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«Iistiege, Platz neh»: Das Kandidatenkarussell für die Frauenfelder Stadtratswahlen nimmt Fahrt auf

In der Frauenfelder Exekutive gibt es ab der kommenden Legislatur 2019 bis 2023 neue Gesichter. Wer kann Vizepräsidentin Christa Thorner (SP) respektive die Stadträte Urs Müller (CH) und Ruedi Huber (SVP) beerben? Eine erste Kandidatenliste.
Mathias Frei
Das Frauenfelder Kandidatenkarussell dreht sich schon fast so schnell wie diese «Riitschuel» in St. Gallen. (Bild: Urs Bucher (12.April 2014))

Das Frauenfelder Kandidatenkarussell dreht sich schon fast so schnell wie diese «Riitschuel» in St. Gallen. (Bild: Urs Bucher (12.April 2014))

Polit-Chilbi in den Sommerferien! Denn das Kandidatenkarussell beginnt sich zu drehen. Es geht um nichts weniger als die Stadtratsmandate von Christa Thorner (SP), Urs Müller (CH) und Ruedi Huber (SVP). Vergangenen Dienstag haben die drei Exekutivpolitiker ihre Rücktritte auf Ende der laufenden Legislatur angekündigt. Am 10. Februar 2019 ist der erste Wahlgang der Stadtrats-Gesamterneuerungswahlen. Die neue Legislatur beginnt am 1. Juni 2019.

Gemeinderatspräsidentin Barbara Dätwyler. (Bild: Donato Caspari)

Gemeinderatspräsidentin Barbara Dätwyler. (Bild: Donato Caspari)

Dass Christa Thorner keine weitere Legislatur anhängt, ist seit einem Jahr bekannt. In der Poleposition für den SP-Sitz befindet sich Gemeinderatspräsidentin Barbara Dätwyler. Die 44-Jährige sitzt zwar erst seit 2016 für die SP im Gemeinderat, hat aber jahrelange Erfahrung in der Berufspolitik. Vor kurzem ist sie für Thorner im Grossen Rat nachgerückt. Ebenfalls wählbar wäre Susanne Oberholzer (*1980). Als 22-Jährige kam sie in den Grossen Rat, wo sie sich acht Jahre lang engagierte. Sie war Vizepräsidentin der SP Thurgau. Derzeit lebt die promovierte Sprachwissenschaftlerin zwar in Wien, wird aber kommendes Jahr beruflich in die Schweiz zurückkehren. Eine weitere Kandidatin könnte Sybille Kaufmann sein (*1962). Die Sozialpädagogin war bis 2009 acht Jahre im Gemeinderat, den sie 2007/08 präsidierte. Zudem politisierte sie fünf Jahre als Kantonsrätin. Sie gehört der Kesb Frauenfeld an. Oder macht es Fraktionspräsident Pascal Frey (*1984)? Er sitzt seit 2010 im Gemeinderat.

Ein promovierter Historiker für die Exekutive

CH-Fraktionspräsident Heinrich Christ. (Bild: PD)

CH-Fraktionspräsident Heinrich Christ. (Bild: PD)

Urs Müllers und Ruedi Hubers Rücktritte sind im Gegensatz zu Thorners überraschend. Bei CH könnte Heinrich Christ Müller beerben. Der promovierte Historiker (Jahrgang 1980) gehört seit 2011 dem Gemeinderat an. Er präsidiert die Fraktion CH/Grüne/GLP und ist ein Meinungsmacher der Ratslinken. Er arbeitet Teilzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim kantonalen Amt für Volksschule. Politisch ambitioniert ist auch Marianne Sax (*1964). Dem Gemeinderat gehörte die Buchhändlerin und ehemalige Präsidentin des Schweizer Buchhändler- und Verlegerverbands für CH insgesamt acht Jahre an. Seit 2016 sitzt sie für die SP im Grossen Rat. Auf der Nationalratsliste der SP Thurgau erreichte sie vor drei Jahren den ersten Ersatzplatz. Weitere Kandidaten könnten Benjamin Stricker (*1978) oder Lisa Landert sein. Geograf Stricker war 2013 für Landert nachgerückt und wirkte bis vergangenen Fe-bruar im Gemeinderat. Landert ihrerseits war 2005 für Urs Müller nachgerückt. Höhepunkt ihrer acht Ratsjahre war das Präsidium 2010/11. Die Agronomin mit Jahrgang 1985 lebt im Schaffhausischen, arbeitet als Winzerin und in der Regionalentwicklung.

