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In Frauenfeld verkümmert Geld

Im Energiefonds der Stadt Frauenfeld liegen fast zwei Millionen. Eigentlich sollten damit Projekte gefördert werden. Dass dem nicht so ist, liegt auch an der zu engen Zweckverwendung.
Mathias Frei
Die Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Frauenfelder Werkbetriebe. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Die Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Frauenfelder Werkbetriebe. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Noch nicht einmal sieben Jahre existiert der städtische Energiefonds – und wird von der Realität bereits überholt. Denn das Geld bleibt teilweise ungenutzt liegen. Der für städtische Projekte vorgesehene Fondsanteil war Ende 2017 mit 1,615 Millionen Franken geäufnet. Der Anteil für Projekte Privater wies einen Saldo von 374000 Franken auf.

Anfangs 2012 trat das Energiefonds-Reglement in Kraft. Der «Fonds für erneuerbare Energien und Energieeffizienz der Stadt Frauenfeld» obsiegte im September 2010 an der Urne als Gegenvorschlag zur Frauenfelder Solarinitiative («Zwei Quadratmeter Solarfläche pro Einwohner»). Deshalb lag der Förderfokus damals auch stark auf Fotovoltaik und Solarthermie, also Warmwassererzeugung. Der Fonds wird seither jährlich mit einer halben Million aus Steuergeldern der Stadt und einer halben Million aus Mitteln des Elektrizitätswerks geäufnet.

«Müssen mittelfristig über die Bücher gehen»

Beim Anteil der städtischen Energiefonds-Projekte liegt der Fokus nebst Fotovoltaik und Solarthermie auf der Gebäudehüllensanierung. «Solar ist auf städtischen Liegenschaften derzeit praktisch ausgereizt», sagt Stadtrat Ruedi Huber, der Departementsvorsteher der Werkbetriebe ist. Mittlerweile sei auch das Ziel der Solarinitiative mehr als erreicht worden. Aktuell seien es 54220 Solar-Quadratmeter auf Frauenfelder Dächern mit einer Leistung von 8341,5 Kilowatt-Peak. Vieles, das vor sechs Jahren förderungswürdig gewesen sei, stelle heute den Normalfall dar. Zudem habe in den vergangenen sechs Jahren auch schon Einiges realisiert werden können. Huber denkt an die Abwärmenutzung der Kunsteisbahn, die städtischen Beteiligungs-Solaranlagen, die Umstellung der Eisbahn-Beleuchtung auf LED, die Sicherung der Wärmering-Basisinfrastruktur oder die Beschaffung einer Elektro-Wischmaschine.

«Gleichwohl werden wir mittelfristig über die Bücher gehen müssen, was den entsprechenden Bereich des Energiefonds-Verwendungszwecks betrifft», sagt Huber. Im Stadtrat sei dazu aber noch nichts traktandiert. Und weil es sich um ein gemeinderätliches Reglement handelt, hat sowieso der Gemeinderat das letzte Wort. Für Huber ist aber klar: Sollte es Anpassungen geben, wäre es nur recht, dazu auch die Initianten der damaligen Solarinitiative zu befragen.

Stadtrat Urs Müller ist als Departementsvorsteher Bau und Verkehr für den Energiestadt-Bereich zuständig. Die Förderung erneuerbarer Energien sei eine «sehr dynamische Thematik», sagt er. So könne es vorkommen, dass aufgrund des zu engen Zwecks Energiefondsgelder in gewissen Bereichen nicht eingesetzt werden könnten. Ein anderes Thema sind Gebäudehüllensanierungen städtischer Liegenschaften. Hier bestehe durchaus Handlungsbedarf, sagt Stadtrat Müller. Derzeit sei ein Liegenschaftenkonzept in Arbeit, das unter anderem in Sachen Gebäudehüllensanierungsprojekte die Richtung vorgeben werde. Und Stadtrat Huber denkt an grössere zukünftige Projekte, die über den Energiefonds mitfinanziert werden könnten – etwa beim Hallenbad-Neubau, der grosse Möglichkeiten in Sachen erneuerbare Energien und Energieeffizienz biete.

Über die Verwendung des städtischen Energiefonds-Anteils berät eine stadträtliche Fachkommission, präsidiert von Ruedi Huber, die Entscheidungskompetenz liegt aber beim Stadtrat. Der Energiefonds-Anteil für Projekte Privater ist an die kantonale Förderung angehängt, was die Administration stark vereinfacht. Zuständig dafür ist das Departement Bau und Verkehr.

Sind Solaranlagen in der Pampa ökologisch sinnvoll?

Im Zusammenhang mit dem Verwendungszweck des Energiefonds hatte SVP-Gemeinderat Andreas Elliker zuletzt in der Rechnungssitzung von Anfang Juni Kritik geübt. Er sei nicht gegen Solaranlagen. Jedoch frage er sich beim Bau von Fotovoltaikanlagen, «ob das ökologisch sinnvoll ist, wenn irgendwo in der Pampa oder irgendwo ohne grosse Abnahme der Energie eine dicke Leitung gezogen werden und dieser Strom abgenommen werden muss». Ebenfalls kritisierte er Batteriespeicher. Elliker brachte als Idee ein, eine gemeinderätliche Kommission mit Entscheidungskompetenz für den Energiefonds einzusetzen.

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