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Abtretende Thurgauer Grossratspräsidentin: «Ich habe es ungemein genossen»

Am Mittwoch gibt Heidi Grau-Lanz (FDP, Zihlschlacht) das Amt der höchsten Thurgauerin ab. Sie blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Ihre Bilanz in drei Wörtern: Intensiv, herausfordernd und lehrreich.
Sebastian Keller
Heidi Grau-Lanz besuchte währende Ihrer Amtszeit als höchste Thurgauerin über 100 Anlässe - wie etwa ein Pferderennen im Herbst 2017 in Frauenfeld. (Bild: Donato Caspari)

Heidi Grau-Lanz besuchte währende Ihrer Amtszeit als höchste Thurgauerin über 100 Anlässe - wie etwa ein Pferderennen im Herbst 2017 in Frauenfeld. (Bild: Donato Caspari)

Heidi Grau-Lanz, heute übernimmt voraussichtlich Turi Schallenberg das Grossratspräsidium von Ihnen. Mit welchem Gefühl blicken Sie der Wahlsitzung entgegen?

Mit leichter Wehmut, aber auch grosser Dankbarkeit für ein bereicherndes Jahr. Ich habe mich auf das Amt als Grossratspräsidentin eingelassen, mich ein Jahr lang voll in den Dienst des Thurgaus gestellt und ihn mit Stolz vertreten. Für mich waren nicht nur die repräsentativen Aufgaben wichtig, sondern auch, seriös für das Parlament zu arbeiten. Damit die Sitzungen gut verlaufen konnten, waren mir die Vorbereitungen jeweils sehr wichtig.

Mit Frühfranzösisch und dem Fall Hefenhofen geriet der Thurgau in den Fokus der Schweiz. Wie haben Sie dieses Scheinwerferlicht erlebt?

Intensiv, herausfordernd, lehrreich. Hefenhofen, das gebe ich gerne zu, hätte ich nicht gebraucht. Aber diese Sache machte mir auch die Aufgabe bewusst, die ich auszuüben hatte. Diese habe ich nach bestem Wissen und Gewissen ausgeführt. Wegen des Falls Hefenhofen hatte ich Kontakt mit etlichen Medien. Und ich muss sagen: Mir wurde in den meisten Fällen mit grossem Respekt begegnet. Mein Amtsjahr brachte die ganze Bandbreite mit sich: Vom Frühfranzösisch über Hefenhofen bis zum Gastauftritt des Thurgaus an der Olma 2017.

"Hefenhofen, das gebe ich gerne zu, hätte ich nicht gebraucht."

Als Präsidentin des Grossen Rates wurden Sie zu vielen Anlässen eingeladen. An wie vielen konnten Sie tatsächlich präsent sein?

Es waren über 100. Überall wurde ich herzlich empfangen. Dabei ist mir vor allem aufgefallen, wie viele Leute sich ehrenamtlich für den Thurgau einsetzen, in so vielen verschiedenen Bereichen. Manchmal sagte ich zu meinem Mann: Morgen gehe ich an einen Anlass, an dem ich wahrscheinlich niemanden kenne. Doch dann kannte ich überall ein paar Personen. Was mich auch besonders gefreut hat, waren Begegnungen mit Kantonsrätinnen und Kantonsräten ausserhalb des Ratsbetriebes.

Durften Sie auch Neues kennen lernen?

Sehr vieles sogar. Ich durfte an der Eröffnung der Olma dabei sein. Ich war zum Beispiel auch an den Schweizer Electronic-Dart-Meisterschaften in Frauenfeld, wo ich in den mir bislang eher fremden Sport eingeführt wurde. Speziell beeindruckt haben mich alle Anlässe, bei denen die Schweizer Armee beteiligt war. Für mich als Frau, die keinen Armeedienst geleistet hat, waren das ganz besondere Begegnungen. Doch alle Armee-Anlässe waren geprägt von einer galanten Höflichkeit. Da spürt man die Schulung und die gegenseitige Wertschätzung.

Haben Sie einen Tipp für Ihren designierten Nachfolger Turi Schallenberg?

Ich glaube nicht, dass er Ratschläge von mir braucht. Aber ich finde, man soll das Privileg auskosten – und zwar mit allen Sinnen. Sich aber auch stets der Rolle bewusst sein, die man verkörpert. Es ist nicht alles Schalk und Plausch. Wichtig erscheint mir auch, dass man sich selber bleibt. Geniessen darf und soll man das Amtsjahr, keine Frage. Ich habe es ungemein genossen.

Die Wahlsitzung

Am Mittwoch trifft sich der Grosse Rat um 9.30 Uhr zur öffentlichen Wahlsitzung im Rathaus Frauenfeld. Als Grossratspräsident nominiert ist Turi Schallenberg (SP, Bürglen), als Vizepräsident Kurt Baumann (SVP, Sirnach). Ferner steht die Wahl der Regierungspräsidentin an. Nominiert ist Cornelia Komposch (SP), als Vizepräsident Jakob Stark (SVP). Zu Kampfwahlen kommt es bei der Besetzung des Obergerichtspräsidiums. Marcel Ogg (FDP) und Anna Katharina Glauser Jung (SVP) treten gegeneinander an. Weiter traktandiert ist das Amtsgelübde des neuen Generalstaatsanwalts Stefan Haffter sowie zwei Interpellationen. (seb.)

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