Glosse

Hilfssheriffs en masse

Murgspritzer über den Zusammenhang von Corona, Ad-hoch-Zivilpolizisten und Turnschuhtouristen in der Stadt Frauenfeld sowie Plänen des Thurgauer Regierungsrates.

Samuel Koch
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Sheriff-Verkleidungen sind vor allem zur Fasnachtszeit beliebt.

Sheriff-Verkleidungen sind vor allem zur Fasnachtszeit beliebt.

(Bild: PD)

«Halten Sie Abstand!» – «Gehen Sie nach Hause!» – «Sie gefährden andere und sich selbst!» Die Coronakrise schürt Konflikte und fördert Ad-hoc-Zivilpolizisten zutage, wie der Frühling keimende Knospen in der Natur.

Samuel Koch.

Samuel Koch.

(Bild: Reto Martin)

Denn nicht nur der Alpstein kämpft dieser Tage mit massenweise Turnschuhtouristen, sondern auch die Stadt Frauenfeld mit ihren Naherholungsgebieten: im Lindenpark, in der Allmend oder auf dem Stählibuckturm. (Letzterer steht genauer genommen auf Gebiet der Gemeinde Thundorf.)

Die Stadtoberen wollten nicht selbst Polizei spielen und rigoros alles verbieten. Vereinzelte Sportanlagen wie Pumptrack oder Skaterpark blieben geöffnet. Bis offizielle Polizisten mit Beamtenausweis doch noch einschreiten mussten, bestellt von eigens ernannten, mit Missgunst erfüllten Hilfssheriffs. Daraufhin sperrte die Stadt erwähnte Anlagen doch noch.

«Solidarität müssen jetzt alle an den Tag legen», lautet die Forderung. Frauenfeld braucht sich im kantonalen Vergleich jedenfalls nicht zu verstecken. Für die geplante Aufstockung des Thurgauer Polizeikorps melden sich sicher viele aus der Stadt.

Glosse

Gegentrend

Murgspritzer über das neue Frauenfelder AKW, das nicht in der Grossen Allmend, nicht hinter dem Spital und auch nicht bei der Zuckerfabrik entsteht. Das neue AKW gibt's im Rathaus und dessen Abkürzung ist immer noch besser als jene seines Vorgängers.
Samuel Koch