Heimrennen mit 55 km/h: Für den Radprofi Stefan Bissegger geht mit dem Zeitfahren an der diesjährigen Tour de Suisse ein Traum in Erfüllung

Zeitfahren in Frauenfeld an der Tour de Suisse 2020: Radrennprofi Stefan Bissegger und Streckenchef Urban Kaiser haben elf Kilometer vorab besichtigt.

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Radrennprofi Stefan Bissegger und OK-Streckenchef Urban Kaiser erkunden die Tücken beim Langdorfkreisel.

Radrennprofi Stefan Bissegger und OK-Streckenchef Urban Kaiser erkunden die Tücken beim Langdorfkreisel.

(Bild: PD)

(red) Wer, wenn nicht ein Radrennprofi? Wer, wenn nicht ein Thurgauer? Wer, wenn nicht Stefan Bissegger? Der 21-Jährige ist der richtige Mann, um den Streckenverlauf des Tour-de-Suisse-Zeitfahrens vom 7.Juni in Frauenfeld einzuschätzen. Der Radrennprofi aus Mettlen, der mittlerweile in Frauenfeld wohnhaft ist, erlebt also beim Besuch der weltweit viertgrössten Landesrundfahrt quasi ein Heimrennen. Mehr noch. Für ihn geht dann ein Kindheitstraum in Erfüllung.

Vor kurzem hat Bissegger mit Urban Kaiser, dem Streckenchef des lokalen Vereins Tour de Suisse HUB Frauenfeld, die rund elf Kilometer lange Strecke abgefahren. Nach der Besichtigung des Start-/Zielgeländes bei der Pferderennbahn in der Allmend besuchte das Duo markante und heikle Stellen auf der ganzen Route. Zwischenstopps gab es vor allem bei Kreiseln wie dem Langdorfkreisel, dem Zeughauskreisel, dem Schaffhauserplatz oder bei einzelnen Passagen im Juchgebiet. Bissegger lässt durchblicken, dass ihm die Strecke durchaus entgegenkommt:

«Das ist ein vielseitiger und abwechslungsreicher Kurs, bei dem man das Velo gut im Griff haben muss.»

Das komme ihm entgegen. Ausserdem werde es keine Probleme bereiten, falls es beim Rennen regne. Bissegger schätzt die durchschnittliche Geschwindigkeit auf 55km/h. Er freue sich sehr auf den Start vor heimischer Kulisse, «deshalb bin ich unheimlich motiviert».

Stefan Bissegger und Urban Kaiser im Start-/Zielgelände.

Stefan Bissegger und Urban Kaiser im Start-/Zielgelände.

(Bild: PD)

Trainings von Frauenfeld aus in alle Richtungen

Bissegger feierte im vergangenen Jahr mit dem zweiten Platz bei der U23-Weltmeisterschaft seinen bisher grössten Erfolg. Daneben holte er 2019 auf internationaler Ebene je einen Etappensieg an der Tour de l’Ain und an der Tour de l’Avenir. Damit verbunden fand der Thurgauer auch Aufnahme in das Profiteam von «EF Pro Cycling». Ende Februar nun konnte sich Bissegger mit dem Bahnvierer an den Weltmeisterschaften in Berlin für die Olympischen Spiele in Tokio qualifizieren. Einen grossen Teil seiner Trainingsfahrten, die in der Regel eine Länge von rund 200 Kilometern haben, absolviert Bissegger jeweils direkt von Frauenfeld aus. Von da aus fährt er meist ins Appenzellerland, über den Sitzberg, den Sternenberg und auch auf den Seerücken. Trainings drinnen auf der Rolle in Form von Digital-Cycling mag er hingegen nicht besonders.

The Circles spielen am Tour-de-Suisse-Start.

The Circles spielen am Tour-de-Suisse-Start.

(Bild: Nana Do Carmo)

Nebst Bissegger freut sich auch Kaiser auf den bevorstehenden Start der diesjährigen Tour de Suisse in Frauenfeld. Am 6. und 7. Juni wird ein attraktives Programm vorbereitet. So gibt’s am Samstag auf dem Festplatz bei der Pferderennbahn tagsüber ein vielfältiges Radsportfest für die ganze Familie. Am Abend folgt die Fahrerpräsentation und ein Unterhaltungsabend mit den «Circles». Am Sonntag erfolgt der Rennstart mit rund 150 Fahrern.

ww.tds-frauenfeld.ch

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