Interview

«Ich kann in komplexen Situationen einen Konsens finden»: Jack Rietiker will als lösungsorientierter Machertyp überzeugen

Mit seiner Familie wohnt Jack Rietiker auf einem Bauernhof im Härdli mit Hund, Katzen und Alpakas. Der 52-jährige Ingenieur und Psychologe weiss aber auch andere Steckenpferde aufzuweisen.

Samuel Koch
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Jack Rietiker mit den Alpakas seiner Familie an seinem Wohnort hoch über Steckborn.

Jack Rietiker mit den Alpakas seiner Familie an seinem Wohnort hoch über Steckborn.

Bild: Andrea Stalder

Wie würden Sie sich beschreiben?

Jack Rietiker: Ich bin ein Machertyp. Jemand, der lösungsorientiert arbeitet und entscheidet.

Tönt optimal für ein politisches Amt.

Ich denke, ja. Meine berufliche Entwicklung, mittlerweile leite ich eine Bildungsorganisation, vereinfacht mir, verschiedene Interessen abzuholen und darauf abgestützt Entscheide zu fällen.

Das öffnet aber auch Tür und Tor für Fehler.

Im Nachhinein ist man doch immer klüger. Entscheidend ist, dass man dieselben Fehler nicht wieder macht.

Warum sollen die Steckborner genau Sie wählen?

Ich bringe einen grossen Rucksack aus dem Geschäftsleben mit und eine Aussensicht in den Stadtrat. Zudem kann ich in komplexen Situationen einen Konsens finden.

Was sagen Sie zu den Querelen der letzten Monate?

Für einen Streit um Verantwortlichkeiten braucht es immer zwei. Dass es bei einer neuen Führung Abgänge gibt, ist nicht ungewöhnlich. Weitere sollen nun vermieden werden.

Bei der Zusammenarbeit von Menschen kann es immer zu Reibungsverlust kommen.

Ich denke jedoch, dass frische Luft dem Stadtrat guttun und die nötige Ruhe reinbringen kann.

Was hätten Sie als Stadtrat anders gemacht?

Das ist von aussen unmöglich zu beurteilen. Ich stehe sicher für eine offene und transparente Politik und Kommunikation.

Sie treten als einer von fünf Parteilosen an. Wo würden Sie sich einordnen?

Ich sehe mich nahe der FDP, finde aber auch Umweltthemen wichtig. Vielleicht am ehesten bei der GLP, obwohl ich mich wegen der Parteibüchlein nicht in eine Ecke drängen lassen will. Ich will frei entscheiden.

Mit Moritz Eggenberger kämpfen Sie gegen einen GLPler um Wählerstimmen.

Ich denke nicht, dass das ein Problem sein wird. Ich will mich nicht vergleichen und weiss, wofür ich einstehe.

Wofür ist das?

Für nachhaltige Entwicklung, für ein starkes Gewerbe.

Ich glaube aber auch, dass der Umweltschutz in Steckborn noch Potenzial hat, gerade im Nahverkehr.

Und das Städtli muss etwas gegen den hohen Leerwohnungsbestand machen.

Sie führen mit Ihrer Familie als Hobby einen kleinen Bauernhof. Was gibt Ihnen das?

Das ist ein kleiner, perfekter Ausgleich für die Kopfarbeit. Und, um den Bezug zu Tieren und Natur zu behalten.

Den anderen Kandidaturen widmet sich dieses Medium zu einem anderen Zeitpunkt in loser Reihenfolge.

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