Hinterthurgauer Arbeitgeberpräsident will mehr Unternehmer in der Lokalpolitik

Der Arbeitgeberverband Südthurgau lud nach Aadorf zum Behördenapéro ein, zum jährliche Anlass, bei dem sich die Führungskräfte aus dem Hinterthurgau treffen, um sich über politische, gesetzliche und wirtschaftliche Entwicklungen auszutauschen,.   

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Der Präsident des Arbeitgebervebandes Südthurgau, Thomas De Martin, forderte, dass man sich mit Nachdruck für den Erhalt der bisher guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einsetzen solle. (Bild: ZVG)

Der Präsident des Arbeitgebervebandes Südthurgau, Thomas De Martin, forderte, dass man sich mit Nachdruck für den Erhalt der bisher guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einsetzen solle. (Bild: ZVG)

Der Präsident des Arbeitgebervebandes Südthurgau, Thomas De Martin, betonte, dass die «Grundstimmung positiv ist». Natürlich habe man als Unternehmer ab und an Grund zur Unzufriedenheit, aber «wir unterscheiden uns von den Bauern – deshalb machen wir es nicht», stellte er lapidar fest.

«Wir unterscheiden uns von den Bauern.»

Umso wichtiger sei es, dass man sich als Unternehmerin oder Unternehmer mit Nachdruck dafür einsetze, dass die gegenwärtig guten Rahmenbedingungen erhalten blieben, so De Martin. «Ein Geschäft ist dann gut, wenn alle, die involviert sind, davon profitieren. Aktuell ist es so, dass die Wege kurz sind, sich die Ansprechpartner Zeit für einen nehmen und darum bemüht sind, gute Lösungen zu finden».

Dieser Zusammenhalt sei in einer heterogenen Region ohne echtes Zentrum, wie sie der Hinterthurgau nun mal sei, «fast noch wichtiger als anderswo», strich De Martin heraus. Wenn die Wirtschaft vorankommen wolle, müsse man sich als Unternehmer politisch engagieren. «Wir sollten die Ämter mit Vertretern von uns besetzen. Wenn wir das nicht tun, werden andere für uns entscheiden», rief De Martin in Erinnerung.

Spielraum zugunsten der Wirtschaft nutzen

Daniel Wessner, Leiter des Amtes für Wirtschaft und Arbeit, erklärte in seinem Referat, dass der Thurgau 2018 ein sehr positives Wirtschaftsjahr erlebt habe: «Die Produktion lief, insbesondere im Maschinenbau, auf Hochtouren und fast alle Branchen legten zu». Damit dies so bleibe, unternehme sein Amt alles, gerade auch im Zusammenhang mit dem neuen kantonalen Richtplan, welcher immer komplexere Prozesse mit sich bringe, «damit wir den Spielraum zugunsten der Wirtschaft nutzen können». Insgesamt sei der Ausblick fürs 2019 auf jeden Fall sehr erfreulich über fast alle Branchen hinweg – sehe man einmal vom Detailhandel ob, dessen Krise andauere.

Was die Arbeitslosigkeit betreffe, sei der Thurgau gut unterwegs. Allerdings hätten die RAVs immer mehr Mühe damit, «Kunden, die tiefqualifiziert sind» erfolgreich zu vermitteln. «Das wird immer anspruchsvoller», so Wessner. Was die Zahl der Arbeitslosen im Alter über 50 Jahre betreffe, so falle auf, dass diese Gruppe zahlenmässig zu den Kleinsten gehöre. Zugleich sei es aber so, dass deren Vermittlung bis zu dreimal so lange dauere, wie jene von Jüngeren. Generell herrsche aber der Arbeitslosenvermittlung aber nach wie vor ein Qualifikations- und kein Altersproblem: «Einen Bauingenieur haben wir nach wenigen Tagen wieder vermittelt», so Wessner.

«Griesser» stellte Weichen früh

Der CEO und Inhaber der Aadorfer Griesser AG, Walter Strässle, erklärte, dass man in seiner Firma, dem drittgrössten Sonnenschutzhersteller in Europa, in den letzten Jahren die IT-Abteilung komplett umgebaut und gestrafft habe – von drei unterschiedlichen Systemen auf eins. Somit sei man noch effizienter geworden und sei zugleich für die zukünftigen Anforderungen auf dem heissumkämpften Markt bestens gewappnet. (red)