Kolumne
Ideenreiche Aficionados

Murgspritzer

Samuel Koch
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Samuel Koch, Redaktor Ressort Frauenfeld & Untersee.

Samuel Koch, Redaktor Ressort Frauenfeld & Untersee.

Vielleicht taucht soeben die Frage auf, weshalb bereits am Dienstag diese Zeilen der Stadt-Kolumne zu lesen sind. Aussergewöhnliche Zeiten erfordern bekanntlich besondere Massnahmen. Ungewöhnliche Umstände erlebten auch die Behörden nach dem Schlusspfiff zum WM-Auftakt der Schweizer Kicker gegen das gelb-blaue Starensemble vom Zuckerhut.

Ob das Unentschieden nun hatte erwartet werden dürfen oder als Exploit in die Geschichtsbücher eingeht, lassen wir mal offen und lässt sich kaum friedlich zu Ende diskutieren. Sicher ist, dass es sich die Schweizer Fans am Sonntagabend nicht nehmen liessen, das Stadtzentrum zu belagern – vom unsäglichen Hupkonzert mal abgesehen. Und das bei einem Unentschieden!

Jetzt aber zurück zu den Behörden. Der Postkreisel bleibe während der auf eine Stunde beschränkten Feierlichkeiten nach Spielschluss für den Verkehr gesperrt, informierte die Stadt. Sicherheitskonzept und eine Handvoll Polizisten in orangen Leuchtmänteli die Zufahrten zum Postkreisel sperren hin oder her. «Komm, wir gehen zum Holdertorkreisel, dort dürfen die Autos noch durchfahren», machen erfinderische Fussball-Aficionados ab.

Zwar endete der Reigen mit Gehupe, Gesang und Gelächter nach wenigen Minuten. Den einen oder anderen mulmigen Moment dürfte es für die anwesenden Behördenvertreter aber wegen gezündeter Feuerwerkskörper gegeben haben. Da taucht unweigerlich die Frage auf: Was passiert in der Innenstadt, landen die Schweizer in Russland tatsächlich mal einen Exploit und holen einen Sieg?