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Harndrang, Risiko-Ehen und leere Kässeli: Das Beste aus dem Frauenfelder Stadtparlament

Besser zu viel als zu wenig geredet: Das nehmen sich die Lokalpolitiker im Rathaus nur zu gerne zu Herzen. Sie debattieren über Rindszüngli, Hürden aus dem Ostblock und die Stadt der Liebe. Ein nicht ganz bierernstes Zitate-Best-of aus dem Gemeinderat.
Gesammelt und kommentiert von Mathias Frei
An der kürzlichen Budgetsitzung des Gemeinderats im Grossen Bürgersaal im Rathaus. (Bild: Reto Martin)

An der kürzlichen Budgetsitzung des Gemeinderats im Grossen Bürgersaal im Rathaus. (Bild: Reto Martin)

Frauenfelds Lokalpolitik führt zu wunderbaren Ergüssen, die manchmal auch von rhetorischer Natur sind. Stolze 246 Seiten füllen die Protokolle der elf Parlamentssitzungen im Rathaus zwischen November 2017 und Oktober 2018.

«Also weiss man doch gar nicht mehr, wann man waschen soll.»

Diese hypermodernen Waschmaschinen! Félicie Haueter (SP) ist verwirrt.

«Dieses rote Komma vor dem ‹sind›, das tut richtig weh. Das brennt mir in den Augen. Also bitte weglassen.»

Mit roten Kommata kann man Fredi Marty (MproF) also quälen.

«Hierzu erwarten wir keine Stellungnahme des Stadtrats.»

Man kann es Christoph Regli (CVP) auch nie recht machen.

«Ich kann Ihnen für die Zukunft keine Fehlerfreiheit garantieren, […]»

Stadtpräsident Anders Stokholm (FDP) ist wenigstens ehrlich. Das zählt.

«Auf die Gefahr hin, dass Sie mich einen Kommafreak nennen und ich mir jetzt diesen zweifelhaften Ruf erwerbe, möchte ich doch noch auf Art. 7 Abs. 3 eingehen.»

Fredi Marty und sein zweifelhafter Ruf.

Frauenfeld TG - Sitzung des Gemeinderates Frauenfeld.

Frauenfeld TG - Sitzung des Gemeinderates Frauenfeld.

«Das ist eine Nullaussage, eine typische Nullaussage.»

Man kann nicht nicht kommunizieren, lieber Peter Hausammann (CH).

«Bei der Paketpost haben wir schon einen Goldesel verschenkt.»

Andreas Elliker (SVP) kennt sich nicht nur mit kleinen Kühen aus.

«Tendenziell werden wir eher Richtung tief gehen, wenn überhaupt.»

Ob links oder rechts, Hauptsache: tief. So hält es Stapi Anders Stokholm.

«Lichterspiele von Kamelen und Königen, an zahlreiche Fassaden projiziert, erfreuen die Gemüter oder lassen die Kunstbanausen ratlos hirnen, was das soll.»

Fredi Marty ist in Sachen Weihnachtsbeleuchtung kein Kunstbanause.

«Nur schon aus diesem Grund müsste man sagen, man müsste den Betrag vielleicht sogar verdoppeln, dann wird es heller.»

Ohne Beleuchtung geht Stadtpräsident Stokholm einfach kein Licht auf.

«Der heutige Standard kann alles Mögliche bedeuten.»

Pascal Frey (SP) angriffig-kritisch.

«Der Satz, den Sie erwähnt haben, ist ein Standardsatz, der sehr oft bei Strassensanierungen erwähnt wird.»

Stadtrat Ruedi Huber (SVP) kann da nichts hinzufügen.

«Es ist Fakt, jemand, der Auto fährt, läuft nicht so weit.»

Eine Lebensweisheit von Stefan Geiges (CVP).

«Hier sind wir wirklich wieder einmal ganz anderer Meinung, wir geben uns deshalb nicht gleich auf den Grind, sondern nur verbal.»

Peter Hausammann hat seine eigenen Lebensweisheiten.

