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Hanfplanzen im grossen Stil in Schlattinger Halle

In Bälde pflanzt eine private Firma auf dem Gelände der ehemaligen Zementwarenfabrik Munot Hanf für Gesundheitsprodukte an. Die Gemeinde und die Kantonspolizei wissen über die Pläne Bescheid.
Dieter Ritter
Geschäftsführer Adriano Meier und Verwaltungsratspräsident Sebastian Zeller in einer der sterilen Gewächskabinen. (Bild: Dieter Ritter)

Geschäftsführer Adriano Meier und Verwaltungsratspräsident Sebastian Zeller in einer der sterilen Gewächskabinen. (Bild: Dieter Ritter)

Absolut legal. Das schicken die Inhaber der MZ Progressus (MZP) voraus, die sich auf die Aufzucht von Hanfpflanzen spezialisiert hat, die keine psychoaktive Wirkung haben. Beim Hauptwirkstoff handelt es sich um Cannabidiol (CBD). Sie werden aus weiblichem Hanf gewonnen.

«Eine offizielle Kontrollinstanz für Hanfpflanzungen in der Schweiz gibt es nicht. Wir haben unsere Anlage bei der Kantonspolizei angemeldet. Sie wird Stichproben machen», erklärt Sebastian Zeller, Verwaltungsratspräsident der MZP, die auf dem Gelände der ehemaligen Zementwarenfabrik Munot in Schlattingen Hanf im grossen Stil anpflanzen will. Zeller wünscht sich mehr amtliche Kontrollen und Regulierungen, damit sich die Branche weiterentwickeln könne, wie er sagt.

Für medizinische Produkte oder Raucherwaren

In einer ersten Phase verwertet die MZP nur die Blüten. «Längerfristig ist auch die Verarbeitung der Blätter geplant. Aus ihnen werden wir Öl extrahieren», erklärt MZP-Geschäftsführer Adriano Meier. Seine Firma stellt keine Endprodukte her, sie verkauft ihre Erzeugnisse als Ausgangsmaterial für die Herstellung medizinischer Produkte oder von Raucherwaren. Erfahrung mit Hanfpflanzen sammelte die Firma mit ihrer Anlage in Rüti ZH, welche sie im August 2017 in Betrieb nahm.

Mit den zwei Standorten ist MZP einer der grösseren Indoor-Produzenten für Hanf-Rohmaterialien in der Schweiz. Zeller meint:

«Aktuell fokussieren wir uns auf den Medizinalmarkt in Deutschland.»

Es sei das fortschrittlichste Land Europas in Bezug auf die medizinische Anwendung von Hanf, sagt er. Hanfprodukte werden als entkrampfend, entzündungshemmend und angstlösend angepriesen. Für die Produktion stehen der MZP rund 900 Quadratmeter zur Verfügung.

1000-Watt-Lampen, nah über den Pflanzen angebracht, beschleunigen das Wachstum. Die Aufzucht der Stecklinge dauert etwa zwei Wochen, dann folgen elf weitere Wochen für die Vorzucht und das Ausblühen. Das Ernten und Trocknen der Blüten dauert nochmals eine Woche.

Standort mit wechselhafter Geschichte

Die Produktion startet schrittweise ab Mitte Mai und sollte bis Ende Jahr vollständig laufen. Die ersten Verkäufe ab Schlattingen werden im Juli möglich sein. «Unser Ziel ist, ab nächstem Jahr zwei bis drei weitere Arbeitsplätze zu schaffen. Es sind auch Teilzeitstellen vorstellbar», sagt Zeller. Langfristige Vision sei, die Blüten via Apotheken anzubieten und Hanföl und chemische Rohstoffe an Pharmafirmen zu verkaufen.

Die Munot-Produkte AG baute die Halle Ost an der Hauptstrasse in Richtung Stammheim für die Naku AG. Diese produzierte dort als Mieterin Granitabdeckungen. Als die Naku in einen Neubau nach Basadingen zog, richtete die Munot in der Halle ihre Spedition und den Polyester-Formenbau ein. Im Hinblick auf die bevorstehende Übernahme der Munot-Aktien durch einen Investor verkaufte die Munot die Halle an Marco Erb. Er betrieb eine Firma für die Revision von und den Handel mit Verpackungsanlagen. Später handelte er mit Autos. Per Februar dieses Jahres verkaufte Erb die Liegenschaft an die MZ Progressus.

Keine Bedenken von offizieller Seite

Die erste Kontaktaufnahme der Betreiber der Hanfplantage mit der Gemeinde hinterliess einen positiven Eindruck. «Ich bin überzeugt, dass bei dieser Firma alles mit rechten Dingen zu und her geht», sagt Peter Mathys, Gemeindepräsident von Basadingen-Schlattingen. Er sei froh darüber, dass in dieser Fabrikationshalle weiterhin etwas passiere, besonders weil es sich um einen ruhigen Betrieb handle. Emissionen seien praktisch keine zu befürchten. Die Aussicht, dass der neue Besitzer der Halle in naher Zukunft auch Leute aus der Umgebung beschäftigen könnte, ist für Mathys ein weiterer, positiver Aspekt. (drd)

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