In Hörhausen schnitzt Peter Frei aus Leidenschaft: Zu Ostern gibt's einen Hasen

Peter Frei aus Hörhausen schnitzt passioniert Tiere aus Holz. Der gelernte Elektriker hat sich nach seiner Frühpensionierung mit dem Schnitzen ein neues Hobby zugetan.

Salome Preiswerk Guhl
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Peter Frei zeigt sein neuestes Kunstwerk: Einen knapp zwei Meter grossen Hasen aus Holz.

Peter Frei zeigt sein neuestes Kunstwerk: Einen knapp zwei Meter grossen Hasen aus Holz.

(Bild: Salome Preiswerk Guhl)

Umgesattelt um 180 Grad. So lässt sich die neue Passion von Peter Frei aus Hörhausen zusammenfassen. Denn beruflich kommt er aus einer ganz anderen Branche. «Auf Anraten des Berufsberaters erlernte ich den Beruf als Elektromonteur», sagt er. Nach der Lehre bei der Habersaat AG in Frauenfeld und einer Zwischenstation bei der Paul Zöllig AG in Engwilen arbeitete Frei während 42 Jahren bei der Zuckerfabrik Frauenfeld als Elektriker.

Als Schichtarbeiter blieb ihm nicht viel Freizeit. Und wenn, dann investierte er diese in den Schutzdienst mit Deutschen Schäferhunden. Vor drei Jahren hat sich Frei frühpensionieren lassen.

«Ich musste irgendwie meinen Tag ausfüllen, denn meine Frau hat das Pensionsalter noch nicht erreicht und arbeitet auswärts.»

Lange auf die Suche nach einem Hobby musste sich Frei jedoch nicht machen. Er arbeitet oft im Wald, und auf einmal kam ihm die Idee, aus Holzrugeln Tannenbäumchen zu sägen. Danach folgten Kerzenständer, Holzspiele, Stehlen, Herzen, Doppelherzen, ganze Skulpturen, auch mal mit eingebautem Licht, «da drückt ganz der Stromer durch», witzelt Peter Freis Ehefrau Pia. «Und jetzt bin ich bei den Tieren angelangt, das macht richtig Spass», berichtet er. «Die Inspirationen hole ich mir aus dem Internet und vermesse die Fixpunkte, damit die Proportionen dann am fertigen Stück stimmen.»

Esche, Zeder, Eiche, Lerche, Föhre oder auch Apfelbaum

Auf Wunsch erstellt er auch einmal Kunstwerke direkt an einem Baumstrunk im Garten, eine Bank oder einen speziellen Schnapstisch. Ob Esche, Zeder, Eiche, Lerche, Föhre oder Apfelbaum – «meist stehe ich lange vor dem Stamm und warte, bis mich die Eingebung packt». Mit seinen vier Motorsägen bringt Frei draussen im Wald seine Eulen, Wildsauen und Murmeltiere in eine grobe Form. 

«Da störe ich niemanden mit meinem Lärm und die Schnitzabfälle werden wieder der Natur zugefügt.»

Für den Feinschliff werden die Kunstwerke nach Hause transportiert und in der dortigen gut eingerichteten Werkstatt fertiggestellt. «Meist bin ich mit unserem Australian Shepherd ‹Bone› schon um 8 Uhr morgens im Wald. Da haben wir unseren Frieden, machen unsere Arbeit und sind am Abend müde», meint Frei. Im Wald könne er abschalten und das Schnitzen sei für ihn ein schöner Zeitvertreib. Sein neuestes Werk: ein etwa zwei Meter grosser Osterhase. Die Ostertage können also kommen.