«Ich bin Velofahrer und gehe am Abend in dieser Stadt laufen und laufe am Samstag durch diese Stadt. Ich muss aus gesundheitlichen Gründen mehrere tausend Schritte pro Woche machen. Ich laufe sehr viel in dieser Stadt umher.»

Stefan Geiges ist sportlich.

Frauenfeld TG - Sitzung des Gemeinderates Frauenfeld.

Frauenfeld TG - Sitzung des Gemeinderates Frauenfeld.

«Ich glaube, Sie wollen Antworten darauf.»

Stadtpräsident Stokholm ist nicht sicher, wem er was wieso antworten soll.

«Über die Hürden der Leichtathletikanlage wurde debattiert, es gab auch Anregungen, ob allenfalls die Hürden aus dem Osten beschafft werden könnten.»

Was heisst für Andreas Elliker Osten? Arbon, Ungarn oder China?

«Und dann erlaube ich mir noch ganz kurz auf etwas zurückzukommen, worauf ich vor zwei Stunden fast sitzen geblieben wäre.»

Peter Hausammann hat es einfach drauf mit der Spannungskurve.

«Es ist kein Problem für mich, dass der Antrag abgelehnt wurde. Ich kann mit Abstimmungsniederlagen umgehen.»

Andreas Elliker gibt Einblick in sein Innerstes.

«Es wäre doch schön, wenn ich da nicht so Fresszettel bekommen würde, die ich fast nicht lesen kann.»

Gemeinderatspräsidentin Susanna Dreyer (CVP) ist mit wenig zufrieden. Aber wenigstens lesbar sollen die Fresszettel sein.

«Er wird mit seiner relativ gesehenen Jugend, seinem buchhalterischen und finanzwissenschaftlichen Hintergrund und seinem Freigeist das Amt gut wahrnehmen.»

Heinrich Christ (CH) über seinen relativ jungen Kollegen Elio Bohner.

«Wir werden hier drin nie sagen, heute vergeben wir Tschanen, Geiges oder an jemanden, der nicht im Gemeinderat ist, die Strasse XY, das wird nie der Fall sein.»

Stadtpräsident Stokholm jongliert gerne mit Tiefbauaufträgen.

«Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt allerhöchstens schlechte Kleidung. Also zieht euch warm an, ich freue mich auf den Freitagnachmittag.»

Gemeinderatspräsidentin Dreyer ist betreffend Gemeinderatsausflug eine Motivationskünstlerin.

Frauenfeld TG - Sitzung des Gemeinderates Frauenfeld.

Frauenfeld TG - Sitzung des Gemeinderates Frauenfeld.

«[...] aber wir sind leider nicht Paris, und uns fliesst nicht alles von allein zu.»

Heinrich Christ sinniert über die Stadt der Liebe und Eigeninitiative.

«Ich für meine Person [finde], dass ich durchaus manchmal auch das Funkeln in den Augen hatte, aber offenbar habe ich noch nicht genug gefunkelt. Solange ich nicht geflunkert habe, macht das ja nichts.»

Mit diesem Funkeln in den Augen könnte Stapi Stokholm der nächste Bachelor werden.

«Frage ich meine Kinder, wünschten sie natürlich möglichst viele Rutschen und unbedingt ein Sprungbecken.»

Michael Hodel (EVP) leitet den Wunschzettel seiner Kinder an den Stadtrat, also das Christkind, weiter.

«Und ich verschone Sie mit meinem Baseldeutsch und bleibe beim Hochdeutsch.»

Bebbi Roman Fischer (Grüne) kennt die eigenen Schwächen.

«Erfahrungswerte zeigen, der Bademeister soll mich korrigieren, wenn es nicht stimmt, dass pro Hallenbadbesucher ein Kubikzentimeter Harn ausgeschieden wird.»

Stadtrat Huber erzählt kumuliert von ziemlich viel Seich.

«Die vom Journalisten angekündigte Peitsche habe ich zu Hause gelassen. Es geht also ganz entspannt weiter.»

Keine Angst. Gemeinderatspräsidentin Barbara Dätwyler (SP) hat eigentlich gar keine Peitsche daheim. Sie ist eine ganz Liebe.

«Das war also nur der Anfang, liebi Manne, denn eine Stadtpräsidentin gab es übrigens bisher auch noch keine.»

