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Hochwasserschutz-Projekt in Rickenbach und Wilen schreitet voran

Das Hochwasserschutz-Projekt nimmt einen nächsten Schritt. Nun bereiten Bodenuntersuchungen die ersten Baumassnahmen vor. Noch sind aber nicht alle Details geklärt.
Roman Scherrer
Wasser, Schutt und Schlamm auf der A1 – ein Szenario, welches das Hochwasserschutz-Projekt Region Wil künftig verhindern soll. (Bild: ky/Ennio Leanza)

Wasser, Schutt und Schlamm auf der A1 – ein Szenario, welches das Hochwasserschutz-Projekt Region Wil künftig verhindern soll. (Bild: ky/Ennio Leanza)

Stecken gebliebene Autos im braunen Wasser, Schlamm und Schutt – Zwei Hochwasser überfluteten in der jüngeren Vergangenheit die A1 bei Wil. Im Sommer 2015 konnte der Krebsbach die Wassermassen nach starken Niederschlägen nicht mehr ableiten und überspülte die Autobahn.

Drei Jahre später, im Sommer 2018, das gleiche Szenario.
Um solchen Überschwemmungen vorzubeugen, möchten die Stadt Wil, die Gemeinden Wilen, Sirnach und Rickenbach in Zusammenarbeit mit dem Wasserbaufachstellen der Kantone Thurgau und St. Gallen und dem Bundesamt für Strassen ASTRA den Hochwasserschutz in der Region Wil verbessern.

Eine Projektgruppe hat zu diesem Zweck ein umfassendes, abgestuftes Konzept erarbeitet. Nun führen die Behörden an den vier Bächen Krebsbach, Huebbach, Meienmättelibach und Alpbach bauliche und ökologische Abklärungen durch, wie einer Medienmitteilung zu entnehmen ist.

«Wir klären ab, wie sich die Bodenqualität auf die geplanten baulichen Massnahmen auswirken.»

sagt Projektleiter Klemens Müller vom Amt für Umwelt des Kantons Thurgau. Mittels Baggerschlitzen wird der Baugrund in der Umgebung der Bäche erkundet. Im Bereich der Autobahn führt die Projektgruppe ausserdem zwei Bohrungen durch . Diese seien notwendig, um die technische und finanzielle Umsetzbarkeit zu präzisieren, heisst es im Communiqué. «Ausserdem untersuchen wir die Flora und Fauna der Bachlandschaft und streben eine Verbesserung des Ist-Zustandes an», sagt Müller.

Auch Schäden in Wilen sind möglich

Die Überschwemmungen der A1 führt Müller auf heftige Niederschläge nördlich Wils und eine zu geringe Kapazität der Leitung unter der Autobahn des Krebsbachs zurück. Doch Starkniederschläge südlich von Wil hätten ebenso zu grossen Schäden in den Gemeinden Wilen und Rickenbach führen können, wie dies etwa 1896, 1972 und 2005 geschah. Deshalb sieht das Projekt verschiedene vorbeugende Massnahmen vor (siehe Grafik unten). In verschiedenen Bereichen soll die Abflusskapazität erhöht werden. Die Leitungen unterirdischer Bachführung werden vergrössert.

In gewissen Abschnitten wird die Bachführung umgestaltet und revitalisiert mit klar definierten Überflutungsräumen, in denen die Gewässer bei starkem Niederschlag kontrolliert fliessen können. Und nicht zuletzt werden gewisse Gebiete und Gebäude mit Schutzmassnahmen gesichert.

Der genaue Verlauf des Huebbachs ist momentan noch unklar. Die jetzige Planung führt in einer unterirdischen Leitung entlang der Autobahn in den Krebsbach. «Der Bau könnte uns vor Herausforderungen stellen, da die Verhältnisse durch die Hochspannungsleitungen und die Industrie sehr eingeengt ist», sagt Müller. Alternativen würden derzeit abgeklärt.

Auf 28 Millionen Franken werden die Kosten geschätzt. Zwei Drittel entfallen auf Bund und Kantone, ein Drittel übernehmen die involvierten Gemeinden. Im Herbst 2019 möchten die Verantwortlichen das Projekt den Kantonen und dem Bund vorlegen und die Bevölkerung detaillierter informieren. Müller hofft, nach der Bearbeitung etwaiger Einsprachen, Ende 2021, anfangs 2022 mit den Bauarbeiten beginnen zu können.

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