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Hacker wenden sich wegen E-Voting an den Thurgauer Rechtsdienst

Mitglieder der Hackervereinigung Chaos Computer Club wollen am Sonntag im Thurgau die Auswertung der elektronischen Stimmabgaben beobachten. Der Kanton winkt ab und argumentiert mit dem Amtsgeheimnis.
Silvan Meile
Hacker wollen E-Votings verhindern. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Hacker wollen E-Votings verhindern. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Mit einer E-Mail richten sich zwei Hacker an den Rechtsdienst des Kantons Thurgau. «Wir, beide im Vorstand vom Chaos Computer Club Schweiz, würden gerne die Zeremonie der Urnenöffnung für die laufenden Abstimmungen vom 8. Februar beobachten.» Ihre Anfrage veröffentlichten sie auf Twitter.

Seit vergangenem September ist es für die im Thurgau gemeldeten Auslandschweizer wieder möglich, ihre Stimme per E-Voting über das Internet abzugeben. Auch am Sonntag werden sie auf diese Weise ihre Meinung zur Zersiedlungsinitiative kundtun. Für den Chaos Computer Club ist längst klar: Das ist viel zu unsicher. NSA oder russische Superhacker lassen grüssen.

"Diese Arbeiten sind nicht öffentlich"

Auch die Antwort des Kantons stellten sie auf Twitter: «Die Arbeiten des kantonalen Wahlbüros und des Stimmbüros für Auslandschweizer, das die Auswertung der elektronischen Stimmen überwacht, sind im Kanton Thurgau nicht öffentlich», heisst es darin. Sie unterstünden dem Amtsgeheimnis. «Wir können Ihnen daher nicht anbieten, der Urnenöffnung beizuwohnen», schreibt Marius Kobi, Leiter Rechtsdienst der Staatskanzlei.

Welche tatsächlichen Erkenntnisse sich die Vorstandsmitglieder des Schweizer Computer Chaos Club durch das Beobachten der Auswertung der elektronischen Stimmen erhofften, ist nicht bekannt. Ihr Mediensprecher reagierte am Dienstag nicht auf Anfragen.

Der Kanton verweist auf den Hacker-Test

Klar ist, dass die Hackervereinigung an vorderster Front gegen E-Voting kämpft. So gehören mehrere Mitglieder zu den Unterstützern der eidgenössischen Volksinitiative «Für eine sichere und vertrauenswürdige Demokratie (E-Voting-Moratorium)». Diese will der elektronischen Stimmabgabe den Stecker ziehen beziehungsweise diese «verhindern, bis es sicher ist». Mitte Februar soll die Unterschriftensammlung starten.

Der Zürcher SVP-Nationalrat Claudio Zanetti fordert ausserdem in einer parlamentarischen Initiative einen «Marschhalt beim E-Voting».

250 000 Franken als Belohnung für erfolgreiche Hacker

Für den Thurgauer Rechtsdienst-Leiter Kobi ist klar: Die Hacker hätten an der Auswertung der elektronischen Stimmen sowieso nicht sehr viel zu sehen bekommen. Am Wahlsonntag wird die virtuelle Wahlurne aus dem E-Voting-System auf eine sichere Speicherkarte geladen und an einem Laptop ausgewertet, das nie ans Internet angeschlossen ist. Aufgrund verschiedener Sicherheitsmassnahmen würde eine Manipulation am E-Voting-System auffallen, sagt Kobi. Und diese müssten passieren, bevor die Daten am Wahlsonntag ausgewertet werden.

Deshalb sei der Chaos Computer Club eingeladen, am sogenannten Intrusions-Test des Bundes teilzunehmen. Gemäss NZZ stehen der Bundeskanzlei für diesen Wettbewerb, an dem ein Teil des Quellcodes offengelegt wird, bis zu 250 000 Franken zu Verfügung für Personen, die das E-Voting-System hacken können. Kobi sagt:

«Es ist sinnvoll, wenn der Chaos Computer Club dort beweist, was an seinen Behauptungen dran ist.»

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