«Ich kaufe nur noch einmal wöchentlich das Wichtigste ein.»

Umfrage: So arrangieren sich Passanten aus der Region Frauenfeld mit der ausserordentlichen Lage wegen der Corona-Krise

Andreas Taverner
Hören
Drucken
Teilen
Neuer Alltag: Leere  Zürcherstrasse in Frauenfeld.

Neuer Alltag: Leere  Zürcherstrasse in Frauenfeld. 

(Bild: Andrea Stalder)
Dominik Gehler, Schulleiter in Müllheim aus Steckborn

Dominik Gehler, Schulleiter in Müllheim aus Steckborn

(Bilder. Andreas Taverner)

Stille herrscht im Primarschulhaus Wiel am Freitagvormittag. Für Dominik Gehler, den 35-jährigen Schulleiter der Primarschule Müllheim aus Steckborn, ist es ruhiger geworden. «Ich arbeite eigentlich normal weiter», meint er. So entwickelt er die Schulprogramme und erledigt administrative Arbeiten. «Angepasst an die ausserordentliche Lage», wie er bemerkt. Da klingelt das Telefon, und Gehler geht wieder in sein Büro.

Peter Siegwart, Landwirt in Pfyn.

Peter Siegwart, Landwirt in Pfyn.

Für den 53-jährigen Peter Siegwart, Landwirt von Beruf in Pfyn, hat es keine grossen Veränderungen wegen des Corona-Virus gegeben. Mechanisch Unkraut bekämpfen, die Äcker für die Zuckerrüben bereit machen und düngen. Bezüglich einheimischer angebauter Kulturen meint er: «Ich hoffe, dass der Wert unserer Arbeit nun wieder mehr geschätzt wird, und dass Konsumenten unsere Produkte wieder vermehrt kaufen.»

Marisa Kummer, Pensionärin aus Unterhörstetten.

Marisa Kummer, Pensionärin aus Unterhörstetten.

Die frühpensionierte 62-jährige Marisa Kummer aus Unterhörstetten kommt gerade vom Einkauf zurück. Sie hat ihr Einkaufsverhalten der Lage angepasst. «Ich gehe nun nicht mehr einfach ‹lädele›, sondern halte mich an meine Einkaufsliste.» So kaufe sie nur das Wichtigste einmal die Woche ein. «Ich meide auch so gut als möglich Kontakte, zum Beispiel mit meiner Tochter, die als Medizinische Praxisassistentin arbeitet.»

Frank, Beck, Geschäftsführer in Frauenfeld aus Wil.

Frank, Beck, Geschäftsführer in Frauenfeld aus Wil.

Frank Beck, der 63- jährige Geschäftsführer aus Wil SG des Spezialitätengeschäftes Giardino del vino in Frauenfeld, hat erste Sorgen bezüglich des Ostergeschäftes. Trotzdem findet er auch einen positiven Aspekt in der angespannten Situation. «Die Leute wählen bewusster kleinere, lokale Geschäfte wie unseres aus», stellt er zufrieden fest. «Trotzdem machen wir weniger als 50 Prozent des normalen Umsatzes.»

Guido Stadelmann, Spitalgärtner in Frauenfeld aus Märstetten.

Guido Stadelmann, Spitalgärtner in Frauenfeld aus Märstetten.

Guido Stadelmann ist Leiter der Spitalgärtnerei in Frauenfeld. Er macht sich nicht so viele Sorgen, solange Abstand gehalten wird. «Bei drei Personen können wir problemlos die zwei Meter einhalten», sagt der 57-Jährige aus Märstetten. Zwar sei das Einkaufen derzeit etwas eingeschränkt. Doch viel mehr Sorgen bereiten ihm seine Gärtnerkollegen. «Sie haben grosse finanzielle Probleme, denn jetzt beginnt die Saison.»