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Kolumne

Historische Bruschetta

Südsicht: Die Krux mit der Denkmalpflege und weshalb der Stammtisch nicht immer auf sein Kägi Fret zählen kann.
Olaf Kühne
Olaf Kühne

Olaf Kühne

Die Hinterthurgauer Beizenlandschaft ist im Umbruch. Eher einen Abbruch wünscht sich der Bichelseer Gemeinderat wohl manchmal insgeheim für sein «Landhaus». Nichts als Ärger mit dem eigentlich ganz schmucken Teil. Wirtewohnung unvermietbar, Pächter weg und nun zickt auch noch die Denkmalpflege rum. Der Kellerabgang muss erhalten bleiben.

Klar doch. Man weiss ja nie, ob nicht dereinst wieder Weinfässer und Kartoffeln mit dem Pferdefuhrwerk angeliefert werden. Wegen CO2, Ozon und so. Eine Aussentreppe kommt bei den Denkmalpflegern hingegen nicht so gut an. Künftige Mieter sollen weiterhin durch die Beiz nach Hause in den ersten Stock. Wegen Wirtschaftsförderung und so.

Keine Wirtschaftsförderung konnte das Aadorfer «Glenseven» retten. Eine hippe Lounch-Bar an der Wittenwilerstrasse war nicht so der Bringer. Dafür gibt’s dort jetzt Wohnungen. Sogar mit eigenem Zugang. Also nicht so wie in Bichelsee. Halt ohne Beiz im Parterre. Jänu, man kann nicht alles haben. Hingegen können Aadorfer bald wieder zu Fuss ins «Barone». Das vor zweieinhalb Jahren abgebrannte Restaurant kehrt zurück. Nicht in den «Falken», sondern in die «Linde».

Deren Stammtischler müssen nun zwar von Kägi Fret auf Bruschetta umstellen, ansonsten aber eine gute Nachricht. Zumal der «Barone»-Besitzer die nun wirklich nicht mehr so schmucke Liegenschaft an der Bahnhofstrasse aufmöbeln will. Aber pscht! Nicht, dass die Denkmalpflege davon Wind kriegt. Irgendetwas Erhaltenswertes dürfte sich wohl sogar in der «Linde» finden, wenn auch erst nach sehr langer Suche. Und wenn es nur das «Raucherstübli»-Schild am Eingang ist. Wegen Historie und so.

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