Präsidiumsersatzwahl
Seebachtal in Frauenhand: Die Aadorfer Kantonsrätin Sabina Peter Köstli ist mit einem triumphalen Resultat als neue Hüttwiler Gemeindepräsidentin gewählt

Die erfahrene CVP-Politikerin tritt die Nachfolge von Hanspeter Zehnder an, der auf Ende Juli altershalber zurücktritt. Ihre Mitbewerber, die parteilosen Bruno Kaufmann und Roland Schnider. blieben chancenlos.

Mathias Frei
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Die zukünftige Gemeindepräsidentin und ihr noch amtierender Vorgänger: Sabina Peter Köstli neben Hanspeter Zehnder.

Die zukünftige Gemeindepräsidentin und ihr noch amtierender Vorgänger: Sabina Peter Köstli neben Hanspeter Zehnder.

Bild: Reto Martin

Sonntags um 6.15 Uhr ist Sabina Peter Köstli aufgewacht. «Ich habe gut geschlafen», sagt sie. Die Nervosität sei aber danach schon noch gestiegen. Acht Stunden später strahlt die Aadorfer CVP-Kantonsrätin über das ganze Gesicht, nachdem der noch bis Ende Juli amtierende Hüttwiler Gemeindepräsident Hanspeter Zehnder die Resultate des zweiten Wahlgangs um seine Nachfolge bekannt gegeben hat. Die kommunal und kantonal erfahrene Politikerin hat ein fantastisches Resultat gemacht und ist damit erste Gemeindepräsidentin der Seebachtalgemeinde.

Neue Badihüsli am Hüttwilersee

In Hüttwilen kamen nebst der Gemeindepräsidiumsersatzwahl weitere Vorlagen an die Urne. Zu allen Geschäften gaben die Stimmberechtigten mit grossem Mehr ihren Segen. Ja sagten die zu einem Ersatz der Infrastruktur beim Strandbad am Hüttwilersee. Für 910'000 Franken können nun ein neuer Kiosk und ein neues Garderobengebäude gebaut werden. Die bestehende Garderobe datiert von 1936. Auch der revidierte Zonenplan mitsamt Baureglement kam grossmehrheitlich durch. Ja sagte das Stimmvolk zudem zu einer Verstärkung des Elektrizitätsnetzes für 315'000 Franken aufgrund einer neuen grossen Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Firma Nüssli. Die ebenfalls genehmigte Rechnung 2020 schliesst bei einem Ertrag von 6,522 Millionen Franken mit einem Kleinstgewinn von 3300 Franken ab – statt eines budgetierten Defizits. (ma)

Die unterlegenen Kandidaten Bruno Kaufmann und Roland Schnider.

Die unterlegenen Kandidaten Bruno Kaufmann und Roland Schnider.

Bild: Reto Martin

Sabina Peter Köstli haben 571 Stimmberechtigte gewählt. Der amtierende Gemeinderat Bruno Kaufmann (parteilos) kann 78 Stimmen auf sich vereinen, der auswärtige Polit-Quereinsteiger Roland Schnider (parteilos) kommt auf 37 Stimmen. 31 Stimmen gehen an Vereinzelte. Schnider und Kaufmann standen schon im ersten Wahlgang auf den Wahlzettel und schlossen eng hintereinander ab, verpassten aber das absolute Mehr klar. Sabina Peter Köstli dagegen stieg erst für den zweiten Wahlgang ins Rennen, galt aber aufgrund ihres Profils seit Bekanntwerden der Kandidatur als Favoritin.

Sabina Peter Köstli mit Blumen am Wahlapéro.

Sabina Peter Köstli mit Blumen am Wahlapéro.

Bild: Reto Martin

Lob für die Arbeit der Findungskommission

Der Hüttwiler Gemeinderat beim Wahlapéro.

Der Hüttwiler Gemeinderat beim Wahlapéro.

Bild: Reto Martin

Wie Gemeindepräsident Zehnder bekannt gibt, ist die Stimmbeteiligung sehr hoch. Bei den nationalen Abstimmungen gingen fast 80 Prozent an die Urne. Bei der Gemeindepräsidiumsersatzwahl sind es einige Prozente weniger. Der unterlegene Kandidat Bruno Kaufmann freut sich: «Das Seebachtal ist jetzt in Frauenhand.» Der komplette Hüttwiler Gemeinderat, die Gemeindepräsidentinnen von Uesslingen-Buch und Warth-Weiningen, Elisabeth Engel und Katharina Aeschbacher, sowie Findungskommissionspräsident Patrick Siegenthaler hören ihm zu. Mitbewerber Roland Schnider lobt derweil die Arbeit der Findungskommission.

Die Gemeindepräsidentinnen aus den Nachbargemeinden sind auch vor Ort: Elisabeth Engel (Uesslingen-Buch) und Katharina Aeschbacher (Warth-Weiningen).

Die Gemeindepräsidentinnen aus den Nachbargemeinden sind auch vor Ort: Elisabeth Engel (Uesslingen-Buch) und Katharina Aeschbacher (Warth-Weiningen).

Bild: Reto Martin

Sabina Peter Köstli wird ihr Amt voraussichtlich per 1.Oktober antreten. Bis dahin amtet nach Zehnders Rücktritt Vizepräsident Daniel Bauer. Die zukünftige Gemeindepräsident sagt, diese Wahl sei nicht selbstverständlich gewesen. Und weiter: «Wichtig ist mir, dass ich in Zukunft mit dem Ohr nahe bei der Bevölkerung bin.»

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