Herdermer haben für die Ersatzwahl des Gemeinderates die Qual der Wahl

Für die Erneuerungswahlen des Gemeinderates haben die Stimmbürger eine Auswahl. Fünf Kandidaten rangeln um vier Sitze. Zwei Neue stellten sich nun an der Wählerversammlung vor.

Manuela Olgiati
Drucken
Teilen
Das Gemeindehaus der Politischen Gemeinde Herdern in Lanzenneunforn. (Bild: Nana do Carmo)

Das Gemeindehaus der Politischen Gemeinde Herdern in Lanzenneunforn. (Bild: Nana do Carmo)

«Ein grösserer Brocken dürfte die Ortsplanungsrevision werden», sagte Gemeindepräsident Ulrich Marti an der Wählerversammlung vom Donnerstagabend. Die für die Legislatur 2019 bis 2023 anstehenden Aufgaben in Herdern sind komplex. Zur Wiederwahl stellen sich Ulrich Marti als Gemeindepräsident (bisher), und die bisherigen Gemeinderäte Franz Weber, Peter Mächler und Silvia Butti. Letztere konnte als einzige Kandidaten nicht an der Wählerversammlung teilnehmen.

Nach dem Rücktritt von Gemeinderat Peter Furger stellen sich Thomas Horn (Jahrgang 1966) und Mario Manhart (1969) zur Wahl. Horn ist Unternehmensberater und lebt in Lanzenneunforn. Manhart aus Herdern und arbeitet als Leiter Produkt Management, Beratung und Projekte. Beide Kandidaten sind parteilos. Am Donnerstagabend kamen rund 50 Bürger in den Landenbergsaal auf Schloss Herdern zur Wählerversammlung. Die Gesamterneuerungswahlen der Gemeindebehörde finden am 23. September statt, ein allfälliger zweiter Wahlgang am 25. November. Die neue Legislatur beginnt am 1.Juni 2019.

Thomas Gamper leitet die Diskussion

An der Wählerversammlung äusserten sich mehrere Votanten positiv zur echten Auswahl an Kandidaten. Damit stehen bei der Gesamterneuerungswahl sechs Kandidaturen auf der offiziellen Wahlliste für die fünf Mitglieder der Gemeindebehörde. Thomas Gamper, alt Gemeindepräsident von Stettfurt, brachte mit den beiden neuen Anwärtern eine Diskussion in Gang. Beide Kandidaten betrachten politische Aufgaben sachlich. Die Zeit scheint ein wesentlicher Faktor als Motivator zu sein: Thomas Horn bringt als selbstständiger Unternehmer das Rüstzeug für ein öffentliches Amt mit. Manhart betont sein Engagement in der Gemeinde.

Nebst Gemeindepräsident Ulrich Marti (ganz rechts) sind an der Wählerversammlung vier der fünf Kandidaten für den Gemeinderat zugegen: Peter Mächler (bisher), Thomas Horn (neu), Franz Weber (bisher) und Mario Manhart (neu). (Bild: Manuela Olgiati)

Nebst Gemeindepräsident Ulrich Marti (ganz rechts) sind an der Wählerversammlung vier der fünf Kandidaten für den Gemeinderat zugegen: Peter Mächler (bisher), Thomas Horn (neu), Franz Weber (bisher) und Mario Manhart (neu). (Bild: Manuela Olgiati)

Wie die Kandidaten zum Kollegialitätsprinzip stehen, fragte Gamper. «Mir ist ein einheitliches Bild nach aussen wichtig», sagte Horn. Manhart spricht von einer internen Gesprächskultur mit unterschiedlichen Ansichten. Das Ressort öffentliche Sicherheit imponiert Manhart als ehemaliger Feuerwehrkommandant einer anderen Gemeinde und als Mitglied der Jagdaufsicht Herdern. «Ich bin im Dorf auch als Mitglied der Arbeitsgruppe Schulstandorte innerhalb der Primarschulgemeinde Herdern-Dettighofen integriert», sagte Manhart.

Eine Vakanz im Wahlbüro

Horn betonte, dass er trotz guter Verwurzelung in beiden Dörfern keine Seilschaften in Organisationen und Vereinen habe und somit unabhängig sei. Als ehemaliger Rettungssanitäter sei sein politisches Gedankengut sozial-liberal. Manhart bezeichnet sich als offen und bürgerlich. Wenn es um die Entwicklung der Gemeinde gehe, möchte Manhart erst schauen, was vorhanden sei. Horn peilt die Zusammenarbeit in Gesprächen für eine gemeinsame Dörferkultur an.

In der Geschäftsprüfungskommission wollen die bisherigen vier Mitglieder weitermachen: Mathias Goldinger, Bettina Graf, Thomas Kressibucher und Claudio Venturini. Im Wahlbüro treten drei von vier Mitgliedern wieder an: Stefan Holenweger, Franco Miliffi und Susanne Zellweger. Neu kandidiert Simone Salomon aus Lanzenneunforn.

Herdern soll auf Brautschau gehen

In diesen Tagen bekommen die Einwohner Post. Eine Bürgergruppe lanciert eine Petition und fordert damit den Gemeinderat auf, Fusionsverhandlungen mit Nachbargemeinden aufzunehmen.
Mathias Frei

Herdern: Die Sonnenseite jubiliert

Die Politische Gemeinde begeht am Sonntag ihr 20-jähriges Bestehen mit einer Wanderung und einem Fest. Die Ansprachen werden aber kurz gehalten. Auch eine lesenswerte Festschrift ist entstanden.
Mathias Frei