Interview

«Ich will nicht bloss meines Geschlechts wegen gewählt werden»: Sandra Marolf will im Wahlkampf um den Stadtratssitz in Steckborn mit ihren Qualitäten punkten

Seit jeher wohnt Sandra Marolf in Steckborn. Die 32-jährige Controllerin arbeitet seit ihrer Ausbildung bei der Bernina International AG und hat klare Vorstellungen davon, was sie im Amt als mögliche Nachfolgerin Gregor Romingers im Stadtrat von Steckborn für Ziele verfolgt.

Samuel Koch
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Sandra Marolf an ihrem Lieblingsplatz im Städtli: beim Feldbach mit Blick auf den Untersee und die historische Altstadt.

Sandra Marolf an ihrem Lieblingsplatz im Städtli: beim Feldbach mit Blick auf den Untersee und die historische Altstadt.

Bild: Andrea Stalder

Sie sind eine von vier parteilosen Kandidierenden. Wo würden Sie sich politisch einordnen?

Sandra Marolf: Mitte-rechts, liberal, irgendwo zwischen FDP, CVP und GLP. Ein Beitritt zu einer Ortspartei hat sich bisher aber noch nicht ergeben.

Warum nicht?

Ich will nichts überstürzen und nicht nur einer Partei beitreten, um eine Wahl zu gewinnen.

Einen Beitritt schliesse ich aber nicht kategorisch aus.

Glauben Sie, dass dem Stadtrat eine weitere Frau guttut?

Ja, gut vorstellbar. Ich bin aber eine klare Gegnerin von Frauenquoten.

Von der Wahrscheinlichkeit her haben Sie und die anderen zwei Frauen gute Chancen auf einen Wahlerfolg?

Persönlich finde ich, dass Kandidatinnen gewählt werden sollen, weil sie geeigneter sind als andere und nicht bloss wegen des Geschlechts.

Was hebt sich von den anderen Kandidierenden ab?

In Steckborn kennt man mich, und ich kenne Steckborn sehr gut.

Wann haben Sie den Entschluss gefasst, für den freien Stadtratssitz zu kandidieren?

Eigentlich habe ich schon vor fünf Jahren mit dem Gedanken gespielt.

Damals war ich aber noch zu jung.

Jetzt glaube ich, dass ich genug Erfahrung habe, um meinen Beitrag zu leisten.

Welchen Beitrag würden Sie dann leisten wollen?

Für mich ist es das oberste Ziel, die Lebensqualitäten zu erhalten und, wo möglich, zu steigern.

Wie wollen Sie das anstellen?

Ich kenne Steckborn sehr gut und habe genügend Kenntnisse aus der Wirtschaft für eine optimale Ressourcenallokation.

Was bedeutet das?

Um mit dem vorhandenen Steuerfranken für die ganze Bevölkerung den grösstmöglichen Mehrwert zu schaffen.

Dann würde kaum Geld aus der Stadtkasse in ein Projekt «Steckborn plus» fliessen. Was sagen Sie zum Knatsch der letzten Zeit?

Ich war bei den Streitigkeiten nicht dabei und will mich als Aussenstehende zu den Unstimmigkeiten nicht äussern. Wegen meiner betriebswirtschaftlichen Erfahrung bin ich der Meinung, dass es oft zu Reibereien kommt bei unklar geregelten Aufgabengebieten und Kompetenzen. Darum befürworte ich eine Revision der Gemeindeordnung.

Was sind andere Themen, die Sie als Stadträtin anpacken möchten?

Der Sportplatz ist meiner Meinung nach wichtig für Steckborn, keine Frage. Aber es geht auch um die ganze Ortsplanungsrevision, denn Steckborn darf nicht mit zu vielen Wohnblocks verbaut werden. Das ist einerseits für die Landschaft unschön, andererseits entsteht ein Überangebot auf dem Wohnungsmarkt.

Die fünf Kandidierenden stellen sich am Donnerstagabend ab 19 Uhr den Fragen von Moderator David Angst, Chefredaktor dieser Zeitung. Das Podiumsgespräch findet in der Aula der Schule Feldbach statt.

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