HC Thurgau vertreibt den Schlendrian

Beim 6:0-Sieg gegen die Ticino Rockets am Dienstagabend hat sich der HC Thurgau den Frust von der Seele geschossen. Jetzt heisst es Hoffen oder Bangen. Ist alles besser? Oder war das nur ein Strohfeuer?

Matthias Hafen
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Michael Loosli freut und seine Teamkollegen haben im wichtigen Spiel gegen die Ticino Rockets Charakter gezeigt und überzeugend gewonnen. (Bild: Mario Gaccioli)

Michael Loosli freut und seine Teamkollegen haben im wichtigen Spiel gegen die Ticino Rockets Charakter gezeigt und überzeugend gewonnen. (Bild: Mario Gaccioli)

Boom, boom, boom – Tor, Tor Tor. So einfach lässt sich das Spiel des HC Thurgau gegen die Ticino Rockets vom Dienstagabend zusammenfassen. In der Begegnung, in der einzig der Sieg zählte, zeigten die Ostschweizer Charakter, liessen ab der ersten Minute keine Zweifel über den Sieger offen und taten erst noch etwas für das Selbstvertrauen der zuletzt arg gebeutelten Offensive. Für Trainer Stephan Mair war es auch der Beweis, dass die Mannschaft reifer ist als noch in der vergangenen Saison. «So wie wir im dritten Drittel weitergespielt haben, so muss es sein. Es kam zu keiner Zeit der Schlendrian auf», sagt der Südtiroler.

Der 6:0-Triumph am Dienstagabend bedeutete für den HCT der erste Sieg nach drei Niederlagen zum Saisonstart. Rechnet man die resultatmässig wenig erfolgreiche Vorbereitung sowie den Cup mit ein, war dies erst der zweite Sieg in zwölf Spielen.

Strafen kosten das Team oft den Lohn

«Es hat den Spielern gut getan, Tore zu schiessen», sagt Thurgaus Trainer Mair zwei Tage nach dem wichtigen Sieg gegen die Ticino Rockets. Patrick Brändli und Cody Wydo hatten je zweimal getroffen, Adam Rundqvist und Kenny Ryan einmal. Vor allem von den Amerikanern Wydo und Rundqvist erhoffen sich die Fans, dass sich der Knoten nun gelöst hat. «Es hilft sicher fürs Selbstvertrauen», so Trainer Mair. Mit fünf Zweiminutenstrafen und einer zehnminütigen Herausstellung von David Wildhaber lief auch gegen das NLB-Farmteam aus dem Tessin freilich nicht alles wunschgemäss. «Mit unseren Strafen bringen wir uns immer wieder selber um den Lohn», sagt Mair. Mit Einzelgesprächen und Videostudien bläut er seinen Spielern ein, wie wichtig es ist, der Strafbank fernzubleiben. «Wir sind noch nicht so weit, dass wir die Spieler mit Bussen bestrafen», so der HCT-Coach, «aber diese Undiszipliniertheiten sind fahrlässig und müssen aufhören».

«Nie weit weg von dem, was ich mir vorstelle»

Mit einem Sieg aus vier Spielen ist der HC Thurgau noch immer unter dem Trennstrich klassiert. Der Tanz auf dem Vulkan geht für die Ostschweizer am kommenden Dienstag um 19.45 Uhr in Olten weiter. Dass dann ein Gegner von ganz anderem Kaliber gegenüberstehen wird, ist auch Trainer Mair bewusst: «Aber ich bin überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Spielerisch waren wir gar nie so weit weg von dem, was ich mir vorstelle.» Die Mannschaft finde langsam die Abstimmung, die Mechanismen funktionierten immer besser. «Wenn wir jetzt noch von der Strafbank fernbleiben, kommt es gut.»

Physiotherapeut Steffen verlässt HC Thurgau

Beim HC Thurgau kommt es zu einem ausserplanmässigen Wechsel im Betreuerstab. Physiotherapeut Ruben Steffen wird nur noch diese Woche für den NLB-Eishockeyclub im Einsatz sein. Der Deutsche verlässt den HCT nach zweieinhalb Jahren auf eigenen Wunsch, um sich einem Medizinstudium zu widmen. Steffen erhielt einen der begehrten Ausbildungsplätze an der Universität Heidelberg in Baden-Württemberg. Über die Nachfolge Steffens hat der Club noch nicht kommuniziert, angeblich zeichnet sich aber eine neue Lösung ab. Bereits vor der Saison war es zu einem Wechsel im Betreuerstab gekommen: Materialwart Roger Weinhart wollte sich anderweitig orientieren, worauf der HC Thurgau mit Andi Vogt einen ebenso kompetenten Ersatz fand. (mat)