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Kommentar

Historisches Museum: Am Oberthurgau führt kaum ein Weg vorbei

Oberthurgauer Parlamentarier machen der Kantonsregierung Druck für einen baldigen Standortentscheid. Der Kommentar von Christian Kamm zum heissen Eisen in der Thurgauer Politik.
Christian Kamm
Christian Kamm, Leiter Ressort Thurgau bei der Thurgauer Zeitung. (Bild: Urs Jaudas)

Christian Kamm, Leiter Ressort Thurgau bei der Thurgauer Zeitung. (Bild: Urs Jaudas)

Oberthurgauer Powerplay hin oder her: Regierungsrätin Monika Knill liess sich im Grossen Rat nicht aufs Glatteis führen. Weder rückte Knill von der Etappierung bei den Museumsprojekten ab, noch liess sie beim künftigen Standort des Historischen Museums die Katze aus dem Sack.

Das ist, taktisch gesehen, zweifellos richtig. Denn Knill hat die schwierige Aufgabe, gleich zwei angeschlagene Projekte erfolgreich ins Ziel bringen zu müssen. Der erste Anlauf für die Sanierung und Erweiterung des Kunstmuseums in der Kartause Ittingen endete mit einem gerichtlichen Tiefschlag. Und der ursprünglich ins Auge gefasst neue Standort in Romanshorn für das kantonale Historische Museum fiel ebenfalls überraschend aus den Traktanden. Nun darf sich niemand wundern, wenn die Kulturchefin in diesem Minenfeld konsequent auf Sicht fährt, alle Optionen und Synergien offen hält und nichts mehr zu fürchten scheint als voreilige Festlegungen.

Allerdings sind mit dem damaligen Vorentscheid für einen Museumsstandort im Oberthurgau politisch bereits so etwas wie Fakten geschaffen worden. Und es ist schwer vorstellbar, dass man eine Region jetzt noch leer ausgehen lassen kann, die sich oft genug von Frauenfeld vernachlässigt fühlt. Vom hohen Ross der Hauptstadt aus betrachtet mag man das als fragwürdige Regionalpolitik abtun. Aber: Jede Frage ist im Kanton Thurgau auch eine regionalpolitische. Wer das nicht begriffen hat, der hat den Thurgau nicht verstanden.

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