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Rumänien-Auswanderin aus Frauenfeld: «Ich lebe gesünder und weniger hektisch»

Vor zwei Jahren radelte Janine Holenstein von Frauenfeld nach Rumänien, im März liess sie sich in Sulina nieder, der einzigen Stadt innerhalb des rumänischen Teils des Donaudeltas. Über ihr Abenteuer spricht die 59-Jährige am Sonntag im Radio SRF.
Samuel Koch
Janine Holenstein in ihrem kleinen Haus im rumänischen Sulina. (Bild: PD)

Janine Holenstein in ihrem kleinen Haus im rumänischen Sulina. (Bild: PD)

Frau Holenstein, sprechen Sie Rumänisch?

Ich lerne langsam, verstehe mittlerweile aber schon sehr viel. Zudem sprechen viele junge Rumänen Englisch, ältere Französisch und einige aus Transsylvanien zum Teil sogar Deutsch.

Ist Ihr Leben ein Abenteuer?

Ja, das begleitet mich schon mein ganzes Leben. Ich plane nicht viel, sondern erlebe.

Ich könnte etwa auch keinen Sprachkurs besuchen, sondern tauche lieber komplett in etwas Neues ein.

Waren Sie schon immer eine Weltenbummlerin?

Ja, unsere Mutter hat mich und meine zwei Geschwister schon früh zum Reisen ermuntert. Im Alter von 15, mein Bruder war damals 12, radelte ich alleine mit ihm durch die ganze Schweiz.

Eine Velofahrt war auch der Grund, weshalb Sie nun in Rumänien leben.

Ja, nach der Umrundung der Schweiz folgten viele Velotouren in Frankreich, Deutschland oder den USA. Irgendwann fühlte ich mich bereit für Wilderes und machte mich auf, der Donau entlang bis zum Schwarzen Meer zu fahren.

Und am Donaudelta blieben Sie wortwörtlich hängen.

Ja, ich habe mich sofort wohlgefühlt und Freunde gefunden. Zudem haben sich auch die Lebensumstände in Frauenfeld geändert, sodass es mir leicht fiel, zu entscheiden, nach Rumänien zu ziehen. Das Land hat Qualitäten, die es im Westen nicht mehr gibt.

Wie meinen Sie das?

Das Leben ist weniger hektisch als in der Schweiz. Man lebt und arbeitet langsamer, fühlt sich lockerer und entspannter. Ich empfinde das Leben hier als deutlich gesünder.

Welchen Bezug haben Sie noch zu Frauenfeld?

Ich halte mit vielen Freundinnen Kontakt, entweder übers Internet oder sie kommen mich in Sulina besuchen.

Was vermissen Sie am Leben in der Schweiz?

Eigentlich nichts. Wobei: Einen guten Schweizer Käse vermisse ich manchmal schon. Mittlerweile gibt es aber auch in den rumänischen Läden feinen Käse.

Wovon leben Sie in Sulina?

Ich bin in ein funktionierendes Netzwerk eingetaucht und biete mit einem rumänischen Geschäftspartner touristische Velo- und Kajaktouren durchs riesige Donaudelta an.

Das Biosphärendelta ist mit rund 5800 Quadratkilometern das zweitgrösste Europas und bietet ein unglaublicher Reichtum an Leben.

Beschreiben Sie Sulina?

Im altehrwürdigen Hafenstädtchen am Schwarzen Meer leben etwa 2500 Menschen. Es ist nur mit dem Schiff zu erreichen, aber es gibt dort alles, was es zum Leben braucht. Und brauchen wir mal etwas Spezielles, gehen wir nach Tulcea, das von der Grösse her vergleichbar ist mit Winterthur.

Wie beschreiben Sie die Mentalität der Rumänen?

Das Leben ist noch einfacher als in der Schweiz, näher an der Natur. In Rumänien ist es ganz normal, dass es bei einem fünfstöckigen Wohnblock keinen Lift hat, und man Treppensteigen muss.

In den Grossstädten boomt es zwar, in Sulina läuft die Uhr aber noch etwas langsamer als sonst.

Könnten Sie sich vorstellen, irgendwann wieder zurück in die Schweiz zu ziehen?

Ich erlebe gerade eine sehr spannende Zeit und bin generell jemand, der möglichst wenig plant.

Wie ist es dazu gekommen, dass Sie im Radio SRF 1 auftreten?

Mein Freund Eugen Benz (Anm. ehemaliger Redaktor der «Frauenfelder Woche») besuchte mich kürzlich und hat mich ohne mein Wissen bei der Sendung angemeldet.

Wie haben Sie sich darauf vorbereitet?

Gar nicht. Ich kannte die Sendung bisher nicht und lasse mich ins kalte Wasser werfen.

«Die fünfte Schweiz» mit Janine Holenstein, So., 9. Dezember, 11.30 Uhr, Radio SRF 1.

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