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High Noon zur Halbzeit an den Frauenfelder Stadtratswahlen: Der erste Wahlgang ist erst der Anfang

Am Sonntag kommen die Stadtratswahlen zu einem ersten Ende. Dass es aber Ende März einen zweiten Wahlgang gibt, ist fast so sicher wie das Amen in der Kirche. Ein Blick in die Glaskugel zu verschiedenen Szenarien.
Mathias Frei
Acht Kandidatinnen und Kandidaten wollen bei den Stadtrats.Gesamterneuerungswahlen den Einzug ins Rathaus schaffen. (Bild: Donato Caspari)

Acht Kandidatinnen und Kandidaten wollen bei den Stadtrats.Gesamterneuerungswahlen den Einzug ins Rathaus schaffen. (Bild: Donato Caspari)

12 Uhr mittags ist es beim gleichnamigen US-Western mit dem Originaltitel «High Noon». Die Stunde (oder besser: Viertelstunde) der Entscheidung am morgigen Wahlsonntag ist dagegen erst auf 15.45 Uhr angesetzt. Dann gibt Stadtschreiber Ralph Limoncelli die Resultate des ersten Wahlgangs zu den Stadtrat-Gesamterneuerungswahlen bekannt. Wer hat die besten Chancen, gewählt zu werden? Was passiert, wenn es niemand schafft? Wie spannend wird ein zweiter Wahlgang, der auf den 31. März terminiert ist? Folgend ein paar Szenarien.

Die Bisherigen: Stokholm und Aepli

Anders Stokholm. (Bild: Andrea Stalder)

Anders Stokholm. (Bild: Andrea Stalder)

Gewählt ist Stadtpräsident Anders Stokholm (FDP) faktisch noch nicht. Aber im Gegensatz zu den sieben anderen Kandidatinnen und Kandidaten kann er sich entspannt zurücklehnen. Zu Stokholm gibt es keine offizielle Gegenkandidatur. Leere und ungültige Wahlzettel sind nicht mehr massgebend für das absolute Mehr.

Elsbeth Aepli. (Bild: Donato Caspari)

Elsbeth Aepli. (Bild: Donato Caspari)

Ungleich mehr im Wahlkampf steht zwar Stadträtin Elsbeth Aepli (CVP). Mit überzeugenden Auftritten an den Wahlpodien hat sie ihren Bisherigen-Bonus aber zweifellos gerechtfertigt. Es müsste einiges passieren, damit ihr die Wiederwahl nicht schon im ersten Wahlgang gelingt.

Wahlempfehlungen der Parteien

Andreas Elliker. (Bild: Andrea Stalder)

Andreas Elliker. (Bild: Andrea Stalder)

Nicht alle, aber viele Frauenfelder Parteien und politische Gruppierungen empfehlen nebst allfällig eigenen Kandidaturen auch andere Kandidatinnen und Kandidaten. Einzelne Parteien konzentrieren sich auf die eigene Kandidatur und empfehlen für die anderen Sitze Wahlfreigabe. Am meisten bekundete Unterstützung respektive Empfehlung geniesst Elsbeth Aepli, nämlich von der CVP, EVP, FDP, EDU, CH und den Grünen.

Barbara Dätwyler. (Bild: Donato Caspari)

Barbara Dätwyler. (Bild: Donato Caspari)

Je fünf Parteien stehen hinter Andreas Elliker (SVP) und Barbara Dätwyler (SP). Bei Elliker sind es die SVP, EDU, FDP, MproF und CH, bei Dätwyler sind es die SP, CH, Grüne, MproF und EDU. Dahinter folgen Johannes Eiholzer (Chrampfe & Hirne, CH) und von den Grünliberalen Stefan Leuthold: Hinter Eiholzer stehen CH, Grüne und MproF, bei Leuthold sind es die GLP, EDU und Grüne. Je zwei Unterstützungsbekundungen respektive Wahlempfehlungen haben der FDP-Kandidat Fabrizio Hugentobler (FDP und MproF) und der EVP-Kandidat Roland Wyss (EVP und FDP) auf sicher. Gewichtet man jede Empfehlung gleich, hätten Aepli, Elliker und Dätwyler die Nase vorne, Eiholzer und Leuthold würden sich so um den verbleibenden vierten Sitz streiten.

