Ihr Knochensplitter wird nicht als Unfallfolge angesehen: Weshalb diese junge Thurgauerin vor Bundesgericht abgeblitzt ist

Seit einem Autounfall leidet eine Sirnacherin unter chronischen Nackenschmerzen – verursacht durch einen Knochensplitter neben dem Halswirbel. Gegen die Suva zieht sie bis vor Bundesgericht.

Larissa Flammer
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Unfallopfer Sarah Bill und ihr Vater vor dem Thurgauer Verwaltungsgericht.

Unfallopfer Sarah Bill und ihr Vater vor dem Thurgauer Verwaltungsgericht.

(Bild: Andrea Stalder)

Die Ausgangslage: Ein knapp acht Millimeter langes Knochenstückchen neben dem zweiten Halswirbel verursacht bei Sarah Bill chronische Nackenschmerzen. Die gelernte Elektromonteurin aus Sirnach musste deshalb ihren Beruf aufgeben. Der strittige Punkt: Für die Thurgauerin ist klar, der Knochen splitterte 2008 bei einem Autounfall. Die Suva, bei der Bill gegen Unfallfolgen versichert war, geht jedoch von einem Geburtsfehler aus.

Bei dem Autounfall war Bill Beifahrerin. Wird der Unfall als Ursache ihrer Schmerzen anerkannt, könnte sie gegen den Fahrer vorgehen.

Sechs Jahre nach dem Unfall schloss die Suva den Fall ab und stellte die Versicherungsleistungen ein, eine Einsprache wies sie ab. Vor dem Thurgauer Verwaltungsgericht erhielt Sarah Bill zuerst teilweise recht, die Suva musste ein versicherungsexternes orthopädisches Gutachten einholen und über die Leistungspflicht neu entscheiden. Aber auch danach hielt die Versicherung an ihrem Entscheid fest, eine erneute Beschwerde wies das Verwaltungsgericht ab. Jetzt hat sich auch das Bundesgericht mit dem Splitter befasst.

Widersprüche bei Unfallhergang und Angaben

In ihrem kürzlich veröffentlichten Urteil erklären die Bundesrichter, die von der Suva verfügte Leistungseinstellung als nicht zu beanstanden. Die Beschwerde sei abzuweisen, die Gerichtskosten von 800 Franken werden Sarah Bill auferlegt.

Im Urteil wird unter anderem festgehalten, dass der Unfallhergang widersprüchlich sei. Entweder hat sich das Auto, in dem Bill mitfuhr, überschlagen oder es ist zur Seite und wieder auf die Räder gekippt. Auch gebe es Widersprüche zwischen den Aussagen der Thurgauerin und der Einsatzdokumentation des Rettungsdienstes. Was die Beschwerdeführerin vorbringe, überzeuge nicht.

Urteil: 8C_623/2019