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Igel im Thurgau: Es ist zum Einrollen

Das trockene Jahr 2018 setzt dem Igel zu. Doch nicht nur das Klima erschwert dem Insektenfresser das Leben. Das Sterben der Insekten verknappt sein Nahrungsangebot, in aufgeräumten Privatgärten findet er kaum Unterschlupf.
Sebastian Keller
Die Welt ist für Igel nicht immer ein gemütlicher Ort. (Bild: PD)

Die Welt ist für Igel nicht immer ein gemütlicher Ort. (Bild: PD)

Der Igel ist seltener geworden: Diese erste Tendenz aus der Volkszählung der Säugetiere bestätigen Organisationen, die sich dem Wohl des Insektenfressers verschrieben haben. 2018 war für den Igel ein Jahr zum Einrollen. Die Trockenheit setzte ihm zu.

«Die Tiere fanden kein Wasser, keine Würmer und Schnecken», sagt Ursula Graf von der Igelstation Frauenfeld. Viele kleine Igel – «geradeso gross wie ein Hühnerei» – wurden zur Station gebracht. Weil es den Muttertieren an Wasser mangelte, konnten sie den Nachwuchs nur schlecht mit Milch ernähren. In der Station schöppelte man sie.

Die Mitarbeiterin der Igelstation geht davon aus, dass dennoch viele verendeten. Das dürftige Nahrungsbuffet wirkte sich auf den Winterschlaf aus. «Wir gehen davon aus, dass viele Igel unterernährt in den Winter gingen», sagt Graf.

Nicht genug angefressen

Jungtiere müssten ein Gewicht von mindestens 600 Gramm aufweisen; erwachsene Igel mindestens ein Kilo. Das ist im Heft «Überwintern – 31 grossartige Strategien» zu lesen. Das Naturmuseum Thurgau zeigte unlängst eine Ausstellung. Wegen der Kargheit fanden wohl nicht alle Tiere den Winterschlaf. Dieser ist ohnehin kein Wellnessurlaub, sondern ein Kraftakt. Abgemagert und hungrig kommt der Igel aus dem Winterschlaf.

Wer dieser Tage einem Igel –schlank wie ein Pariserbrot – begegnet, dürfe ihm Futter anbieten. «Etwa Dosenfutter für Katzen», sagt Ursula Graf. Bernhard Bader vom Verein Pro Igel ergänzt: Das Schälchen soll nicht dauerhaft draussen platziert werden. «Permanente Futterstellen sind Umschlagplätze für Parasiten.»

Das Nahrungsangebot wird knapper

Nicht nur das Klima macht dem Igel zu schaffen. «Die Zahl der Insekten nimmt ab», sagt Bader. Das führe zu einer Verknappung des Futters. Die Folgen sind im Vogelreich zu beobachten: «Wegen der fehlenden Insekten sind schon Arten verschwunden.»

Elsi Heierli, Präsidentin des Ostschweizerischen Igelfreunde-Vereins, beobachtet die Entwicklung in den Gärten mit Sorge. «In Steingärten und aufgeräumten Gärten fehlt dem Igel der Unterschlupf.» Igelfreundlicher wäre ein Ast-Laub-Haufen.

Der Ostschweizerische Igelfreunde-Verein sucht Betreiber für Igelstationen: www.igelverein.ch

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