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Hinterthurgau / Region Wil: Dieser Mann will die besten Unternehmen in der Region haben

Mit Robert Stadler hat die Wirtschaftsregion Wil erstmals einen professionellen Standortförderer. Er erklärt, welche Chancen sich in der Region bieten und wo er noch Schwächen sieht.
Hans Suter
Robert Stadler sieht Potenzial in der Region Wil: «Es gibt hier nebst Leuchttürmen wie Bühler viele Hidden Champions, also Unternehmen, die in der Gesellschaft nicht sonderlich bekannt sind, aber in ihrer Nische Marktführer sind.» (Bild: Hans Suter)

Robert Stadler sieht Potenzial in der Region Wil: «Es gibt hier nebst Leuchttürmen wie Bühler viele Hidden Champions, also Unternehmen, die in der Gesellschaft nicht sonderlich bekannt sind, aber in ihrer Nische Marktführer sind.» (Bild: Hans Suter)

WPO – diese drei Buchstaben sollen in wenigen Jahren in breiten Kreisen der Wirtschaft geläufig sein. Sie stehen für «Wirtschaftsportal Ost». Der Name ist nicht willkürlich gewählt, sondern Programm. Das Portal soll für Unternehmen und Menschen im wörtlichen Sinn zur Pforte in die Ostschweiz werden.

Ist das nicht etwas gar hoch gegriffen? «Keineswegs», sagt Robert Stadler mit fester Stimme. «Der Metropolitanraum Zürich weitet sich zusehends aus. Das ist eine grosse Chance für die Region Wil, die es zu nutzen gilt.»

Viel Erfahrung

Genau das will er tun. Am 1. August hat er als erster Standortförderer der Region Wil seine Arbeit aufgenommen. Der 40-jährige Ökonom verfügt bereits über viel Erfahrung. Insbesondere als Vizedirektor der Industrie- und Handelskammer (IHK) St.Gallen-Appenzell war er in den vergangenen Jahren stark mit diesem Themenkomplex konfrontiert.

Pluspunkte: Verkehrsanbindung, grenzüberschreitendes Wirken

Welches Bild hat man bei der IHK von der Stadt und der Region Wil? «Ein diffuses», sagt Robert Stadler freundlich lächelnd und gesteht, dass bei der IHK die Stadt und Region St.Gallen stärker im Fokus stehe als Wil. Das sei nicht wertend, sondern liege daran, dass ein Grossteil der Mitglieder im Grossraum St.Gallen beheimatet sei. «Die IHK ist aus der städtischen Textiltradition heraus entstanden», fügt er beschwichtigend hinzu.

Ein Bild von der Region Wil gibt es bei der IHK dennoch. «Sie ist von ihrer Struktur her recht typisch für die Ostschweiz», sagt Stadler, der in Kirchberg aufgewachsen ist und heute in St.Gallen wohnt. Also nur Durchschnitt? «Keineswegs», sagt Stadler. «typisch macht die Region einerseits von der Betriebsgrösse her die Mischung aus KMU und Industrie und anderseits den Branchenmix mit den Bereichen Metall, Maschinen, Lebensmittel, Dienstleistungen und Handel.»

Lösungen für morgen: Blick in eine Arbeitsbox im Innovationscampus bei Bühler in Uzwil. (Bild: Urs Bucher)

Lösungen für morgen: Blick in eine Arbeitsbox im Innovationscampus bei Bühler in Uzwil. (Bild: Urs Bucher)

Als besonderen Pluspunkt nennt Robert Stadler die gute Lage mit weit überdurchschnittlich guter Verkehrsanbindung an das übergeordnete Verkehrsnetz auf Schiene und Strasse, die Nähe zu Zürich und die in vielen Bereichen eingespielte Zusammenarbeit über die Kantonsgrenzen hinaus. Und die Schwächen?

«Eine Schwäche der Region Wil ist, dass Chancen zu wenig genutzt werden.»

Robert Stadler vermutet, dass man sich hier vielleicht manchmal etwas zu oft auf den Füssen herumsteht und positive Entwicklung nicht so leicht zulässt. Das sei freilich nicht nur in dieser Region zu beobachten, verhindere aber zuweilen eine schnellere Entwicklung. Er plädiert deshalb für Offenheit und Innovationsbereitschaft.

Viele heimliche Gewinner in der Region Wil ansässig

Stadler ist positiv gestimmt für die Entwicklung des Wirtschafts- und Lebensraums. Die Region sei nicht nur Heimat von Leuchttürmen wie Bühler in Uzwil, sondern von einer ganzen Reihe sogenannter Hidden Champions wie Hawle in Sirnach, also heimliche Gewinner, die zwar wenig bekannt, aber in ihren Nischen Marktführer seien.

Dieses Umfeld wirke befruchtend, gerade für das Projekt Wil West, wo sich in den nächsten Jahren möglichst viele Firmen aus wertschöpfungsintensiven Branchen ansiedeln sollen. Robert Stadler will für die Unternehmen, ob neu oder bereits ansässig, möglichst ideale Rahmenbedingungen schaffen durch die aktive Vernetzung aller Akteure.

Am Anfang seiner Arbeit steht deshalb, die Marke Wirtschaftsportal Ost und die Kurzbezeichnung WPO in der Wirtschaft bekannt zu machen. Parallel dazu arbeitet er daran, für den Verein WPO möglichst schnell möglichst viele Mitglieder zu gewinnen. Denn sie bilden letztlich die Basis dieses neuen Netzwerks.

WPO Wirtschaftsportal Ost

Der Verein WPO hat sich zum Ziel gesetzt, eine Wirtschaftsplattform am Portal der Ostschweiz aufzubauen, wo sich regionale Unternehmen – vom Grosskonzern bis zum Kleinbetrieb – unkompliziert vernetzen und neue Synergien schaffen können. Das Portal bündelt die Kräfte von Wirtschaft und Politik, um gemeinsam eine attraktive, zukunfts- und wettbewerbsfähige Arbeits- und Lebensregion zu gestalten.

Der WPO wurde von der Regio Wil initiiert, die auch die Anschubfinanzierung leistet. Künftig soll die Plattform möglichst weitgehend von den Mitgliedern getragen werden. Der Jahresbeitrag beläuft sich für Firmen mit bis zu zehn Beschäftigten auf 200 Franken für zwei Personen, grössere Unternehmen zahlen zusätzlich einen Franken pro Mitarbeitenden. (hs)

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