Kantonal-Musikverband
Hiebe und Liebe: Speed Dating für Thurgauer Musikanten

Feine Misstöne sind nicht nur beim Jazz das Salz in der Suppe. Die Präsidenten- und Dirigentenkonferenz des Thurgauer Kantonal-Musikverbandes in Diessenhofen zeigte, dass sich Zukunftsgestaltung mit gezielten Misstönen ganz harmonisch arrangieren lässt. Dazu diente auch ein Speed Dating der anderen Art.

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Kritische Fragen statt Liebesgeflüster: das Speed Dating der Dirigenten und Präsidenten.

Kritische Fragen statt Liebesgeflüster: das Speed Dating der Dirigenten und Präsidenten.

Bild: PD

(pd) Speed Dating: Ein Klassiker bei der Partnersuche. Doch das Konzept lässt sich auch in anderer Form der Antwortfindung auf grosse Fragen anwenden. So hat Alexandra Link vom Blasmusikblog an der Präsidenten- und Dirigentenkonferenz des Thurgauer Kantonal-Musikverbandes (TKMV) einen Workshop durchgeführt, der sich «Speed Dating» nannte.

«Wie fährt man einen Musikverein an die Wand?

Und das funktionierte so: Auf den Tischen lagen weisse Papiertischtücher, Schreiber und je eine Fragestellung. An jedem Tisch sassen sechs bis zehn Personen und diskutierten gemeinsam über die jeweilige Fragestellung. «Wann ist es höchste Zeit dem Dirigenten zu künden?», stand auf dem Zettel. Oder: «Wie fährt man einen Musikverein an die Wand?» Aber auch Fragen, wie der optimale Verein aussieht, diskutierten die Anwesenden. Wurden in der Gruppe eine oder mehrere Antworten gefunden, so schrieb man sie auf das bereitgestellte Papiertischtuch. Nach sechs Minuten klingelte der Wecker und man musste den Tisch wechseln und eine andere Frage mit anderen Teilnehmern diskutieren.

Viel Bewegung bei den Dirigenten und Präsidenten: Musik bewegt physisch und emotional.

Viel Bewegung bei den Dirigenten und Präsidenten: Musik bewegt physisch und emotional.

Bild: PD

Aufrufe zu Workshop oft wirkungslos geblieben

Am Ende wurde von jeder Frage die Quintessenz ausgearbeitet und in drei Thesen den 80 Anwesenden vorgestellt. «Ich konnte mir nicht so richtig etwas unter Speed Dating vorstellen», sagte ein Votant als Feedback. Er sei kritisch gewesen, aber es sei sehr interessant, was dabei herausgekommen sei. Auch andere meldeten sich am Ende zu Wort und lobten den Workshop. Eine Anwesende sagte:

«Es ist besser als ein Vortrag, bei dem man nur zuhören muss.»

Zuhören mussten die Dirigenten und Präsidenten aber auch. Am Anfang der Konferenz begrüsste Ruth Gubler, Präsidentin des TKMV, die Delegierten und informierte aus dem Verband. Sie durfte zudem neue Mitglieder für den Vorstand und die Musikkommission vorstellen, die derzeit noch in die Gremien hereinschnuppern und sich allenfalls im Dezember an der Delegiertenversammlung wählen lassen. Dann erfolgten einige Aufrufe zur Teilnahme an Workshops. «Wir hören immer wieder, dass man in den Vorständen oder Musikkommissionen Nachfolger sucht und teils nicht findet», sagte Stefan Roth, Präsident der Musikkommission des TKMV. Doch das Angebot für einen solchen Workshop sei bislang auf geringes Interesse gestossen. Roth formulierte es so:

«Sie müssen sich schnell anmelden, denn von den 50 Plätzen sind nur noch 45 übrig.»

Trotz all der mit Masken bedeckten Gesichter verlor die höchste Thurgauer Musikantin nicht viele Worte über das Virus. Die Blasmusik hat, wie andere Vereine auch, sehr unter den Restriktionen des Bundes gelitten. Doch nun dürfen sich die Vereinsmitglieder wieder zu den Proben zusammenfinden. Allerdings steht nun erstmals die Sommerpause an.

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