Hilfe für den Nestbau

Damit sich Meister Adebar auf dem Basadinger Schulhaus willkommen fühlt

Vogelfreunde aus dem Unterthurgau haben mit Unterstützung der Diessenhofer Feuerwehr an zwei Orten in Basadingen Unterlagen für Storchenhorste montiert.

Thomas Brack
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Der Arm des Hubretters senkt sich mit der Horstunterlage über dem Schulhaus.

Der Arm des Hubretters senkt sich mit der Horstunterlage über dem Schulhaus.

Bild: Thomas Brack

Ein nebliger Morgen. Nur vor dem Basadinger Schulhaus herrschte Betrieb, ein Hubretter der Feuerwehr Diessenhofen stand kürzlich einsatzbereit vor dem Gebäude. Es ging darum, eine Horstunterlage für Weissstörche auf dem First des Schulhauses zu installieren. Anlass für die Aktion bildete eine Beobachtung von letztem Jahr, wie Andy Quniz, Präsident des Ornithologischen Vereins Diessenhofen (OVD), berichtete:

«Auf dem Kran des Geländes einer Baufirma wurde ein Storch gesehen, wie er versuchte, ein Nest zu bauen. Diese Wahl war natürlich ungünstig. Wenn der Storch dieses Jahr zurückkommt, soll er eine bessere Möglichkeit zum Nestbau vorfinden.»

Daher habe der OVD beschlossen, auf dem Primarschulhaus und dem Privathaus von Thomas Breitler in der Belzhalde dem Storch bessere Gelegenheiten für den Nestbau zu schaffen.

Selber aktiv werden

Von «Storch Schweiz» wurde die Idee übernommen, selber aktiv zu werden und eine Horstunterlage für Weissstörche zu bauen. Unter den Freunden der Vogelwelt gibt es handwerklich geschickte Mitglieder, die es verstehen, aus einfachsten Mitteln selber Horstunterlagen herzustellen.

OVD-Mitglied Walter Widmer ist gleichzeitig Waldbesitzer. Aus Ästen einer kürzlich gefällten Fichte verfertigte er kurzerhand eine Horstunterlage aus Astballen. Die Ballen haben einen Durchmesser von etwa 40 Zentimeter, eine Länge von 1,2 Meter und werden mit Kupferdraht zusammengebunden. Um diese zwei schweren Bündel auf das Dach zu hieven, brauchte es den Hubretter der Feuerwehr. Stefan Keller als Chef der Feuerwehr hatte sofort ein offenes Ohr für das Anliegen der Vogelschützer. Er stellte den Hubretter der Feuerwehr Region Diessenhofen zur Verfügung.

Vorbereitungen für die Horstunterlage am Boden.

Vorbereitungen für die Horstunterlage am Boden.

Bild: Thomas Brack

Gesteuert wurde dieser von Patricia Alther, beim Platzieren der Unterlage assistierte Andy Zimmermann. Den beiden gelang es, die Ballen auf je einer Seite so hinzulegen, dass der Storch hier einen idealen Platz für den Nestbau vorfindet.

Lebensbedingungen des Weissstorchs

Damit die Nisthilfe vom Weissstorch angenommen wird, braucht es natürlich auch gute Nahrungsgründe in Form einer nahen Storchenwiese. Gerade die kürzlich erfolgten Renaturierungen am Geisslibach kommen dem Vogel hier sehr zupass.

«Allgemein lässt sich beobachten, dass der Weissstorch vermehrt in West- und Mitteleuropa Fuss fasst, während in Osteuropa die Populationen eher rückläufig sind.»

Das sagte Andy Quinz. Anstrengungen wie diese stellen einen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt in der Natur dar.