Glosse

Halb voll in Frauenfeld, halb leer in Weinfelden

Dieser Murgspritzer kümmert sich um den Weinfelder Grössenwahn, um den bevorstehenden Frauenfelder Einkaufstourismus und um Zeitzeugen, die sich im Grab umdrehen.

Samuel Koch
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Rebgut Sunnehalde von Winzer Markus Müller in Weinfelden.

Rebgut Sunnehalde von Winzer Markus Müller in Weinfelden.

Bild: Andrea Stalder, 22. Juni 2020

GW. (GeeWee), um den phonetischen Pflichten nachzukommen. Daran leidet wohl die Weinfelder Räbluus. An Grössenwahn. Anscheinend hat sie bei ihrem täglichen Überlebenskampf am Ottenberger Hang zu viel saure Trauben verwütscht. Nur so ist zu erklären, weshalb der tierisch amüsante Kolumnist – notabene hinter dem minderwertigen Versteck der Anonymität – Frauenfeld den Entzug der Kantonshauptstadt wünscht. Was für eine Frechheit, Wahlbetrug hin oder her.

Samuel Koch.

Samuel Koch.

Bild: Reto Martin

Zeitzeugen würden sich im Grab umdrehen. Der TKB-Sitz liegt nur aus Nächstenliebe in Weinfelden. Als Trostpflaster, weil das grosse Dorf im Herzen des Kantons anno dazumal leer ausgegangen war. Nun gut, in Weinfelden scheint im Gegensatz zu andernorts das Glas immer halb leer zu sein. Ansichtssache. Vielleicht verschlimmert sich die Lage für die Neo-Städter demnächst, wenn allenthalben der Wega nachgetrauert wird, die heuer nicht feuchtfröhlich vonstattengeht. Vielleicht besser so, sonst wächst die Bevölkerungszahl der Möchtegern-Hauptstadt noch rasanter, als manche es sich wünschen. Man wünscht den abtrünnigen Thurgauern schon fast einen Besuch der Zeugen Coronas.

So stopp, jetzt! Das Glas ist halb voll, zumindest weiter thurabwärts. Optimismus heisst die Devise. Schon das Riesenrad auf dem Mätteli lockt aus nah und fern in die Hauptstadt. Die Hauptstadt, x-fach mehr verbreitet in den sozialen Medien als Weinfelden. Und dann spielt uns nach der Konstanzer nun auch noch die Zürcher Regierung in die Hände. Haltet euch auf euren Sitzen fest! Masseneinkaufstourismus in der Stadt Frauenfeld. Maskenpflicht sei Dank.