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IHK Thurgau bekämpft den Informatiker-Mangel

Der Präsident der Industrie- und Handelskammer Thurgau plädiert für einen «Digital Campus». Petra Gössi, Präsidentin der FDP Schweiz setzt an der Generalversammlung politische Akzente.
Martin Sinzig
Christian Neuweiler und Petra Gössi. (Bild: PD/Kirsten Oertle)

Christian Neuweiler und Petra Gössi. (Bild: PD/Kirsten Oertle)

Als starke Stimme, die Gehör finde, würdigte Regierungsratspräsidentin Cornelia Komposch den Wirtschaftsverband, der nächstes Jahr bereits seinen 150. Geburtstag feiert. «Es braucht Persönlichkeiten wie Sie, die etwas bewegen und umsetzen», sagte Komposch vor 300 Anwesenden an der Generalversammlung, darunter 232 Vertreter von 160 Mitgliedfirmen.

Mit Blick auf die regierungsrätliche Langzeitstrategie «Thurgau 2040» beschwor die Magistratin die Tradition des Miteinander. Es gelte, den Wirtschaftsstandort weiterzubringen und unter anderem dem «brain drain» entgegenzuwirken.

Partizipationsscheine für Hochschulinstitut

Dieser «brain drain» bereitet der Industrie- und Handelskammer (IHK) Sorgen, wie Präsident Christian Neuweiler deutlich machte. In seiner Ansprache beklagte er vor allem den Mangel an Informatik-Fachleuten. Es stelle sich die Frage, wie die Schweiz so die rasch voranschreitende Digitalisierung bewältigen könne.

Darum gelte es, jetzt die Weichen zu stellen. Neuweiler sagte:

«Wenn wir verhindern wollen, dass es nur in Zürich und in Berlin genügend Informatiker gibt, dann müssen wir in unserem Kanton ein digitales Zentrum aufbauen.»

Dieser «Digital Campus» soll als Hochschulinstitut in der Lage sein, auf einem Spezialgebiet angewandte Forschung und Entwicklung zu betreiben sowie Informatiker auszubilden. Zusammen mit dem Verein «Smarter Thurgau» will die IHK Thurgau im Auftrag des Regierungsrates bis im Herbst ein Grobkonzept für einen «Digital Campus Thurgau» ausarbeiten, wie Neuweiler ausführte.

Auch die nötigen Mittel für ein solches Vorhaben seien vorhanden. Der Thurgau horte seit der Ausgabe von Partizipationsscheinen der Thurgauer Kantonalbank einen Schatz von rund 127 Millionen Franken. Die IHK sei davon überzeugt, dass man dieses Geld mutig investieren sollte.

Petra Gössi: liberale Stimme in Umweltfragen

Massgeblich zum Erfolg und zur Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft trage der Rahmenvertrag mit der EU bei, führte Neuweiler weiter aus. Mit Blick auf die klimapolitische Diskussion warnte er vor einer Umweltpolitik, welche die Wirtschaft abwürge. Die bürgerlichen Parteien täten gut daran, vor allem auf den technologischen Fortschritt zu setzen.

Petra Gössi, Nationalrätin und Präsidentin der FDP Schweiz, bekräftigte beim anschliessenden Polit-Talk, es brauche eine liberale Stimme in Umweltfragen, sonst führe die Politik nur noch zu Verboten. In Sachen Rahmenabkommen sei es nicht Aufgabe einzelner Bundesräte, sondern des Gesamtbundesrates, die Führungsrolle zu übernehmen, sagte Gössi im Gespräch mit Hanspeter Trütsch, dem ehemaligen Bundeshausredaktor des Schweizer Fernsehens.

Peter Spuhler wird Ehrenmitglied

Mit der Ernennung zum Ehrenmitglied würdigte die IHK-Generalversammlung das Engagement des Bahnunternehmers Peter Spuhler für die Ostschweiz und für die Wirtschaft.

Sechs neue Vorstandsmitglieder wurden gewählt: Giuseppe Chillari, Produktionsleiter der Mowag, Kreuzlingen; Thomas Koller, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Thurgauer Kantonalbank; Kristiane Vietze, FDP-Kantonsrätin und Generalsekretärin der Baumer Group, Frauenfeld sowie als Vertreter regionaler Arbeitgeberverbände: Pablo Moirón, Roland Studer und Attila Wohlrab.

Die bisherigen Vorstandsmitglieder sowie der Präsident wurden für eine weitere Amtsdauer von vier Jahren bestätigt. Nach 16 Jahren Vorstandstätigkeit verabschiedet wurden Peter Muri und Peter Rohner, nach sieben Jahren Jürg Kocherhans und nach dreieinhalb Jahren Heinz Huber. (msi.)

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