Interview

«Ich bin ebenfalls frisch und progressiv unterwegs»: Moritz Eggenberger will in Steckborn den vakanten Stadtratssitz holen

Im Rennen um die Vakanz im Stadtrat von Steckborn ist Moritz Eggenberger (33, GLP) kein unbeschriebenes Blatt. Er äussert sich zu seiner Motivation, seinen Zielen und den Querelen in der Stadtverwaltung.

Samuel Koch
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Moritz Eggenberger an seinem Lieblingsort im Städtli: dem Kehlhofplatz.

Moritz Eggenberger an seinem Lieblingsort im Städtli: dem Kehlhofplatz.

Bild: Donato Caspari

Herr Eggenberger, sind Sie überrascht über die vier weiteren Kandidaturen?

Moritz Eggenberger: Ja, das hätte ich nach meiner frühen Bekanntgabe Anfang Juni nicht gedacht. Ich freue mich aber, dass die Wähler eine Auswahl haben.

Sie kennen den Wahlkampf in Steckborn. Ist das ein Vor- oder ein Nachteil?

Ich bin froh, dass ich im Wahlkampf ums Stadtpräsidium vor zwei Jahren ohne Parteiunterstützung 178 Stimmen holen konnte.

Ich habe damals viel gelernt, was ich als klaren Vorteil einschätze.

Zudem war für mich schon nach dieser Niederlage klar, dass ich mich bei nächster Gelegenheit wieder aufstellen lassen würde.

Damals noch als parteiloser Kandidat, gehen Sie jetzt für die GLP in den Wahlkampf. Warum?

Die Grünliberalen passen am besten zu meinen Werten. Ich bin ebenfalls frisch und progressiv unterwegs und will mich für ein modernes und nachhaltiges Steckborn einsetzen. Ökologie, Wirtschaftsförderung und eine saubere Politik liegen mir dabei besonders am Herzen.

Warum sollen die Wählerinnen und Wähler genau für Sie an die Urne gehen?

Gegenüber meinem Wahlkampf vor zwei Jahren bin ich kein neuer Handschuh. Ich bin ein Macher, bin greifbar und stehe zu dem, was ich sage. Es liegt mir etwas an Steckborn und seinen Einwohnern, und ich setze mich seit vielen Jahren auch ehrenamtlich an Veranstaltungen im Städtli ein, sei es beim Berglauf, beim Sommernachtsfest oder bei der Fasnacht. Die Wähler sollen für mich stimmen, weil sie auch politisch den Menschen sehen, den sie kennen, und ich mich für ihre Anliegen einsetze.

Sie spienzeln auf den Stadtratssitz von Gregor Rominger, der wegen eines Knatsches zurückgetreten ist. Was ist Ihre Meinung zu den Querelen der vergangenen Wochen und Monate?

Ich habe die Spannungen durch den Machtkampf von aussen auch mitbekommen.

Die ganze Entwicklung finde ich amateurhaft.

Vor allem bedenklich finde ich, dass dieser Streit in der Öffentlichkeit ausgetragen wurde.

Mit Ihnen im Stadtrat soll es wieder ruhiger werden?

Die Aufarbeitung dieses Streits hat mit meiner Wahl nichts zu tun. Ich finde es aber wichtig, die Ursachen zu ergründen und dann den Fokus wieder auf politische Themen zu richten.

Da gibt es mit der Ortsplanung, dem Sportplatz oder dem Schützenhaus einige heisse Eisen im Feuer?

Ja, das sind einzelne Geschäfte. Ich finde aber auch wichtig, übergeordnete Entwicklungen anzugehen wie die demografische Überalterung oder das Gefälle zwischen Stadt und Land. Denn Stillstand heisst für mich Rückschritt.

Den anderen Kandidaturen widmet sich dieses Medium zu einem späteren Zeitpunkt in loser Reihenfolge.

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