Heute vor 50 Jahren wurden am Nussbaumersee sechs Biber ausgesetzt

Heute vor genau 50 Jahren wurden am Nussbaumersee sechs Biber ausgesetzt. Diese hatte Anton Trösch aus Norwegen importiert. Diese Nager sind die Vorfahren der heute rund 600 Biber im Thurgau.

Sebastian Keller
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Am 6. Juni 1968 setzt Anton Trösch (links mit Karohemd) zusammen mit Gleichgesinnten am Nussbaumersee sechs norwegische Biber aus.  (Bild: PD/Archiv/Anton Trösch)

Am 6. Juni 1968 setzt Anton Trösch (links mit Karohemd) zusammen mit Gleichgesinnten am Nussbaumersee sechs norwegische Biber aus.  (Bild: PD/Archiv/Anton Trösch)

Es war ein Donnerstag: Am 6. Juni 1968 – exakt heute vor 50 Jahren – wurden am Nussbaumersee sechs Biber ausgesetzt. Das bestätigt Hannes Geisser, Direktor des Naturmuseums Thurgau. Das obenstehende Bild zeugt von dieser Aussetzungsaktion im Seebachtal; es stammt aus dem Archiv von Anton Trösch. Der Bottighofer war zusammen mit Gleichgesinnten treibende Kraft bei der Wiederansiedlung. Die Nagetiere hatte er aus Norwegen importiert. Um 1800 war der Biber hierzulande vollständig ausgerottet. Heute wird der Bestand im Thurgau auf rund 600 Tiere geschätzt - in keinem Kanton gibt es eine grössere Population. Sie sind Nachfahren der am Nussbaumersee ausgewilderten Biber. Es war die einzige erfolgreiche Ansiedlung im Thurgau.

Das Jubiläum nimmt Wolf-Dieter Burkhard zum Anlass, um im Seemuseum Kreuzlingen zum Thema zu referieren. Das Referat beginnt am Mittwoch, 6. Juni 2018, um 19 Uhr. «Ich gehe ausführlich auf die Aussetzung vom 6. Juni 1968 am Nussbaumersee ein», sagt er, der selber an der Biber-Wiederansiedlung beteiligt war. Der Vortrag ist Teil der Sonderausstellung «Rückkehr mit Nebengeräuschen: 50 Jahre Biber im Thurgau». Sie kann bis zum 18. November besucht werden.

KREUZLINGEN: In der verschmähten Heimat

Das Seemuseum widmet seine neue Sonderausstellung dem Biber. Ein Exponat verbindet mit der Region eine besondere Geschichte: Haakon wurde 1966 in Bottighofen ausgewildert und nahm dann Reissaus.
Nicole D’orazio