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Was vom Open Air Frauenfeld zurückbleibt: von der Zange bis zum Goldketteli. (Bild: Andrea Stalder)

Was vom Open Air Frauenfeld zurückbleibt: von der Zange bis zum Goldketteli. (Bild: Andrea Stalder)

Hinterlassenschaften der 180'000 nach dem Open Air Frauenfeld: Ein Blick ins Fundbüro der Kantonspolizei

Das Open Air Frauenfeld ist zu Ende. 400 bis 500 Fundgegenstände bleiben. Die Fakten der Kantonspolizei Thurgau und neun fiktive Geschichten zu Fundsachen.
Mathias Frei

Die Besucher sind wieder zurück in ihren Leben. Was bleibt, sind die Fundsachen. Seit Montagvormittag befinden sich Smartphones, Portemonnaies, Schlüssel und anderes mehr auf dem Fundbüro im Frauenfelder Polizeiposten Schlossberg. In den vergangenen Jahren hatte die Kantonspolizei jeweils zwischen 400 und 500 Open-Air-Fundgegenstände zu bearbeiten. Die Zahl für dieses Jahr ist noch nicht bekannt.

(Bild: Reto Martin)(Bild: Reto Martin)
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26 Bilder

Nach dem Festival ist vor der Aufräumarbeit: Auf der Grossen Allmend fahren nach dem Open Air Frauenfeld die Abfalltrupps und Bagger auf

Matthias Graf, Leiter Mediendienst Kantonspolizei Thurgau. (Bild: Andrea Stalder)

Matthias Graf, Leiter Mediendienst Kantonspolizei Thurgau. (Bild: Andrea Stalder)

Ziel ist, dass die Dinge möglichst schnell wieder zu ihrem rechtmässigen Besitzer kommen. Rekordjahr war bislang 2017, als man es mit 530 Fundsachen zu tun hatte, wie Matthias Graf, Leiter Kapo-Mediendienst, erklärt. «Damals waren drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kapo während rund zwei Wochen mit der Bearbeitung der Fundgegenstände beschäftigt.» Am einfachsten ist es, wenn ein Gegenstand eindeutig zuzuordnen ist, etwa durch eine Identitätskarte. Solche Dinge werden der Besitzerin oder dem Besitzer zeitnah per Post geschickt. Die Versandkosten gehen im Sinne des Service public zulasten der Kapo.

Bei Fahrzeugschlüsseln wiederum müssen die Besitzer persönlich mit ihrem Auto auf dem Polizeiposten erscheinen. Den Polizisten bleiben die vielen herzlichen Verdankungen der Open-Air-Besucher oder ihrer Eltern per Telefon oder als Dankeskarten. Einmal fand sogar ein Rucksack voller Kleider und zum Glück inklusive Reisepass seinen Besitzer in Schweden. Es sei auch schon vorgekommen, dass in Portemonnaies Betäubungsmittel gefunden worden seien, sagt Graf.

«Bei Kleinmengen Marihuana oder Haschisch, bis zehn Gramm, wird die Ware sichergestellt, in allen anderen Fällen gibt es eine Anzeige.»

Die Fundsachen werden ein Jahr lang aufbewahrt. Ausweise werden danach der Ausweisstelle oder dem Konsulat übergeben, wie der Kapo-Medienchef erklärt. Die meist verschmutzten Kleider würden danach entsorgt. Ebenso würden elektronische Geräte nach Ablauf eines Jahres vernichtet – aus Datenschutzgründen.

Fundsachen vom Open Air Frauenfeld: ab Mittwoch, 17. Juli, Fundbüro im Polizeiposten Schlossberg, Frauenfeld, Telefon: 058 345 24 60.

Eau de Toilette

(Bild: Andrea Stalder)

(Bild: Andrea Stalder)

Das Eau de Toilette «Only The Brave» (Preis: 75.90) von Diesel hat aus Sicht des 27-jährigen Wendelin K. aus dem bündnerischen Tavanasa seinen Dienst getan. Am Donnerstagabend im Zelt hat er sich vorgestellt, dass Cardi B zu ihm sagt: «Du schmöggsch so guat.»

Smartphone

(Bild: Andrea Stalder)

(Bild: Andrea Stalder)

Chefsekretärin Amanda G. (29) aus Ostermundingen BE hat ihr Smartphone Donnerstagnacht im Zelt von Muchti (herzig) verloren. Muchti, der eigentlich Reto heisst, hat das iPhone am Freitag gegen ein «Füfzgi» Gras vertickt. Dann ging das Handy ein zweites Mal verloren.

Goldketteli

(Bild: Andrea Stalder)

(Bild: Andrea Stalder)

Das Goldketteli hat Rambo A. (25) vorletzte Weihnachten von seiner damaligen Freundin geschenkt bekommen. Verloren hat es der Immobilienhändler aus Niederhasli ZH beim Krafttraining am Samstag vor dem Travis-Scott-Konzert, als er Linda kennen gelernt hat.

Schlüsselbund

(Bild: Andrea Stalder)

(Bild: Andrea Stalder)

Erst als Kevin V. am Sonntagabend in Uzwil SG auf seinem leeren Parkplatz vor dem Wohnblock steht, bemerkt er den Verlust seines Schlüsselbundes. «Die Zugfahrt von Frauenfeld nach Hause war noch schön», denkt sich der 23-jährige Landmaschinenmechaniker.

Ringe

(Bild: Andrea Stalder)

(Bild: Andrea Stalder)

Flugbegleiterin Géraldine B. (21) aus Weinfelden hat sich am Freitagabend ein «Mumu»-Tattoo stechen lassen. Gegen den Schmerz trinkt sie danach viel «Sex on the Beach». Als sie am Samstagmittag aufwacht, trägt sie die beiden Ringe. Sie gibt sie im Fundbüro ab.

Portemonnaie

(Bild: Andrea Stalder)

(Bild: Andrea Stalder)

Dumm gelaufen für Pierre X. (17) aus Lyon. Als der Gymnasiast am Montagmorgen wieder französischen Boden unter den Rädern hat, gerät er in eine Polizei-Routinekontrolle. Fazit: 0,9 Promille, kein Fahrausweis und das Portemonnaie in Frauenfeld verloren. Merde!

Sackmesser

(Bild: Andrea Stalder)

(Bild: Andrea Stalder)

«Frauenfeld ist krass der Krieg, Alter», hatte ein Kumpel von Fahrid B. (24) aus Dresden gemeint. Der Bankkaufmann hat sich darum ein «Original-Schweizer-Armee-Taschenmesser» in Camouflage-Optik zugelegt. Zum Selbstschutz. Beim Pogotanz ist es verlorengegangen.

Sneakers

(Bild: Andrea Stalder)

(Bild: Andrea Stalder)

Ihr Freund hatte Sina I. (33) gebeten, das eine Paar Nike-Sneakers mitzubringen, wenn sie am Freitag ans «Frauenfeld» komme. Die Floristin aus Naters VS ist dann aber gar nicht erfreut gewesen, als sie ihren Freund im Zelt mit einer Kubanerin aus Zürich überraschte.

Bauchtäschli

(Bild: Andrea Stalder)

(Bild: Andrea Stalder)

Im Bauchtäschli von Publizistikstudentin Luzia F. (21) aus dem süddeutschen Backnang befinden sich drei Tampons, ein angefangenes Päckli «Parisienne Jaune», gekauft an der ersten Tankstelle nach dem Thaynger Zoll, und eine ungeöffnete Packung Erdbeer-Präservative.

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