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HCT-Verteidiger Steinauer: «Ajoie hat mir gut getan»

Wenn der HC Thurgau heute um 20 Uhr auswärts gegen den HC Ajoie antritt, trifft Verteidiger Joel Steinauer auf seine alten Teamkollegen. Die Rückkehr in den Jura fällt dem 23-jährigen Zürcher leicht.
Matthias Hafen
Joel Steinauer möchte sich beim HC Thurgau mit harter Arbeit für die National League empfehlen. (Bild: Mario Gaccioli, Weinfelden, 15. September 2018)

Joel Steinauer möchte sich beim HC Thurgau mit harter Arbeit für die National League empfehlen. (Bild: Mario Gaccioli, Weinfelden, 15. September 2018)

Es ist die Strecke, die nicht enden will: Wenn kurz nach Basel die Autobahn aufhört, die Strasse sich durch das Laufental schlängelt, dort vorbei, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen, dann fühlen sich Meter wie Kilometer an, Minuten wie Stunden. Die Anreise in die Ajoie – egal, welchen Weg man wählt – ist für jeden Gegner in der Swiss League eine kleine Tortur. Nicht wenige sprechen vom «Loch» im äussersten Zipfel der Schweiz. Und genau dorthin fährt der HC Thurgau heute wieder. Um 20 Uhr wird in Pruntrut das Meisterschaftsspiel gegen den HC Ajoie angepfiffen.

Für Joel Steinauer ist die Reise in den Kanton Jura eine Art Heimkehr. Wie Stürmerkollege Melvin Merola wechselte der 23-jährige Verteidiger in diesem Sommer von Ajoie zu Thurgau. «Nicht, weil ich mit meinem alten Club abgeschlossen hätte», so Steinauer. Die baufällige Eishalle «Voyeboeuf», die familiäre Gastfreundschaft, das Flair der «Paysans», der frankofonen Landbevölkerung: All das hat Joel Steinauer in seiner Saison bei den Ajoulots ins Herz geschlossen.

Irgendwann holte ihn die Langeweile ein

«Ajoie hat mir gut getan», sagt der frühere Junioren-Nationalspieler. Wieso dann der Wechsel zu Thurgau? «Das Städtchen Pruntrut ist ein Bijou, aber in zwei Minuten ist man dort durch.» Für Steinauer, der im Grossraum Zürich aufgewachsen ist, wurde das Leben im Jura zu langweilig. Er lebte in Chevenez in einer Spieler-WG, «und auch wenn ich mit allen gut ausgekommen bin, so hatte ich ab und zu das Bedürfnis, mal jemand anderen zu treffen. Freunde. Familie.» Immer wieder verabredete er sich mit seiner Freundin in Basel, um das städtische Flair aufzusaugen. Manchmal reiste er in der Freizeit ganz nach Hause zu seinen Eltern im Tösstal. «Die Erfahrungen, die er im äussersten Zipfel der Schweiz gemacht hat, möchte der Zürcher aber nicht missen. «Ich wollte zum ersten Mal richtig von zu Hause weg, auf eigenen Beinen stehen, das habe ich dort geschafft», sagt Steinauer.

Vergangene Saison spielte Joel Steinauer noch für Thurgaus Ligakonkurrent Ajoie. (Marc Schumacher/Freshfocus, Olten, 6. Januar 2018)

Vergangene Saison spielte Joel Steinauer noch für Thurgaus Ligakonkurrent Ajoie. (Marc Schumacher/Freshfocus, Olten, 6. Januar 2018)

Heute lebt er wieder bei seinen Eltern – aber nur vorübergehend, bis er eine eigene Wohnung oder eine WG gefunden hat. Die Rückkehr in den Grossraum Zürich war dem 23-jährigen Familienmenschen ein Anliegen. «Beim HC Thurgau habe ich das, ohne auf die familiäre Atmosphäre verzichten zu müssen.» Ebenso wichtig sei ihm gewesen, dass er zu einem Trainer kommt, der ihm Vertrauen schenkt. «Ich bin bereit, eine Leaderrolle zu übernehmen», sagt der Verteidiger, der seine Juniorenzeit bei den ZSC Lions und dem EHC Kloten verbracht hat. Und wenn Stephan Mair sagt, er erwarte von Steinauer offensive Akzente, einen guten ersten Pass und dass er die jungen Spieler an seiner Seite weiterbringe, dann merkt man, wie sehr Thurgaus Headcoach auf den notabene erst 23-jährigen Neuzuzug zählt.

Leaderrolle bei Thurgau nur ein Zwischenziel

Schon beim HC Ajoie hat Joel Steinauer einen Karriereschritt gemacht, obwohl oder gerade weil der Offensivverteidiger dort ungewöhnlich defensiv agieren musste. «Das machte mich zu einem kompletteren Spieler», sagt der KV-Absolvent, der nach seiner Eishockeykarriere mit seinem Bruder zusammen gerne das Malergeschäft des Vaters übernehmen würde. Nun geht es aber darum, sich im Eishockey einen Namen zu machen. «Mein Ziel ist es, in den nächsten zwei Jahren den Schritt in die National League zu schaffen.» Den HC Thurgau sieht er als ideales Sprungbrett dafür. «Weil hier Potenzial vorhanden ist.» Seine Absicht wird Steinauer auch heute, im Auswärtsspiel gegen seinen Ex-Club untermauern. Da hilft es natürlich, wenn die nicht enden wollende Anreise in die Ajoie primär positive Gedanken hervorruft.

HC Ajoie mit einem Thurgauer gegen den HCT

Thurgaus Ligakonkurrent Ajoie hat für vorerst zwei Spiele Sandro Forrer vom NLA-Club Fribourg-Gottéron ausgeliehen. Der 20-jährige Steckborner wechselte auf diese Saison hin vom EV Zug zu den Freiburgern, wo auch sein Bruder Marco (ex Davos) unterschrieb. Sandro Forrer debütierte mit Ajoie am vergangenen Mittwoch bei der 2:4-Niederlage in La Chaux-de-Fonds. Dort spielte er zeitweise auch im Powerplay und trug unter anderem zum zweiten Treffer der Jurassier bei. (mat)

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