«Ich bin guten Mutes, dass wir die richtigen Lösungen finden werden und wieder Ruhe einkehrt»: Stadtrat von Steckborn ernennt Manuela Senn als neue Stadtschreiberin

Der mittlerweile sechsköpfige Stadtrat von Steckborn ernennt die 49-jährige Verwaltungsökonomin Manuela Senn zur neuen Stadtschreiberin von Steckborn ab Februar 2021. Ihr Vorgänger kündigte Mitte Juni nach internen Streitereien mit Stadtpräsident Roman Pulfer.

Samuel Koch
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Die Seestrasse führt mitten durch die malerische Altstadt am Untersee.

Die Seestrasse führt mitten durch die malerische Altstadt am Untersee.

Bild: Andrea Stalder

Seit über vier Monaten ist der Stuhl des Steckborner Stadtschreibers leer. Und er bleibt es für rund drei weitere. Denn seit Donnerstagnachmittag ist klar, dass Manuela Senn die Vakanz der prominentesten Stelle in der Steckborner Stadtverwaltung neu besetzt, jedoch erst ab Februar 2021. Die 49-jährige Verwaltungsökonomin aus Lanzenneunforn hat sich für die Vollzeitstelle im Auswahlverfahren eines Ausschusses des Stadtrates mit einem Vertreter der Verwaltung und der Unterstützung einer Beraterfirma gegen rund 40 Mitbewerber durchgesetzt.

«Manuela Senn bringt eine breite Erfahrung aus verschiedenen Bereichen der öffentlichen Verwaltung, langjährige Führungserfahrung und als ehemalige langjährige Gemeindeschreiberin umfassendes Fachwissen mit», heisst es in der Mitteilung aus dem Stadthaus. Seit rund zwei Jahren leitet Senn das Steueramt in Sirnach. Sie sagt:

Manuela Senn, Steckborner Stadtschreiberin ab Februar 2021.

Manuela Senn, Steckborner Stadtschreiberin ab Februar 2021.

Bild: PD
«Die Steuern gefallen mir auch, doch Schreiberin bin ich mit Herzblut.»

Aber als Schreiberin habe sie viel grössere Möglichkeiten, etwas zu bewegen und aufzubauen.

20 Jahre Erfahrung in der Gemeinde Lengwil

Im Hinterthurgau ist Senn aufgewachsen, hat in Bichelsee die Verwaltungslehre abgeschlossen und später in Bussnang auf den Einwohnerdiensten gearbeitet. Ganze 20 Jahre lang leitete sie als Gemeindeschreiberin die operativen Geschicke in Lengwil. «Ich weiss, wie spannend diese Arbeit sein kann», sagt sie. Dass sie sich gegen so viele Bewerber durchsetzen konnte, sei ihr nicht so wichtig. Senn sagt:

«Viel wichtiger ist mir, dass die berufliche Herausforderung stimmt.»

Den Wellengang der vergangenen Monate in Steckborn mit dem Knatsch habe sie in der Presse verfolgt. «Ich glaube aber, dass die Differenzen lösbar sind», sagt Senn. Sonst hätte sie sich nicht um die Stelle beworben. «Ich gehe ohne Vorurteile in Richtung Steckborn», sagt sie mit grosser Vorfreude. «Ich bin guten Mutes, dass wir die richtigen Lösungen finden werden und wieder Ruhe einkehrt», sagt sie.

Roman Pulfer, Stadtpräsident Steckborn, FDP.

Roman Pulfer, Stadtpräsident Steckborn, FDP.

Bild: Reto Martin

Stadtpräsident Roman Pulfer gibt auf Anfrage nur schriftlich Auskunft. Der gesamte Stadtrat freue sich auf die Zusammenarbeit mit Senn. Eine Wiederaufnahme des wegen der Querelen aufgegleiste und seit der Kündigung von Senns Vorgänger Hanns Wipf sistierte Projekt «Steckborn plus» ist nicht geplant. Pulfer schreibt:

«Der Stadtrat hat beschlossen, eine Kommission respektive Arbeitsgruppe zur Revision der Gemeindeordnung einzusetzen.»

Sie soll ihre Arbeit Anfang 2021 aufnehmen. Denn aus der Stadtverwaltung wird Manuela Senn darin als neue Stadtschreiberin ebenso mitwirken.

Stadträtin Kathrin Mancuso übernimmt das Bauressort

Kathrin Mancuso, neue Stadträtin Steckborn, parteilos.

Kathrin Mancuso, neue Stadträtin Steckborn, parteilos.

Bild: Reto Martin

Nach der ersten Stadtratssitzung der neu gewählten Stadträtin Kathrin Mancuso vom Montagabend ist klar, dass sie das Ressort Bauten, Werke und Raumordnung von Vorgänger Gregor Rominger übernimmt. Die restlichen Ressorts bleiben unverändert: Markus Michel (Kultur, Sport, Freizeit), Franz Reithofer (Soziale Wohlfahrt, Fürsorge), Micha Ruh (Öffentliche Sicherheit) und Jonas Füllemann (Wirtschaft und Tourismus).

Letzterer wurde nach dem Rücktritt von Michaela Dähler als neuer Vizestadtpräsident gewählt. Auf die Frage nach unterschiedlichen Meinungen zur Ressortverteilung meint Stadtpräsident Pulfer: «Das Amtsgeheimnis und das Kollegialitätsprinzip stehen der Beantwortung dieser Frage entgegen.»

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