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Mit grünen Tonnen und blauen Rastalocken ans Open Air Frauenfeld

Am Mittwochnachmittag kamen wieder zahlreiche Hip-Hop-Fans am Frauenfelder Bahnhof an. Mit Grüntonnen und anderen Gepäcksstücken beladen, machten sie sich anschliessend auf den Weg Richtung Open-Air-Gelände.
Désirée Wenger
Ein paar Hip-Hop-Fans schleppen ihr Gepäck in Grüntonnen in Richtung Open-Air-Gelände. (Bild: Andrea Stalder)

Ein paar Hip-Hop-Fans schleppen ihr Gepäck in Grüntonnen in Richtung Open-Air-Gelände. (Bild: Andrea Stalder)

«Wääh, de het e Mülltonne debii, lueg!», ruft ein Kind seinem Gspänli am Bahnhof Frauenfeld zu. Es handelt sich dabei nicht um eine Müll- sondern um eine Grüntonne, und dies kann nur eines bedeuten: Das Open Air Frauenfeld öffnet bald seine Tore. Wie jedes Jahr sind die Festivalbesucher kreativ in ihrer Wahl des Gepäckstückes. Da gibt es umfunktionierte Leiterwagen, grosse Veloanhänger mit montierten Sonnenschirmen und Einkaufswagen aus dem Supermarkt. Die Grüntonnen – ob verziert mit Stickern oder Farbe – sind jedoch auch dieses Jahr sehr beliebt.

Was nicht in die robusten Gepäckschlepper passt, kommt in Sport- und Plastiktaschen. Es ist ein ruhiges Treiben am Bahnhof Frauenfeld. «Du musst schon chillen», sagt ein Hip-Hop-Fan aus Spiez und setzt sich zu seinen Begleitern in einen Campingstuhl, wo auch ein kaltes Bier auf ihn wartet und Rap der Amerikanerin Nicki Minaj aus den Musikboxen dröhnt. Ein Ghettoblaster darf an einem Musikfestival nicht fehlen, obwohl dort fast rund um die Uhr Livemusik spielt. Gleich vier Ghettoblaster messen sich an ihrer Lautstärke mit verschiedenen Hip-Hop-Stücken, die sich zu einem neuen Sound vermischen. Stören tut es keinen, nicht einmal die Passanten und Pendler, welche keine Auszeit vom Alltag nehmen können.

(Bild: Andrea Stalder)
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(Bild: Andrea Stalder)
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(Bild: Reto Martin)
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(Bild: Andrea Stalder)
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(Bild: Andrea Stalder)
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36 Bilder

Der Mittwoch am Open Air Frauenfeld

Der Zug aus Richtung Zürich schwemmt neue Hip-Hop-Begeisterte an, von grossen Massen kann aber um halb drei Uhr nachmittags kaum die Rede sein. Schwer zu glauben, dass am Mittwoch allein 30000 Besucher anreisen sollen. Auf dem Bahnsteg angekommen, wird bei einigen erst mal eine Zigarette angezündet. Es herrscht keine Eile, zum Festivalgelände zu gelangen. Ab und an schwappt eine unverkennbare Duftwelle herüber. Joints werden angezündet und herumgereicht, Bierdosen zischen. Längst ist klar: Das Festival beginnt schon hier.

Ein lautes Hupen lässt einige Wartende aufschrecken. Ein Festivalbesucher hat ein Megafon mitgebracht, mit welchem er lauthals Kommandos an Vorübergehende erteilt. Damit bringt er nicht nur Passanten zum Lachen oder in Verlegenheit, sondern provoziert damit auch, eine Ladung Wasser ins Gesicht zu bekommen. Denn eine andere Gruppe hat eine Wasserpistole mitgebracht, und Marihuana zeigt beim Wasserscharfschützen seine volle Wirkung, als er sich ein Duell mit dem Megafon-Besitzer liefert.

Abgesehen von solchen Spässen ist die Stimmung sehr ruhig. Auch modetechnisch scheinen die Festivalbesucher entspannter zu sein als letztes Jahr. Statt Glitter-Tattoos, Blumenkränzen und aufwendigen Flechtfrisuren sind dieses Jahr eher Sporthosen, kurze Tops und locker hochgebundene Haare angesagt. Bohemian sei out, heisst es in hippen Szenenmagazinen. Dies hat wohl auch mit dem insgesamt schlechteren Wetterbericht im Vergleich zum Vorjahr zu tun. Kein Grund zur Panik für die meisten, denn hier und da baumeln Gummistiefel von Leiterwagen oder Grüntonnen. Und sollte es dennoch trocken bleiben, bleibt immer noch der Sprung in die Murg, oder – für jene, die keine Pilze bekommen wollen – eine Abkühlung im eigens mitgebrachten Babybädli.

So unterschiedlich und bunt das Gepäck, so bunt sind auch die Festivalbesucher – und deren Frisuren. Zwei Freunde, die aus der Westschweiz angereist sind, kommen im Partnerlook, beide tragen blau gefärbte Dreadlocks. Eine junge Frau trägt ihr langes Haar in einem zarten Rosa, ihre Kollegin in Dunkelgrün. Womit sie perfekt zu ihrer vollgepackten Grüntonne passt.

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