Holz und Papier: Eschliker und Wiler Künstler stellen in Kleinandelfingen aus

Der Eschliker Holzakulpteur Herbert Heinzle und der Wiler Zeichner Jürgen Scherrer laden zu ihrer gemeinsamen Ausstellung ein. Vernissage ist am Freitag in Kleinandelfingen.

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Der Eschliker Künstler Herbert Heinzle zeigt seine Holzskulpturen.

Der Eschliker Künstler Herbert Heinzle zeigt seine Holzskulpturen.

(Bild: ZVG)

Kaum hat die sehr gut besuchte Ausstellung einer Scherenschnitt-Künstlerin aus Eschlikon die Tore geschlossen, lädt die Galerie im Gemeindehaus Kleinandelfingen schon wieder ein.

Vom 5. bis 20. September stellen zwei Männer ihre Werke aus, die dank ihrem Pensionierten-Status den Ideen freien Lauf lassen können.

Es sind dies Herbert Heinzle, auch er aus Eschlikon, er ist den Kunst-Interessierten als Galerist in Kleinandelfingen ein Begriff. Er sucht und findet seine Inspirationen in der Natur und bei den ihn umgebenden Menschen. Er ist oft im Wald anzutreffen. Nicht als Jogger oder Biker, nein, als ein in Gedanken versunkener Betrachter eines knorrigen Baumstrunks, einer vom Blitz getroffenen Eiche oder einer kuriosen Astgabel einer Linde. Er sucht Bäume, die ihm, die uns etwas zu sagen haben. Er gibt den gefällten Ulmen, Ahorn oder Eschen ein zweites Leben. Herbert Heinzle macht mit der grossen Motorsäge aus dem namenlosen Holz Skulpturen, archaische, kantige Typen. Mit Stechbeitel, Feile und Schleifpapier gibt er ihnen menschliche Gesichter, Menschen wie du und ich aus der Nachbarschaft.

Sein Pendant an dieser Ausstellung, Jürgen Scherrer, war als ausgebildeter Schaufensterdekorateur 37 Jahre am Opernhaus Zürich als Theaterplastiker tätig . Er stellt in seinem künstlerischen Schaffen das pure Gegenteil dar. Wenn Herbert Heinzle in seinem «Stall», wie er seine Werkstatt in Wallenwil nennt, im Schweisse seines Angesichts mit Ohren betäubendem Motorsäge-Lärm seine hölzernen Skulpturen erschafft , kann Jürgen Scherrer in Wil mit Ruhe und einem gut gespitzten Bleistift seinem Hobby nachgehen, wenn er stillhaltende Berühmtheiten wie Einstein oder Max Frisch mit Worten, Buchstaben oder Zahlen das Konterfei restauriert.

In den 1990er-Jahren begann er Tagebücher zu schreiben. Dann kamen Zeichnungen und eingeklebte Gegenstände, Fotos, Zeitungs-Ausschnitte etcetera hinzu. Ein paar Jahre vor seiner Pensionierung begann er mit «schreiben von Bildern», Texte, Buchstaben im Bild zu integrieren. Eine spannende Gegenüberstellung zweier Kunstschaffender.

Hinweis
Vernissage: Freitag, 4. September 19 – 21 Uhr
Laudatio: Ursula Mazenauer
Ausstellung: 5. bis 20. September 2020
Öffnungszeiten: Freitag 16-20 Uhr, Samstag 14-18 Uhr, Sonntag, 11-15 UhrFinissage: Sonntag, 20. September 11 - 15 Uhr

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