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Die Originalaufnahmen fehlen: Tierschutzfall in Herrenhof stockt

Die Untersuchungen gegen den Schafbesitzer, der heimlich vom Nachbarn gefilmt wurde, verzögern sich. Die Staatsanwaltschaft wartet noch auf Originalaufnahmen des Videos. Doch diese sind bereits gelöscht.
Silvan Meile, Sebastian Keller
Der Stall des Schafzüchters in Herrenhof. (Bild: Andrea Stalder)

Der Stall des Schafzüchters in Herrenhof. (Bild: Andrea Stalder)

Noch ist ungewiss, ob gegen den Schafbesitzer aus Herrenhof eine Strafuntersuchung eingeleitet wird oder nicht. Vor einem Monat machte ein Video Schlagzeilen, das den Tierhalter in ein schlechtes Licht rückte. Es zeigte den Mann, wie er Schafe durch die Luft warf. Sein Nachbar, der sich seit Jahren am Geruch aus dem Stall stört, schickte die Filmaufnahmen an Tierschützer Erwin Kessler. Dieser reichte mit seinem Verein gegen Tierfabriken eine Strafanzeige ein und forderte ein sofortiges Tierhalteverbot.

Eine Nachfrage bei der Thurgauer Staatsanwaltschaft zeigt: Die Untersuchung kommt nicht voran. «Die Anzeigevorwürfe sind nach wie vor Gegenstand der laufenden Untersuchungen, jedoch verzögern sich diese, da der Staatsanwaltschaft die Originalaufnahme noch nicht vorliegt», sagt Marco Breu, Mediensprecher der Thurgauer Staatsanwaltschaft. Offensichtlich reichen den Untersuchungsbehörden die im Internet veröffentlichten Filmaufnahmen nicht. Auch ist klar, dass der Nachbar längst eine CD mit Filmdateien der Polizei übergeben hat. Das unbearbeitete Rohmaterial, wie es die Staatsanwaltschaft gerne hätte, gebe es aber längst nicht mehr, sagt er gegenüber «Blick».

Der Schafbesitzer wollte am Mittwoch auf Anfrage der Thurgauer Zeitung keine Stellung beziehen. Nicht überall wird er aber als Tierquäler abgestempelt. Unterstützung bekommt der Herrenhofer etwa vom Frauenfelder BDP-Kantonsrat Roland A. Huber, der auch der Untersuchungskommission zum Fall «Hefenhofen» angehörte. Am Rande einer Demonstration von Tierschützer Erwin Kessler sagte Huber am vergangenen Samstag gegenüber dem Fernsehsender «Tele-Top» zum Video aus Herrenhof: «Wenn man das objektiv betrachtet, gibt es hier keine Anhaltspunkte auf Tierquälerei.» Dennoch werde hier eine ganze Familie in ihrer Existenz und Ehre geschädigt. Kurz nach der Veröffentlichung des Videos erklärten die beiden Grossverteiler Coop und Bell, bis auf Weiteres kein Fleisch mehr vom Betrieb aus Herrenhof abzunehmen.

Tierschutz war auf dem Hof

Wie diese Zeitung erfahren hat, nahm auch der Schweizer Tierschutz (STS) unlängst eine unangemeldete Kontrolle auf dem Hof vor. Das bestätigt der STS auf Anfrage. «Der Zustand des Stalles stellt kein Problem dar», sagt Cesare Sciarra, Leiter des STS-Kontrolldienstes. Worauf der Bauer aber ein Auge haben müsse, sei der Gesundheitszustand der Tiere. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Falls kontrollierte das Thurgauer Veterinäramt den Hof unangekündigt und stellte dabei keine Verfehlungen fest.

Für Tierschützer Kessler ist der Schafbesitzer aus Herrenhof aber längst ein weiteres Argument in seinem Kampf gegen Kantonstierarzt Paul Witzig und Regierungsrat Walter Schönholzer. Ihnen wirft er bereits seit dem Tierschutzfall des Pferdehalters in Hefenhofen Versagen vor und fordert deren Absetzung.

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