Hier kann man von zwei Seiten rein: Das ist das Siegerprojekt für Warth-Weiningens neues Infrastrukturgebäude

Der Gemeinderat von Warth-Weiningen hat diese Woche in mehreren Infoveranstaltungen die vier Projekte für das das Infrastrukturgebäude präsentiert. Nebst dem Siegerprojekt konnte man auch die unterlegenen Arbeiten sowie die Studie zum aktuellen Gemeindehaus besichtigen.

Evi Biedermann
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Das Modell des Siegerprojekts von AMJGS Architekten: So könnte Warth-Weiningens zukünftiges Infrastrukturgebäude aussehen.

Das Modell des Siegerprojekts von AMJGS Architekten: So könnte Warth-Weiningens zukünftiges Infrastrukturgebäude aussehen.

(Bild: PD)

Was lange währt. Diese Woche nun konnte die Bevölkerung Pläne und Modelle für ein Infrastrukturgebäude besichtigen, das auf der Schulwiese gebaut werden soll. Die Studien der vier von einem Fachgremium ausgewählten Architekturbüros lagen in der Mehrzweckhalle auf. Um einem möglichen Ansturm vorzubeugen, waren die Türen an drei Tagen jeweils für zwei Stunden geöffnet. Für Auskünfte standen Mitglieder des Gemeinderats zur Verfügung sowie Anja Meyer vom siegreichen Zürcher Architektenteam AMJGS.

Altes Gemeindehaus: «Vernünftiger Kostenaufwand nicht erreichbar»

Gemäss Machbarkeitsstudie von Architekt Christian Müller ist eine Umnutzung des heutigen Gemeindehauses in Warth nicht empfehlenswert. Die gewünschten Geschossflächen der Verwaltung könnten im ehemaligen Postgebäude nicht untergebracht werden. Zudem wäre ein tiefgreifender Eingriff nötig, um das Gebäude den aktuellen Bedürfnissen für eine Wohnnutzung anzupassen. Die Kosten für einen Neubau mit 490 Quadratmetern Geschossfläche für die Gemeindeverwaltung werden auf 1,5 Mio. Franken geschätzt plus 65000 Franken für den Rückbau. Demgegenüber steht das neue Infrastrukturgebäude in Weiningen mit Geschossflächen von 1500 Quadratmetern und Platz für die Verwaltung, den heutigen Volg, eine Kita sowie Reserveflächen. Kostenpunkt: rund 4,5 Millionen Franken. «Der gewünschte Nutzen wäre am Standort Warth mit einem vernünftigen Kostenaufwand nicht erreichbar», begründet Gemeinderat Peter Meuli den Entscheid für den Neubau in Weiningen. (bie)

Katharina Aeschbacher, Gemeindepräsidentin Warth-Weiningen.

Katharina Aeschbacher, Gemeindepräsidentin Warth-Weiningen.

(Bild: Mathias Frei)

Die anderen drei Studien waren vom Architekturatelier Emanuel Marbach, Frauenfeld, ausgearbeitet worden, von den Architekten Moos, Giuliani und Hermann, Diessenhofen, sowie von der Hauswirth GmbH, Zürich. In einem separaten Auftrag befasste sich der aus Warth stammende Architekt Christian Müller mit den baulichen Möglichkeiten und den Investitionskosten für die Weiterentwicklung des heutigen Standorts der Gemeindeverwaltung in Warth.

Von vorne in den Volg, von hinten zur Gemeinde

Anja Meyer von AMJGS im Gespräch mit Interessierten.

Anja Meyer von AMJGS im Gespräch mit Interessierten.

(Bild: Evi Biedermann)

Das Infrastrukturgebäude des Siegerprojekts hat ein Volumen von 27000 Kubikmeter und ist im Osten des gemeindeeigenen Grundstücks platziert, parallel zur Hauptstrasse. Die Architekten nutzten die Terrainneigung für zwei separate Erschliessungen auf zwei Ebenen: Der Volg-Laden im Erdgeschoss ist talseitig von einem öffentlichen Parkplatz aus zugänglich, die Gemeindeverwaltung und die Kinderkrippe bergseitig von der Unteren Vogelhalde her. Eine Aussentreppe an der Westseite verbindet die beiden Ebenen miteinander. Die verkehrstechnisch schwierige Situation werde mit getrennten Erschliessungen für Bus, Auto, Fussgänger und Anlieferung gelöst, schreibt Aldo Duelli, Mitglied der Fachjury, im Architektenbericht.

Warth-Weniningen plant auf der Schulhauswiese das neue Infrastrukturgebäude.

Warth-Weniningen plant auf der Schulhauswiese das neue Infrastrukturgebäude.

(Bild: Donato Caspari)
Visualisierung.

Visualisierung.

(Bild: PD)

Alle vier Projekte beinhalten die Überbauung der gesamten Schulwiese. So sind denn überall nebst dem Hauptprojekt auch Wohnbauten eingezeichnet. «Hier und jetzt geht es aber nur um das Infrastrukturgebäude», mussten die Auskunftgeber an den Infoveranstaltungen erklären. Offenbar war nicht allen Anwesenden präsent, dass zur Aufgabenstellung auch die Klärung möglicher Bauvolumen für weitere Gebäude auf dem 6200 Quadratmeter grossen Gemeindeland gehörte.

Wohnbaugenossenschaft ist optional

Angedacht ist eine noch zu gründende Wohnbaugenossenschaft «Untere Vogelhalde», mit der sich ein Projektteam der «IG Generationen» seit längerem befasst. Vorerst geht es aber darum, beim Stimmvolk einen ­Planungskredit für das Infrastrukturgebäude zu beantragen, damit das Siegerprojekt weiter­bearbeitet werden kann. Wird dieser bewilligt, kommt dann der Baukredit vor die Gemeindeversammlung.

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