«Ich hatte Glück – im Gegensatz zu vielen anderen»: Der frühere Flüchtling Sarath Maddumage zeigt in Frauenfeld naive Kunst

Die zweite Ausstellung des Singhalesen trägt den Titel Leben statt Überleben. Seine Malerei ist politischer geworden. Es ist nicht mehr nur alles Idylle.

Mathias Frei
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Sarath Maddumage mit einem seiner Bilder.

Sarath Maddumage mit einem seiner Bilder.

(Bild: Mathias Frei)

Er malt, um seine Gefühlswelten auszudrücken. Noch bis zum Wochenende vom 21. und 22. November ist Sarath Maddumages naive Malerei im Untergeschoss der Evangelisch-­methodistischen Kirche in Frauenfeld zu sehen. «Bilder eines Flüchtlings – Leben statt Überleben», so heisst die Schau mit 26 Exponaten, Miniaturen, aber auch grossflächige Bilder, allesamt in Acryl, die grossteils in den vergangenen zwei Jahren entstanden sind. Im Sommer 2018 wagte sich der Singhalese erstmals in die Öffentlichkeit und stellte aus.

Maddumage arbeitet heute als Handwerksmeister bei den SBB, in Sri Lanka galt er als engagierter Gewerkschafter, sass als Oppositioneller zwei Jahre im Gefängnis. Dann gelang ihm 2009 über Nepal die Flucht in die Schweiz. Mit einer Maltherapie bekommt er sein Fluchttrauma in den Griff.

«Heute kann ich malen.»

Weil er nicht mehr auf der Flucht sei, weil die existenzielle Not vorüber ist. Maddumages Kunst ist aber nicht mehr nur Idylle. Er ist politisch geworden, malt die Feuer von Moria und das Ende der Demokratie.

«Leben statt Überleben». Sa/So, 7./8.11., und Sa/So, 14./15.11., 14 bis 17 Uhr. Sa, 21.11., 15 bis 18 Uhr, So, 22.11., 11 bis 17 Uhr. Evangelisch-methodistische Kirche, Altweg 14, Frauenfeld.

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