Auswirkungen der Twerenbold-Abstimmung

Fabrizio Hugentobler. (Bild: Andrea Stalder)

Fabrizio Hugentobler. (Bild: Andrea Stalder)

Eine zentrale Frage ist: Mobilisieren die Stadtratswahlen auch für die kommunale Volksabstimmung zum Landverkauf an Twerenbold oder bringt vielmehr die kontroverse Vorlage zusätzliche Stimmberechtigte an die Stadtrats-Wahlurnen? Im zweiteren Fall ist ein Abstimmungs-Nein wahrscheinlich. Und davon dürfte der Stadtratskandidat der Twerenbold-Gegner, CH-Mann Johannes Eiholzer, profitieren. SVP-Stadtratskandidat Andreas Elliker hat sich zwar auch offiziell für ein Nein ausgesprochen, sich jedoch vornehm zurückgehalten im Abstimmungskampf. Zudem gehört die SVP dem Twerenbold-Pro-Komitee an und hat die Ja-Parole rausgegeben.

Andreas Elliker schafft es im ersten Wahlgang

Johannes Eiholzer. (Bild: Donato Caspari)

Johannes Eiholzer. (Bild: Donato Caspari)

Zieht man die Parteienstärke der letzten Frauenfelder Proporzwahlen (Gemeinderatswahlen 2015) zu Rate, so kann es SVP-Kandidat Andreas Elliker bereits im ersten Wahlgang schaffen, wenn alle SVP-Wähler ihn aufschreiben. Dies würde Ellikers Wählerschaft für den zweiten Wahlgang freimachen, was sich wiederum positiv auf andere bürgerliche Kandidaturen auswirkte. Namentlich käme diese Konstellation vor allem Fabrizio Hugentobler und wohl in etwas geringerem Ausmass auch Roland Wyss zu Nutze.

Im ersten Wahlgang muss ein linkes Mandat her

Stefan Leuthold. (Bild: Andrea Stalder)

Stefan Leuthold. (Bild: Andrea Stalder)

Will die Linke – SP und CH – ihre zwei Stadtratssitze halten, wäre es von Vorteil, wenn Barbara Dätwyler oder Johannes Eiholzer ihre Wahl bereits im ersten Wahlgang sicherstellen können. Müssen beide in den zweiten Wahlgang, schaut man zuerst zu den eigenen Pfründen. CH verfügt zwar über die grössere Stammwählerschaft als die SP, die dafür in jüngerer Vergangenheit konsensorientierter politisiert hat als CH. Die sozialdemokratische Kandidatin dürfte deshalb mehr überparteiliche Unterstützung erhalten. Ob sich die GLP-Kandidatur Stefan Leutholds negativer auf die Links-Kandidaturen auswirkt als auf die Mitte-Kandidaturen, ist schwierig abschätzbar. Fakt ist: CH hatte und hat nicht die grösste Freude an der Kandidatur ihrer Junior-Fraktionspartnerin GLP.

Drei freie Sitze vor dem zweiten Wahlgang

Roland Wyss. (Bild: Reto Martin)

Roland Wyss. (Bild: Reto Martin)

Falls es am morgigen Wahlsonntag nur Elsbeth Aepli als Bisherige schafft, bricht unter den sechs neuen Kandidierenden für die dann noch drei freien nebenamtlichen Stadtratssitze ein kleineres Chaos aus. Weil im zweiten Wahlgang nur noch das relative Mehr zählt und zugleich auch zusätzliche Kandidaturen möglich sind, ist fast alles möglich. Denn dann ist jede und jeder sich selbst am nächsten. Wenn diese Konstellation überhaupt für jemanden vorteilhaft ist, dann am ehesten für Roland Wyss, falls sich Aeplis CVP-Wählerschaft auf den Kandidaten der Fraktionspartnerin EVP einschwört.

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