Hallenbad

«Es wird ein grosser Lupf»: Frauenfeld erhält 40-Millionen-Badi, Sauna dagegen scheitert wegen lediglich 28 Stimmen

Schwimmen Ja, schwitzen Nein: Die Thurgauer Kantonshauptstadt erhält dank über 76 Prozent Ja-Stimmen ein neues Hallenbad für 39,34 Millionen Franken. Hingegen hauchdünn verworfen hat die Bevölkerung den Zusatzkredit für den optionalen Saunabereich.

Samuel Koch
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Der skizzierte Saunabereich für 2,67 Millionen Franken, der nun nicht zustande kommt.

Der skizzierte Saunabereich für 2,67 Millionen Franken, der nun nicht zustande kommt.

Bild: PD

Zwei Mal zählte die Stadt die Stimmen aus. So knapp ist am Sonntag an der Urne das Resultat zum optionalen Saunabereich ausgefallen. Von insgesamt 7442 gültigen Stimmen holte das Nein-Lager lediglich 28 Stimmen mehr, womit Frauenfeld den Kredit für den Saunabereich von 2,67 Millionen Franken mit hauchdünner Mehrheit von 50,19 Prozent in der Murg versenkt hat.

Hingegen klar und deutlich seinen Segen erteilt das Stimmvolk dem neuen Hallenbad für 39,34 Millionen Franken. Insgesamt 5828 Personen legten bei 7576 gültigen Stimmen ein Ja in die Urne.

Damit erhält die Stadt Frauenfeld ein neues Hallenbad- und Sprudelbad, welches das dringend sanierungsbedürftige aus den 1970er-Jahren ablöst. Fabrizio Hugentobler freut sich über das klare Bekenntnis zum neuen Bad. Der zuständige Stadtrat sagt:

Fabrizio Hugentobler, Stadtrat für Werke, Freizeitanlagen und Sport.

Fabrizio Hugentobler, Stadtrat für Werke, Freizeitanlagen und Sport.

Bild: Andrea Stalder
«Ich bin froh und dankbar, vor allem auch für alle Beteiligten.»

Die Drei-Viertel-Mehrheit bezeichnet er als klaren Auftrag. «Schade», sagt Hugentobler zum Nein zum Sauna-Kredit. Der aus seiner Sicht verpassten Chance für einen kostenneutralen Mehrwert trauert er aber nicht hinterher. «Primäres Ziel war immer die neue Badi», sagt er.

Diese Visualisierung zeigt, wie der Eingangsbereich des Hallenbades ab Herbst 2023 aussehen soll.

Diese Visualisierung zeigt, wie der Eingangsbereich des Hallenbades ab Herbst 2023 aussehen soll.

Bild: PD

Nun könnten die räumlichen und baulichen Defizite behoben und das Angebot auf die heutigen und zukünftigen Bedürfnisse der Gäste angepasst werden. «Es wird ein grosser Lupf», sagt er hinsichtlich der bevorstehenden Kosten. Und auf diese will er sein Hauptaugenmerk legen. Er sagt:

«Unser Ziel ist es, den Kredit auf keinen Fall zu überschreiten.»

Bis zum Baustart im kommenden Herbst steht die Detailplanung mit der Baukommission im Fokus. Zudem nimmt sie die Ausschreibungen und Vergaben an die Hand. Hugentobler hofft auf eine baldige Baueingabe.

Das 25-Meter-Schwimmbecken soll neuerdings acht statt bisher sechs Bahnen aufweisen.

Das 25-Meter-Schwimmbecken soll neuerdings acht statt bisher sechs Bahnen aufweisen.

Bild: PD

Das Hallenbad bleibt während der rund zweijährigen Bauzeit inklusive Freibad komplett geschlossen. Gegen ein Provisorium hat sich die Stadt aus Organisations-, Sicherheits- und Kostengründen ausgesprochen. Hugentobler sagt: «Für Kosten von über einer Million Franken ist ein Provisorium für eine vergleichsweise kleine Zielgruppe nicht sinnvoll.»