Illegale Entsorgung von Chemikalien: Spaziergänger finden in Tobel fünf Kanister

Die Kantonspolizei ermittelt wegen illegaler Entsorgung von Chemieabfällen bei der Tobler Kiesgrube Sandbüel. In einigen Kanistern befand sich Diesel.

Roman Scherrer
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Einer der fünf illegal entsorgten Kanister bei der Tobler Kiesgrube Sandbüel. Sie beinhalteten ursprünglich Natriumhydroxid.

Einer der fünf illegal entsorgten Kanister bei der Tobler Kiesgrube Sandbüel. Sie beinhalteten ursprünglich Natriumhydroxid.

Bild: PD

Meldungen über Littering oder liegengelassenen Hundekot sind keine Seltenheit. Solche über illegal entsorgte Chemikalien lassen hingegen aufhorchen. Eine entsprechende Mitteilung findet sich in den aktuellen Gemeindenachrichten von Tobel-Tägerschen. So sei bei der Gemeindeverwaltung kürzlich die Meldung eingegangen, dass Chemikalien im Dornengebüsch bei der Kiesgrube Sandbüel, westlich des Tobler Fussballplatzes, illegal entsorgt wurden.

Mark WildiGemeinderat Tobel-Tägerschen

Mark Wildi
Gemeinderat Tobel-Tägerschen

(Bild: PD)

Eine Besichtigung habe ergeben, dass es sich um fünf Kanister für Natriumhydroxid-Lösung handelte. «Teilweise sind sie noch bis zu einem Viertel gefüllt gewesen», erklärt der für das Ressort Umwelt zuständige Gemeinderat Mark Wildi. Natriumhydroxid wird meist in Form von Natronlauge verwendet, welche unter anderem als Abflussreiniger, Abbeizmittel oder bei der Herstellung von Laugengebäck gebraucht wird.

«Es ist schwer, zu sagen, woher die Kanister kommen könnten», sagt Wildi. Grundsätzlich unterscheide man zwischen Littering, illegaler Abfallentsorgung und illegal abgelagerten Chemieabfällen. Weil es sich in diesem Fall um Letzteres handelte, hat der Gemeinderat dies umgehend der Polizei gemeldet, welche dem Fall nachgeht. Wildi erklärt weiter:

«Die Kanister waren dicht. Deshalb war ein Aufgebot der Feuerwehr nicht nötig.»

Wie Daniel Meili, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau erklärt, hätten Abklärungen ergaben, dass es sich beim Inhalt der Kanister um Diesel-Kraftstoff handelte. «Dieser wurde fachgerecht entsorgt.» Wer die Kanister bei der Kiesgrube deponiert hatte, sei aber noch nicht bekannt.

Solche Vorfälle toleriere der Gemeinderat nicht, betont Mark Wildi. «Das Positive an der Geschichte ist, dass Spaziergänger uns das meldeten, und so die Chemikalien richtig entsorgt werden konnten.»