Hüttwilen bleibt Hüttwilen: Der Gemeinderat rät von einem Namenswechsel ab

An der Gemeindeversammlung in Hüttwilen genehmigen die Stimmberechtigten ein Unterflurcontainer-Konzept. Das Budget 2020 rechnet mit einem Defizit von knapp 87'000 Franken.

Claudia Koch
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Gemeindepräsident Hanspeter Zehnder im Reigen der Hüttwiler Gemeinderatsmitglieder.

Gemeindepräsident Hanspeter Zehnder im Reigen der Hüttwiler Gemeinderatsmitglieder.

(Bild: Claudia Koch)

Politische Gemeinde Seebachtal: So sollte nach dem Willen einiger Bürger die Gemeinde Hüttwilen umbenannt werden, um sich im Markt besser zu positionieren.

«Die Namensänderung einer Gemeinde ist nicht so einfach und benötigt verschiedene Genehmigungen, unter anderem von Bern»

sagte Gemeindepräsident Hanspeter Zehnder am Mittwochabend an der Gemeindeversammlung. Ausserdem reicht das Seebachtal über die Gemeindegrenzen hinaus, was laut kantonaler Experten nicht bewilligt würde.

Hanspeter Zehnder, Gemeindepräsident.

Hanspeter Zehnder, Gemeindepräsident. 

(Bild: Claudia Koch)

Zu guter Letzt bringt ein Namenswechsel für das Lokalgewerbe mit dem jetzigen, positiv besetzten Gemeindenamen aus Sicht des Gemeinderats keine Vorteile. Aus diesen Gründen würden die Nachteile überwiegen. «Deshalb rät der Gemeinderat von einem Namenswechsel ab», sagte Zehnder. Die Anfrage aus dem Jahr 2013 werde nicht weiterbearbeitet.

Für das Budget 2020 wird mit einem Verlust von knapp 87'000 Franken gerechnet. Schwierig zu budgetieren ist laut Ressortleiter Daniel Bauer der Bereich Sozialhilfe, da Unterstützungsbeiträge nicht planbar sind. Höhere Ausgaben sind im Bereich Archiv sowie bei Reparaturen der veralteten Militärküche auszumachen.

Mehrkosten sind für ein Expertenhonorar gedacht, für die Planung und Bauberatung des Badi-Kioskes und einer WC-Anlage am Hüttwilersee. Höhere Beträge wurden beim Konto Gemeindestrassen und Gewässerverbauung budgetiert.

Daniel Bauer, Gemeinderat.

Daniel Bauer, Gemeinderat.

(Bild: Andrea Stalder)
«Erstmals findet man im Budget einen Beitrag zum Finanz- und Lastenausgleich. Hüttwilen ist aufgrund höherer Steuerkraft zur Gebergemeinde geworden»

sagte Bauer. Das Budget 2020 wie auch der gleichbleibende Steuerfuss von 48 Prozent wurden einstimmig von den 111 Stimmberechtigten genehmigt.

Widerstand gegen 5G-Mobilfunkantenne

Bei den Berichten aus den Ressorts liessen mehrere Themen aufhorchen. Gemäss Zehnder sind beim Baugesuch für die 5G-Mobilfunkantenne in Nussbaumen eine Sammeleinsprache, eine Petition mit Unterschriften sowie Einzeleinsprachen eingegangen, welche die Verunstaltung des Landschaftsbildes anprangern. Eine Rückmeldung des Kantons steht noch aus.

Bei den Altlastenstandorten bereitet besonders die Sägi Sorgen wegen verunreinigten Wassers. Erhöhte toxische Werte gibt es auch bei der Quellfassung Mühliwies. Entsprechende Massnahmen werden eingeleitet. Auch die Raumplanung beschäftigte den Gemeinderat, wobei der Richt- und Zonenplan jetzt beim Kanton zur Vorprüfung liegt. Dabei wurden verschiedene Umzonungen in Hüttwilen wie auch in Nussbaumen vorgenommen.

Da die KVA Thurgau die Abfallsammlung gänzlich umstellen wird, möchte die Gemeinde das Konzept der Unterflurcontainer (UFC) umsetzen. Die Argumente von Markus Schäfli von der KVA Thurgau zu Gunsten der UFC überzeugten die Stimmberechtigten, die den Auftrag für ein Detailkonzept einstimmig guthiessen.

Insgesamt sechs Unterflurcontainer geplant

Gemäss Markus Schäfli von der KVA Thurgau konnten seit der ersten Installierung 2014 bisher fast 1000 Unterflurcontainer (UFC) im Kanton Thurgau eingebaut werden. Die Vorteile bei diesem System sind, dass der Abfall zu jeder Zeit entsorgt werden kann und Tiere – insbesondere Krähen – keine Säcke mehr aufreissen können. Auch sind die Geruchsemissionen geringer.

Nachteile sind der oft weitere Weg zur Sammelstelle oder dass kein Sperrgut entsorgt werden kann, was jedoch durch einen Abholdienst ersetzt werden kann. Auf dem Gemeindegebiet sind insgesamt sechs Standorte geplant: zwei in Hüttwilen, zwei in Nussbaumen und einer in Uerschhausen. Jeder Standort wird mit 6000 Franken von der KVA unterstützt. (clk)