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Hahn frei! In Frauenfeld ist Obernarr René II. an die Macht gekommen

Getränkehändler René Hahn ist es. Als Obernarr lenkt er seit dem Schmutzigen Donnerstag die Geschicke der Stadt. Reden kann er, und schon früher musste es bei ihm immer knallen. Seit bald 46 Jahren ist er ein Fasnachtskind.
Mathias Frei
Probe für den Ernstfall: Der letztjährige Obernarr Pablo I. (rechts) kleidet seinen Nachfolger, René II., im Rathaus ein. Daneben erwartungsfroh die närrischen Begleiterinnen Ylenia (links) und Yara. (Bild: Reto Martin)

Probe für den Ernstfall: Der letztjährige Obernarr Pablo I. (rechts) kleidet seinen Nachfolger, René II., im Rathaus ein. Daneben erwartungsfroh die närrischen Begleiterinnen Ylenia (links) und Yara. (Bild: Reto Martin)

Wer am Rosenmontag auf die Welt gekommen ist, der kann nicht anders. Mit Obernarr René Hahn, der gestern Abend auf dem Rathausplatz zum neuen närrischen Oberhaupt ernannt worden ist, kann es also ziemlich heiter werden. Derzeit zählt er noch jugendliche 45 Jahre. Dass er bei der Stadtrückgabe am Fasnachtsdienstag 46-jährig sein wird, liegt keinesfalls an den anstrengenden närrischen Tagen. Der 13er-Rat der Murganesen hatte für diese Fasnacht eine wahrlich pHAHNtastische Idee. Bereits am 11.11. war bekannt geworden, dass ein Mann aus der Getränkehandelsdynastie Hahn, also entweder Vater Niklaus oder einer der Söhne Stefan und René, Frauenfelds närrisches Ehrenamt bekleiden sollte. Nun ist es René II. geworden, nach alt Obernarr René Theiler (1973/74). Und der neue Obernarr sagt:

«Läuft nichts, wird mir langweilig.»

«Wir haben immer unseren Vater ins Spiel gebracht. Zeit hätte er als Pensionär. Und ein glatter Cheib ist er auch», meint René Hahn. Dabei war der Fall schon seit einem Jahr klar.

Der Deal mit Obernarr Pablo I.

Der letztjährige Obernarr Pablo Moiron ist ein guter Freund von René Hahn. So beschlossen sie vor Moirons Amtszeit: Wenn es einen Pablo I. gibt, wird es auch mal einen René II. geben. Dabei musste sich Hahn Murganesen-Präsident Ivan Gubler keineswegs anbiedern. Schon mehrmals wäre ein Obernarr René möglich gewesen. Hahn lehnte aus Zeitgründen jeweils ab. Denn er ist seit acht Jahren Obmann der Erchingergesellschaft – ein anderes aufwendiges Ehrenamt etwa zur gleichen Jahreszeit wie die Fasnacht. Nun aber ist die Zeit reif für einen Obernarr aus dem Hause Hahn. Nicht zuletzt habe das Ivan Gubler bei der alljährlichen Obernarren-Suche entlastet, sagt René II. Denn die Kandidaten stünden nicht Schlange.

Die Frauenfelder Fasnachtsagenda

Heute Freitag, 1. März: Fasnachtsunterhaltung, 20.01 Uhr, Rüegerholzhalle. Morgen Samstag, 2. März: Kinderfasnachtsumzug, 14.13 Uhr, Oberes Mätteli, danach Kinderdisco. Guggenparty Alkazüül, 20 Uhr, Rüegerholzhalle. Sonntag, 3. März: Internationaler Fasnachtsumzug durch die Innenstadt, 13.33 Uhr, Oberes Mätteli. Monsterkonzert, 15 Uhr, Rüegerholzhalle. Dienstag, 5. März: Stadtrückgabe, 19.13 Uhr, Rathausplatz. (red)
www.murganesen.ch

Der kleine René und sein älterer Bruder Stefan gingen in jungen Jahren am liebsten als Cowboy und Indianer.

«Hauptsache: Wir konnten mit der Chäpseli-Pistole knallen.»

So erzählt es der Urfrauenfelder und Bürger der Kantonshauptstadt, René Hahn. Später hatte er weniger mit der Fasnacht zu tun – bis Obernärrin Magi Erné 2011 René Hahn zu einem ihrer Begleiter ernannte. René II. erinnert sich: «Wir traten als Bodyguards in schwarzen Anzügen auf.» Damals habe er hinter die Kulissen der Frauenfelder Fasnacht gesehen und gemerkt, wie viel Herzblut die Fasnachtsvereine in dieses wertvolle Kulturgut investierten.

Seither ist René II. der Frauenfelder Fasnacht sehr verbunden, nicht zuletzt auch als langjähriger Getränkelieferant der Narren. Vor dem Ehrenamt, das auf ihn zukommt, hat er Respekt. «Denn man kann da nicht einfach den Clown machen.» Er müsse zwar nicht im Rampenlicht stehen, sagt er. Aber reden kann Hahn, als Unternehmer und als Erchinger.

«Und ich würde auch behaupten, ich sei lustig und gesellig, nicht nur von Berufes wegen.»

Seine Töchter Ylenia (18) und Yara (19) jedenfalls finden Papas Humor ziemlich speziell. Sie sind auch Hahns Begleiterinnen. «In den nächsten Tagen müssen sie wahrscheinlich mehr auf mich aufpassen als umgekehrt», meint Obernarr René.

In Epesses gearbeitet, der Lieblings-Gin aus Brigels

Nur weil ein Getränkehändler Obernarr ist, bedeutet es nicht, dass bei René Hahn dauernd der Hahn läuft.

«Qualität vor Quantität.»

Das gilt beim ausgebildeten Spirituosensommelier, der Anfang Zwanzig ein Jahr beim bekannten Weinbaubetrieb Fonjallaz in Epesses/VD arbeitete. Es müsse etwas Feines sein, statt um des Trinkens willens zu trinken. So würde er einen guten Abend mit einem Bündner Breil-Pur-Gin abrunden, am liebsten in guter Gesellschaft. Viel Zeit, um nach der Fasnacht zu regenerieren, hat Hahn aber nicht. Denn kurz darauf steht schon wieder die wichtige Schlaraffia-Messe in Weinfelden auf dem Programm der Getränke Hahn AG.

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