Ideen sprudelten schon bei der ersten Besichtigung: Der Umbau des «Ochsen» in Wagenhausen ist abgeschlossen, und im Herbst startet das Projekt «Silver Ox»

Im historischen Gasthaus Ochsen werden ab Herbst Jung und Alt gemeinsam Projekte entwickeln. Es gibt dafür bereits drei Eingaben. Baulich ist alles bereit. Am Freitag wurde dies gefeiert

Thomas Güntert
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Bauherrin Eveline Herzer bekommt von Architekt Harry Müller Blumen.

Bauherrin Eveline Herzer bekommt von Architekt Harry Müller Blumen.

(Bild: Thomas Güntert)

Der Umbau ist fertig, das innovative Projekt kann starten. So fanden am Freitagabend geladene Gäste im ehemaligen Gasthaus Ochsen in Wagenhausen zusammen, um den Abschluss der Umbauarbeiten zu feiern. Bauherrin Eveline Herzer dankte dem Architekturbüro Müller für die Planung. Harry Müller erinnerte sich in seiner Ansprache, wie er vor vier Jahren der Steckborner Ärztin die Liegenschaft empfohlen hatte und wie bei ihr bereits nach der ersten Besichtigung die Ideen sprudelten. Das Gasthaus wurde im Jahr 1675 erstmals urkundlich erwähnt und besteht seit 1703 in der heutigen Form. In den letzten Jahrzehnten wurde es mit einem kombinierten Hotelbetrieb geführt.

Aussenansicht des umgebauten «Ochsen».

Aussenansicht des umgebauten «Ochsen».

(Bild: Thomas Güntert)

Im Oktober 2017 begann die 30-monatige Umbauphase, in der sechs Mietwohnungen und eine Ferienwohnung entstanden sowie die ehemalige Gaststube zum individuell nutzbaren Raum umgebaut wurde. Rund 80 Prozent der Bauarbeiten seien an Unternehmen aus der Region vergeben worden.

«Das Haus hat viel Geld gekostet, von dem man nicht viel sieht.»
Bauherrin Eveline Herzer.

Bauherrin Eveline Herzer.

(Bild: Thomas Güntert)

Das sagte Bauleiter Viktor Tanner und fügte an, dass das Haus praktisch ohne Fundament auf Sand gebaut ist. Weil die 60 Zentimeter breiten Mauern lediglich 30Zentimeter in den Boden ragten, musste das Fundament unterfangen werden, indem sechs anderthalb Meter lange Betonplatten einen Meter tief in den Boden gesetzt wurden. «Das war eine langwierige und schwierige Aufgabe», sagte Tanner. Eine weitere Herausforderung war der sichtbare Dachstuhl, der unterdimensioniert und teilweise morsch war. Um das Dachgeschoss überhaupt bewohnbar zu machen, musste der komplette Dachstuhl wärmeisoliert werden.

Erste Mietwohnung ist schon weg, Ferienwohnung ausgebucht

Bauleiter Viktor Tanner (rechts) führt die Besucher durch den Umbau.

Bauleiter Viktor Tanner (rechts) führt die Besucher durch den Umbau.

(Bild: Thomas Güntert)

Mit dem generationenübergreifenden «Silver Ox»-Projekt soll das Haus nun mit Leben gefüllt werden. Die Wohnungen sollen an erfahrene Leute der Silberhaar-Generation vermietet werden, die ihre berufliche und Lebenserfahrung an innovative junge Leute weitergeben möchten. Während einer «100 Day Challenge» wird einem Team die für vier Personen ausgerichtete Ferienwohnung und die ehemalige Gaststube kostenlos zur Verfügung gestellt, um ein geniales Projekt zu entwickeln. Es wurden drei interessante Projekte eingereicht, und das Patronat wird in den nächsten zwei Wochen entscheiden, welches Team im Herbst einziehen darf. Ebenfalls im Herbst wird ein älteres Ehepaar aus Kilchberg die erste Wohnung beziehen. Zudem ist die Ferienwohnung bis zum Projektstart bereits ausgebucht.

«Silver Ox»-Tag der offenen Tür: Sa, 4.Juli, 9 bis 13 Uhr.

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