleranteil verlieren die Freisinnigen im Bezirk Frauenfeld zwar am meisten Wählerprozente. Dank der Listenverbindung mit SVP und EDU jedoch hält die FDP ihre bisherigen fünf Sitze. Nebst dem Sitzverlust der BDP hat mit dem Diessenhofer Andreas Wenger einzig die FDP eine Abwahl hinzunehmen. Ihre bisherigen Mandate zu verteidigen wissen nebst SVP, GLP und FDP auch CVP, EVP und EDU.

Viel frisches Blut

Von den 32 gewählten Kantonsräten im Bezirk kommt mit mehr als einem Fünftel viel frisches Blut in den Grossen Rat. Grad vier und damit die Hälfte aller Bezirksparteien schicken neue Gesichter ins Kantonsparlament. Bei der SVP nimmt einerseits der Steckborner alt Stadtpräsident Roger Forrer auf seinem im Jahr 2010 zur Verfügung gestellten Stuhl Platz. Andererseits schaffen die beiden Frauenfelderinnen Eveline Bachmann (Hausfrau, Bäuerin) und Severine Hänni (Wirtschaftsprüferin) den Sprung ins Parlament.

Bei den grossen Gewinnern, den Grünen, engagieren sich nebst den Bisherigen Gina Rüetschi aus Frauenfeld und Mathis Müller aus Pfyn neu der Frauenfelder Elektroingenieur Simon Vogel und der Basadinger Biobauer Simon Weilenmann im Grossen Rat. Je eine neue gewählte Kantonsrätin gibt’s bei FDP mit der Unternehmensberaterin Martina Pfiffner-Müller aus Gachnang und bei den Grünliberalen mit Berufs- und Persönlichkeitstrainerin Nicole Zeitner aus Stettfurt.

Mit neu sechs gegenüber bisher fünf Kantonsräten erzielen die Gemeinden aus der Region Untersee und Rhein eine bessere Vertretung. Die Stimmbeteiligung im Bezirk liegt bei 33,63 Prozent, also leicht über dem kantonalen Durchschnitt.

Kommentar

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Samuel Koch