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Kolumne

Ein herzhaftes «Häh?»

Die Stimmbürger von Tobel-Tägerschen erhalten mit der Botschaft zur Gemeindeversammlung auch einen Antrag der Genossenschaft Dorfmarkt. Um diesen zur verstehen, reicht ein Hochschulabschluss nicht.
Olaf Kühne
Olaf Kühne

Olaf Kühne

Der Empfänger bestimmt die Botschaft, lautet eine der wichtigsten Regeln der Kommunikation. Sprich: Falsch verstehen gibt es nicht. Nur falsch mitteilen. Eine Botschaft erhalten derzeit auch die Stimmbürger von Tobel-Tägerschen. Für die Gemeindeversammlung in zwei Wochen. Das Budget ist traktandiert. Und eine Strassensanierung. Routine für geübte Direktdemokraten. Routine auch für Gemeinderäte und Lokaljournalisten. Weniger alltäglich hingegen ist der Antrag der Genossenschaft Dorfmarkt.

Ein HSG-Studium reicht nicht, um das Begehren zu verstehen. Auch nicht eine noch gescheitere Ausbildung wie etwa das KV. Es geht um Geld. Ganz offensichtlich. Denn der ganzseitige Text strotzt vor Zahlen mit dem vorangestellten Kürzel CHF. Also Schweizer Franken. Geld eben. Was sonst. Spätestens Textpassagen wie «Abnahme des Bilanzanpassungsberichts HRM2» oder «Darlehenszins reduziert sich aufgrund der zu leistenden Amortisation» entlocken der geneigten Leserin und dem geneigten Leser dann aber wohl bestenfalls ein herzhaftes «Häh?».

Dabei ist durchaus davon auszugehen, dass die Toblerinnen und Tobler ihrem Dorfmarkt wohlgesonnen sind. Wer will schon für einen frischen Zopf am Samstagmorgen in seinen Offroader steigen und nach Münchwilen fahren? Zumal aus einer 2000-Watt-Gemeinde. Um aber jemandes Anliegen wohlgesonnen zu sein, ist es bestimmt hilfreich, jemandes Anliegen auch zu verstehen. Eine verständlichere Botschaft wäre dafür bestimmt nicht die dümmste Idee. Dann klappt’s auch mit dem Empfänger – und vielleicht sogar mit dem Steuerzahler.

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