Glosse
Hochprozentiges fürs Schutzkonzept: Was der Frauenfelder Sämannsbrunnen aktuell zur Volksgesundheit beitragen könnte

Murgspritzer: Im Notfall desinfiziert man sich halt auch äusserlich mit einem alkoholischen Heissgetränk. TZ-Redaktor Mathias Frei empfiehlt aber gründliches Händewaschen vor der Massage.

Mathias Frei
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Ein heisses Getränk im Glas.

Ein heisses Getränk im Glas.

(Bild: Fotolia)

Ich hatte einen Traum, einen bösen. Von Weihnachten ohne alkoholische Heissgetränke. Wie liesse sich das Fest der Liebe sonst schönsaufen! Zum Glück ist da der Weihnachtsmarkt – und findet auch noch statt. Muss ja nicht immer Glühwein sein. Abwechslung, Baby! Es darf auch mal ein Glögg sein oder ein Grog oder ein proletarischer Kafi GT. Hauptsache: mit Schuss. Weil: Schnaps desinfiziert, von innen und von aussen. Wäre nicht erstaunlich, wenn im Weihnachtsmarkt-Schutzkonzept die regelmässige äusserliche (!) Anwendung von Franzbranntwein empfohlen werden würde. Waschungen mit derartigen Alkoholika sind ebenso bei Wundliegen angezeigt. Nach dem 15.Glögg legt man sich also am besten in eine Wanne voller Franzbranntwein. Zum Beispiel in den Sämannsbrunnen. Das Hallenbad reissen sie ja eh bald ab.

Mathias Frei, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Frauenfeld.

Mathias Frei, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Frauenfeld.

(Bild: Reto Martin)

Und zur Herstellung des Branntweins könnte man ja Frauenfelder Bürgerwein verwenden. Support your local Desinfektionsproduzent. Dann würde er auch nicht mehr so stechend riechen, der Bürgerwein. Die ätherischen Öle wirken Wunder. Und im Notfall, also wenn der Sämannsbrunnen wieder mal leer ist, weil irgendjemand auf dem Nachhauseweg noch einen Absacker nehmen wollte, einen klitzekleinen, also wirklich nur noch einen – in so einem Notfall prostet man sich am Weihnachtsmarkt mit einem alkoholischen Heissgetränk zu und leert es sich hernach über den Kopf. Bitte 30 Sekunden mit kreisenden Bewegungen einmassieren. Und Händewaschen nicht vergessen! Vor dem Massieren.