Guntershausen
Brunnen-Dekoration sorgt für österliche Stimmung

Die Guntershauser Turnerinnen haben die sieben Brunnen in ihrem Dorf geschmückt.

Kurt Lichtensteiger
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Kreativ dekoriert von den Turnerinnen: der Brunnen im Guntershauser Quartier Kleinbasel.

Kreativ dekoriert von den Turnerinnen: der Brunnen im Guntershauser Quartier Kleinbasel.

Bild: Kurt Lichtensteiger

Laufen sowie schnelles und langsameres Gehen gehören bei den Lauftrainings der Turnerinnen Guntershausen zum Repertoire. Verlangsamt sich der Puls, so gesellt sich auch der gedankliche Austausch dazu. «Und just in einem solchen Moment unterbreitete ich meinen Turnkolleginnen den Vorschlag, die sieben Brunnen in Guntershausen zu dekorieren. Ein spontan gefasster Einfall, der bei meinen Kameradinnen sogleich auf Gegenliebe stiess, ja sogar gewisse Begeisterung auslöste», berichtet die Präsidentin Nina Goetschi.

Der Entscheid, das Vorhaben gleich auf die kommenden Ostertage umzusetzen, war schnell gefasst. Umso mehr, als sich damit eine weitere Gelegenheit bot, den bekannt guten Zusammenhalt noch weiter zu fördern. Gleich am Grün­donnerstag machten sich zehn Frauen mit Elan an die Arbeit und entwickelten bei ihrer kreativen Tätigkeit grosses Flair.

Blumenpracht sorgt für Bewunderung

Schon anderntags präsentierten sich die Guntershauser Brunnen in bunter Blumenpracht. Wohl auch zur Freude und Erbauung mancher der gut 1100 Dorfbewohner, die vom vorabendlichen Tun angetan schienen und ihrer Bewunderung auch Ausdruck verliehen.

Der Aadorfer Dorfteil kann sich mit seinen sieben Brunnen in Guntershausen und Maischhausen zwar nicht mit Zürich messen, wo es über 1000 Wasserspender gibt. Was für Zürich recht ist – auch dort wurden Brunnen geschmückt – kann für Guntershausen nur billig sein.

Ein Geschmückter Brunnen an der Guntershauser Hauptstrasse.

Ein Geschmückter Brunnen an der Guntershauser Hauptstrasse.

Bild: Kurt Lichtensteiger

Natürlich hat kein Dorfbrunnen den Bekanntheitsgrad eines Trevi-Brunnens in Rom. Doch auch in Guntershausen gehören die Brunnen zum Kulturgut, hat doch jeder seine eigene, wenn auch weniger spektakuläre Geschichte, die im vorletzten Jahrhundert ihre Anfänge nahm. Früher dienten die Brunnen den Bewohnern, den Kühen und Pferden als Wasserspender.

Heute haben sie vor allem dekorativen Charakter. Warum also ihre Schlichtheit nicht mit etwas Ästhetik aufmotzen? Genau dies ist den Turnerinnen dank Inspiration und bemerkenswertem Engagement gelungen. Vor allem in dieser unruhigen Zeit scheint man für kleine Sehenswürdigkeiten ein besonderes Auge zu haben. So lohnt sich ein Rundgang durch Guntershausen und Maischhausen allemal. Allerdings im Wissen, dass die kleinen Kunstwerke der Vergänglichkeit anheimfallen.