Erste Termine der Parteien sind fixiert

Die Gruppierung Chrampfe & Hirne trifft sich am 23.August zu ihrer ordentlichen Quartalszusammenkunft. Dann werden das weitere Vorgehen und der Zeitplan besprochen. Bei der SP ist schon seit längerem eine Findungskommission auf Kandidatensuche. Erste Gespräche fanden bereits statt. Die Sozialdemokraten laden am 28.September zur Nominationsveranstaltung. Auch die SVP ist im Begriff, eine Findungskommission zu bilden. Die Nomination der Stadtratskandidatur geht am 2.November zusammen mit den Nominationen für die Gemeinderatswahlen 2019 über die Bühne. (ma)

SVP-Stadtpartei-Präsident Andreas Elliker. (Bild: PD)

SVP-Stadtpartei-Präsident Andreas Elliker. (Bild: PD)

Bei der SVP muss man nicht lange suchen, um den Spitzenkandidaten für Ruedi Hubers Nachfolge zu finden. Andrea Elliker heisst er und wohnt wie Huber auch in Frauenfelds «Wildem Westen». Als Präsident der SVP-Stadtpartei und Vizefraktionspräsident ist er die gewichtigste Stimme der Ratrechten. Seit 2011 ist der Bio-Landwirt (Jahrgang 1986) mit eigenem Hof im Gemeinderat und dabei dossiersicher. Demselben Berufsstand gehört René Gubler an. Der 47-Jährige mit eigenem Hof wirkte ab 1999 während 13 Jahren im Gemeinderat. Zudem sitzt Gubler seit 2008 im Grossen Rat und gehört dem SVP-Kantonalvorstand an. Gubler, dessen Name schon bei der Nachfolge Werner Dickenmanns fiel, war Ellikers Vorgänger als Parteipräsident und ist Mitglied des Bürgerrats der Bürgergemeinde. Bei der SVP muss man auch den politisch bisweilen polarisierenden Hermann Lei auf der Liste haben. Im Gemeinderat hatte er in den Jahren 2007 und 2008 Einsitz. Seither politisiert der Rechtsanwalt (Jahrgang 1972) mit eigener Kanzlei im Grossen Rat. Ebenfalls wählbar wäre SVP-Fraktionspräsident Christoph Tschanen, Inhaber einer Baufirma, der seit 2011 Gemeinderat ist.

Einzig die SVP hat einen ganzen Stadtrat

Majorzwahlen wie für den Stadtrat sind Personenwahlen. Gleichwohl lassen sich mit den Resultaten der Gemeinderatswahlen 2015 Zahlenspielereien anstellen. Wenn man sagt, dass es für einen Stadtrat (des fünfköpfigen Gremiums) acht Sitze im 40-köpfigen Gemeinderat braucht, kommt als Partei einzig die SVP mit zehn Mandaten auf ein ganzes Exekutivmitglied. Beim Stadtratsmitglied von CH und der FDP (je sieben Sitze) fehlt nicht viel zu einem ganzen Stadtrat, höchstens eine Hand. So gesehen hätten CVP und SP mit je vier Gemeinderäten nur einen halben Stadtrat zugute. Schaut man die Fraktionsstärken an, hat die Fraktion CH/Grüne/GLP mit zehn Mandaten ihren Stadtratssitz auf sicher. Die Fraktion CVP/EVP (sieben Sitze) käme so auch aufs einhändige Stadtratsmitglied. Eine andere Grösse sind die Stärken der Listenverbindungen bei den Gemeinderatswahlen vor drei Jahren. Aufgrund der Parteistimmen im Verhältnis zum Parteistimmen-Total hätte die Rechte (Listenverbindung SVP, EDU) 1,29 Stadträte verdient. Die Linke (Listenverbindung CH, Grüne, GLP, SP) käme demnach auf 1,69 Stadträte. Die Mitte (Listenverbindung FDP, CVP, EVP) hat bei dieser Rechnung am meisten Stadtrat, nämlich 1,75. (ma)

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