Herbsttournee
Frisch musiziert und auf ganzer Linie begeistert: Jugendorchester Thurgau entzückt Publikum

Das Jugendorchester Thurgau startete seine Herbsttournee in Steckborn. Weitere Konzerte folgen am 19. September in Wil und am 19. September in Arbon.

Christof Lampart
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Für seinen Auftritt mit dem Jugendorchester Thurgau erhielt der italienische Flötist Gianluca Campo viel Beifall vom Steckborner Publikum.

Für seinen Auftritt mit dem Jugendorchester Thurgau erhielt der italienische Flötist Gianluca Campo viel Beifall vom Steckborner Publikum.

Bild: Christof Lampart

Das Konzert in der evangelischen Kirche Steckborn stiess beim Publikum auf ein grosses Interesse. So gross gar, dass vor Beginn – wegen der geltenden Coronaregelungen und den damit verbundenen Platzbeschränkungen – leider ein paar spät Hinzueilende wieder aus der Kirche gewiesen werden mussten. Der Vorfall verdeutlichte jedoch eines: Die Zuhörerinnen und Zuhörer waren in grosser Zahl gekommen, weil sie begierig darauf waren, zu hören, wie gut der unter der musikalischen Leitung von Gabriel Estarellas Pascual stehende Klangkörper die Pandemie überstanden hatte.

Grossen Wert gelegt auf frisches Musizieren

Wie sich schnell zeigte, waren etwaige Befürchtungen unbegründet. Schon beim ersten Werk, der Sinfonie in c-Moll für Streichorchester von Felix Mendelssohn Bartholdy, versprühte das Jugendorchester Thurgau eine wunderschöne klangliche Leichtigkeit, die im langsamen Kopfsatz an die Musik Joseph Haydns erinnerte – und somit gewissermassen einen Vorgeschmack auf die Musik gab, die noch später erklingen sollte. Gabriel Estarellas Pascuell legte bei der Interpretation dieses Werkes, das Mendelssohn Bartholdys als Zwölfjähriger geschrieben hat, grossen Wert auf ein frisches Musizieren, was denn auch hervorragend zum Charakter des Werkes passte.

Virtuos und mit reinem Ton

Bei Wolfgang Amadeus Mozarts Flötenkonzert Nr. 2 in D-Dur (KV 314) kam der gebürtige Sizilianer Gianluca Campo, Solo-Flötist im Sinfonieorchester St.Gallen, zum Zuge. Der Italiener spielte das Konzert, das von Mozarts so angelegt wurde, dass sich gross angelegte Tuttistellen und kammermusikalische Passagen trefflich abwechseln und ergänzen, virtuos und mit einem sehr reinen Ton. Was das Auditorium zuerst innerlich mit- und am Ende zu einem ebenso langen wie verdienten Applaus hinriss.

Hier bewährte sich das Jugendorchester Thurgau, indem es mit dem schwungvollen Spiel Campos geradezu beschwingt mitfloss. Letzterer gab noch als Solo-Zugabe einen Satz aus Johann Sebastian Bachs Partita in h-Moll.

Nach der Pause stand Joseph Haydns Sinfonie Nr. 104 auf dem Programm. Auch hier waren Vorgriffe auf romantische Komponisten, die nach ihm kommen sollten – van Beethoven wie auch Schubert – unüberhörbar. Und auch hier fand das Jugendorchester zum transparenten Klang, der frei dahinzufliessen schien und die Zuhörer beglückte.

Das Jugendorchester Thurgau gastiert am Samstag, 18. September um 19.30 Uhr in der Tonhalle in Wil und am 19. September um 17 Uhr in der evangelischen Kirche Arbon. Türöffnung ist eine Stunde vor Konzertbeginn. Es sind die aktuell geltenden Covid 19-Massnahmen zu berücksichtigen.

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