Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Halbstundentakt der Bodenseefähre: Die Deutschen sind mit an Bord

Der Halbstundentakt der Fähre zwischen Romanshorn und Friedrichshafen nimmt einen neuen Anlauf. Dafür braucht es schnellere Schiffe. Und sie sollen umweltfreundlicher sein. Knackpunkt bleiben die Kosten.
Silvan Meile
Blick auf Romanshorn: Eine Fähre der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrt verlässt den Hafen. (Bild: Ralph Ribi)

Blick auf Romanshorn: Eine Fähre der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrt verlässt den Hafen. (Bild: Ralph Ribi)

Der Wunsch nach einer halbstündigen Fährverbindung von Romanshorn nach Friedrichshafen besteht hüben wie drüben schon lange. Doch auf der deutschen Seite winkten die Verantwortlichen jeweils ab, wenn es um zusätzliches Geld der öffentlichen Hand ging. Deshalb erstaunt es, dass ein neuer Anlauf für einen Halbstundentakt in Stuttgart angestossen wurde. Die SPD reichte im Landtag Baden-Württemberg einen entsprechenden Vorstoss ein.

Am Schweizer Ufer rannten die Deutschen mit diesem Thema offene Türen ein. Gemeinsam griff man nun zum Kugelschreiber und setzte eine Unterschrift unter dieses Interesse.

«Regierungsrat Walter Schönholzer, Chef des Departements für Inneres und Volkswirtschaft des Kantons Thurgau, Lothar Wölfle, Landrat des Bodenseekreises, und Gerd Hickmann, Leiter Abteilung öffentlicher Verkehr Baden-Württemberg, unterzeichneten den Auftrag für die Untersuchung eines saisonalen Halbstundentakts für die Fährverbindung Friedrichshafen – Romanshorn», heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung.

Mehr Fähren nur während der warmen Jahreszeit

Dabei wurde auch über Finanzen gesprochen. «Die Absichtserklärung sieht vor, dass die Kosten für den Halbstundentakt zwischen Deutschland und der Schweiz geteilt würden», sagt Stefan Thalmann, Leiter der Abteilung öffentlicher Verkehr des Kantons Thurgau.

Die aktuellen Abklärungen sollen nun unter anderem zeigen, welche Mehrkosten ein saisonaler Halbstundentakt – das heisst während der warmen Jahreszeit – mit sich bringt. Eine Studie aus dem Jahr 2015 kam zum Schluss, dass ein ganzjähriger Halbstundentakt ungedeckte Betriebskosten von rund 1,5 Millionen Franken auslöst.

Nebst der Ermittlung der Kosten drehen sich die aktuellen Abklärungen auch um Umweltfreundlichkeit. Die Fähren sollen künftig ökologischer betrieben werden. Und sie müssen die Strecke über den See schneller zurücklegen. Die heutigen Dieselschiffe benötigen von Romanshorn nach Friedrichshafen 41 Minuten. Mit den Erkenntnissen aus den bisherigen Halbstundentakt-Studien aus den Jahren 2012 und 2015 braucht es drei bis vier Fähren, die es in 35 Minuten schaffen.

Enorme Investitionen wären nötig

Alles deutet darauf hin, dass die Zielsetzung für den Halbstundentakt mit ökologischeren Fahrzeugen letztendlich nur mit neuen Elektrofähren erreicht werden kann. Eine solche alternativ angetriebene Fähre kostet rund 20 Millionen Franken, Stand 2015.

Die Umstellung vom Stunden- auf einen saisonalen Halbstundentakt müsste aber nicht zwingend von einem Tag auf den anderen aufgegleist werden. Thalmann sagt:

«Denkbar ist auch, dass wir einen solchen während einer Übergangszeit in einem Mischbetrieb mit neuen und alten Schiffen einführen.»

Das käme wohl auch den beiden gemeinsamen Betreibern dieser Fährverbindung zugute, der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrt (SBS) und der deutschen Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB). In einer schrittweisen Einführung könnten sie die Anschaffungen zumindest gestaffelt tätigen. Schliesslich müssen sie die enormen Investitionen in eine neue Flotte stemmen, falls sie dereinst eine halbstündliche Verbindung betreiben sollten.

Die Strassen vom Verkehr entlasten

Mitte 2020 sollen die Informationen der neuen Untersuchung vorliegen, sagt Stefan Thalmann. Bisherige Abklärungen haben gezeigt, dass ein Halbstundentakt das Fährenangebot derart attraktiver macht, dass die Nachfrage um 40 Prozent steigt. Das könnte wiederum die Strassen um den See vom Verkehr entlasten.

Hüben wie drüben verfolgen die Behörden deshalb das gemeinsame Ziel, «die ‹schwimmende Brücke› über den Bodensee leistungsfähiger und kostenoptimierter zu machen, den verkehrsbedingten CO2-Ausstoss zu verringern und die Bodensee-Anrainer besser zu verbinden.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.