Gemeinderatspräsidentin Dätwyler lehrt Stapi Stokholm das Fürchten.

«Das eine hat mir Kollege Frey gerade aus dem Mund genommen.»

Peter Hausammann ist Opfer eines Mundraubs geworden.

«Auch mit extrem viel Aufwand können nie alle Risiken ausgeräumt werden. Dies ist ja zum Beispiel auch beim Projekt ‹Heiraten› so, und trotzdem heiraten wir ohne Grundlagenbericht und Gutachten. Ich habe es auch gewagt, und als ich meine Frau geheiratet habe, da war ich noch nicht in der Politik, da habe ich auf die Chance geachtet und nicht auf das Restrisiko fokussiert.»

Eine grossartige Liebeserklärung von Stadtrat Ruedi Huber.

«Auf Seite 27 Konto 3632.1510 haben wir dann noch ein Kässeli gefunden, das nun aber leider leer ist.»

Und wer hat das Kässeli geleert, lieber Christoph Regli?

Frauenfeld TG - Sitzung des Gemeinderates Frauenfeld.

Frauenfeld TG - Sitzung des Gemeinderates Frauenfeld.

«Ich weiss nicht, ob alle hier im Raum wissen, was ein Bankettschlegler ist. Ich weiss es jetzt.»

Was ist ein Bankettschlegler, lieber Michael Pöll (Grüne)?

«Und zwar erlaube ich mir, Kollege Elliker als Beispiel zu nehmen. Um es vorwegzunehmen, du kommst dabei gut weg, du weisst ja, dass ich dich persönlich sehr gut mag.»

Michael Pöll und Andreas Elliker sind neuerdings BFF (Best Friends Forever).

«Ich halte heute quasi ein Co-Referat mit Gemeinderat Elliker, quasi eine Premiere.»

Auch Stadtrat Urs Müller (CH) und Andreas Elliker kommen sich immer näher.

«Sie dürfen mir das ruhig glauben.»

Fredi Marty will Ex-Pfarrer Stokholm Konkurrenz machen.

«Ihr habt das ganz toll gemacht und einen Applaus und etwas Süsses verdient.»

Gemeinderatspräsidentin Dätwyler mit ihrem Zuckerbrot-und-Peitsche-Prinzip. Diesmal: Süsses für drei Mitglieder des Kinderrats.

«Einfach aus Interesse oder Gwunder: Hat das Management einen Namen?»

Der gwundrige Robin Kurzbein (CH).

«Unser Management hat keinen Namen.»

Anders Stokholm und das Namenlose.

«Somit ist Stadtpräsident Anders Stokholm auch entlassen.»

Jetzt macht Gemeinderatspräsidentin Dätwyler ernst und wirft Stapi Stokholm raus.

«Ich bin nicht restlos befriedigt, [...]»

Michael Pöll macht Intimes öffentlich.

«Gerade das Thema Zunge spricht vielleicht auch das junge Publikum an.»

Bei Heinrich Christ geht es nicht um Zungenküsse, sondern um Rindszüngli, gekocht, mit gedörrten Bohnen.

Frauenfeld TG - Sitzung des Gemeinderates Frauenfeld.

Frauenfeld TG - Sitzung des Gemeinderates Frauenfeld.

«Ich bin verärgert.»

Thomas Gemperle (SVP) ist nicht gut drauf.

«Im Übrigen sage ich dir etwas als Bauunternehmer, wir können gern Baudeutsch in diesem Rat einführen. Aber ich glaube, dann stehe ich mehr am Mikrofon als ihr, und das kommt definitiv nicht gut an.»

Stefan Geiges redet mit Thomas Gemperle auf Baudeutsch Tacheles.

«Ich fühle mich genötigt, hier etwas klarzustellen.»

Nötigung ist strafrechtlich relevant. Armer Michael Lerch (FDP).

«Wenn Sie nicht, ein bisschen salopp gesagt, vorstössig werden, eine Motion machen, wie Thomas Gemperle gesagt hat, werden wir das vorläufig nach hinten stellen.»

Stadtpräsident Stokholm streut gerne leicht zweideutige Wörter ein.

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